Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Einfluss der Gebäudenutzung auf den Aufzugsbetrieb

Facility Management: Aufzugsmanagement » Aufzüge » Allgemeine betriebliche Eigenschaften » Einfluss der Gebäudenutzung auf den Aufzugsbetrieb

Betriebliche Eigenschaften Aufzugsanlagen Einfluss der Gebäudenutzung auf Betrieb

Einfluss der Gebäudenutzung auf den Aufzugsbetrieb

Die Art der Gebäudenutzung bestimmt maßgeblich, wie Aufzugsanlagen geplant, betrieben und vom Facility Management organisiert werden müssen. Ob Bürohochhaus, Krankenhaus, Hotel, Einkaufszentrum oder Wohnanlage – jede Nutzungsart erzeugt unterschiedliche Verkehrsprofile, Spitzenlasten und Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Komfort. So gibt es in Bürogebäuden ausgeprägte Stoßzeiten zu Arbeitsbeginn und -ende, während in Wohngebäuden der Verkehr gleichmäßiger über den Tag verteilt ist. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sind viele Aufzugsfahrten zeitkritisch oder medizinisch relevant, wohingegen in Einkaufszentren hohe Besucherstöme an bestimmten Tageszeiten oder Wochentagen auftreten. Für das Facility Management bedeutet dies, den Aufzugsbetrieb immer im Kontext der konkreten Nutzung des Gebäudes zu betrachten und sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen gezielt daran auszurichten. Dabei ist auch die vorausschauende Berücksichtigung zukünftiger Nutzungsänderungen wichtig, um die Aufzugssysteme langfristig effizient und sicher zu betreiben.

Gebäudenutzung als Einflussfaktor für Betrieb und Auslegung von Aufzugsanlagen

Gebäudenutzung und Verkehrsprofile

Unter Gebäudenutzung wird die Art und Weise verstanden, wie die Flächen eines Gebäudes dauerhaft genutzt werden – zum Beispiel für Bürotätigkeiten, Wohnen, Beherbergung (Hotel), medizinische Versorgung (Krankenhaus/Klinik), Handel oder Produktion. Jede dieser Nutzungsarten weist charakteristische Aufzugsverkehrsprofile auf. So treten in Bürogebäuden oft stark gebündelte Verkehrsspitzen auf (etwa morgens beim Arbeitsbeginn, mittags und zum Feierabend), während in Wohngebäuden der Aufzugsverkehr vergleichsweise gleichmäßig über den Tag verteilt ist und nur leichte Spitzen am Morgen und Abend zeigt. In Krankenhäusern gibt es hochkritische Einzeltransporte, zum Beispiel wenn Patienten im Bett oder Notfälle schnell befördert werden müssen. Handels- und Veranstaltungsgebäude wiederum erleben je nach Öffnungs- oder Veranstaltungszeiten sehr variierende Besucherstöme mit Phasen starker Nutzung. Diese Verkehrsprofile müssen bei der Planung und Steuerung von Aufzügen genau analysiert werden, damit die Anlagen für die jeweilige Nutzung ausgelegt sind.

Aus Sicht des Facility Managements lassen sich für den Aufzugsbetrieb mehrere zentrale Zielgrößen definieren, die als Erfolgsmaßstab dienen. Die wichtigsten sind:

Zielgröße

Beschreibung (Basis)

Verfügbarkeit

Aufzüge stehen zu den relevanten Nutzungszeiten betriebssicher zur Verfügung

Förderleistung

Ausreichende Kapazität in Spitzenzeiten des Verkehrs

Sicherheit

Nutzung der Aufzüge im Einklang mit dem Schutz- und Rettungskonzept des Gebäudes

Komfort & Service

Akzeptable Wartezeiten, hoher Fahrkomfort, Sauberkeit und ansprechende Gestaltung

Betriebskosten

Wirtschaftlicher Betrieb (angemessenes Verhältnis von Leistung und Aufwand)

Flexibilität

Anpassungsfähigkeit der Aufzugsanlagen bei Änderungen der Gebäudenutzung

Hinweis:

Diese Zielgrößen dienen dem FM als Orientierungsrahmen. Sie helfen dabei, die Leistungsfähigkeit der Aufzugssysteme zu bewerten und Maßnahmen abzuleiten. So muss z. B. bei hoher Priorität der Verfügbarkeit ein geeignetes Instandhaltungs- und Redundanzkonzept umgesetzt werden, während der Fokus auf Komfort bedeuten kann, Wartezeiten zu minimieren und die Kabinenausstattung hochwertig zu halten. Oft gilt es, zwischen den Zielgrößen abzuwägen, um für die jeweilige Nutzung ein optimales Gesamtergebnis zu erzielen.

Büro- und Verwaltungsgebäude

In Bürogebäuden stehen ausgeprägte Verkehrsspitzen im Vordergrund. Insbesondere am Morgen (alle Mitarbeiter treffen zeitnah ein), mittags (gleichzeitige Fahrten zu Kantine und zurück) und am Abend zum Feierabend kommt es zu hohem Personenaufkommen an den Aufzügen. Die Anlagen müssen primär darauf ausgelegt sein, diesen Personenverkehr effizient abzuwickeln. Aus FM-Sicht bedeutet dies, dass die Aufzüge eine ausreichende Förderleistung für Stoßzeiten haben müssen. Planungsziel sind hier oft mittlere Wartezeiten von etwa 25–30 Sekunden in Spitzenlast und die Beförderung von ca. 10–15 % der Gebäudebevölkerung in 5 Minuten. Um dies zu erreichen, werden in größeren Bürogebäuden mehrere Personenaufzüge zu Gruppen zusammengeschaltet und intelligente Steuerungen eingesetzt. Moderne Bürohochaus nutzen häufig Zielrufsteuerungen, bei denen der Benutzer schon vor Fahrtantritt seine Zieletage wählt, damit Personen mit demselben Ziel gebündelt befördert werden. Außerdem kommen Funktionen wie Peak- und Parksteuerung zum Einsatz: Beispielsweise halten morgens zur Hauptankunftszeit alle Kabinen im Erdgeschoss bereit (Lobby-Parking), um die ankommenden Personen zügig zu verteilen.

Neben der Kapazität spielt im Büroumfeld die Trennung von Personen- und Serviceverkehr eine wichtige Rolle. Schwerere Lastentransporte (z. B. Umzugsmaterial, Warenlieferungen, Catering oder technisches Equipment) sollten nicht die Personenaufzüge blockieren. Deshalb werden für Büro- und Verwaltungsgebäude oft separate Lasten- oder Serviceaufzüge vorgesehen. Wo dies nicht möglich ist, regelt das Facility Management feste Zeitfenster für Transporte (etwa außerhalb der Kernarbeitszeiten), um den normalen Personenverkehr nicht zu stören. Auch Wartungsarbeiten werden bei Büroaufzügen in der Regel außerhalb der Bürozeiten durchgeführt (etwa spätabends oder am Wochenende), damit die Verfügbarkeit während der Arbeitszeit hoch bleibt. Schließlich achtet das FM in Verwaltungsgebäuden auch auf Sicherheitsaspekte wie die Anbindung der Aufzüge an Zutrittskontrollsysteme, um unbefugten Zugang zu unterbinden, ohne den Verkehrsfluss zu beeinträchtigen.

Wohngebäude

In Wohngebäuden ist der Aufzugsverkehr im Vergleich gleichmäßiger über den Tag verteilt. Es gibt meist leichte Spitzen am frühen Morgen (Berufstätige und Schüler verlassen das Haus) und am frühen Abend (Rückkehr nach Hause), aber keine extremen Stoßzeiten wie im Büro. Die Aufzüge dienen primär der alltäglichen Erschließung für die Bewohner und müssen unterschiedlichste Nutzerbedürfnisse abdecken: Eltern mit Kinderwagen, Personen mit Einkaufstüten, Mieter mit Möbeln oder Fahrrädern sowie ältere oder mobilitätseingeschränkte Bewohner mit Rollatoren oder Rollstühlen. Entsprechend wird in Wohnanlagen großen Wert auf Barrierefreiheit und einfache Bedienbarkeit gelegt. Die Kabinen und Türöffnungen sollten ausreichend groß dimensioniert sein (mindestens rollstuhlgerecht nach DIN 18040, ggf. sogar Tragenmaß für Krankentragen in hohen Wohnbauten), und Bedienelemente müssen leicht verständlich und erreichbar sein.

Wesentliche Punkte für das FM sind hier eine robuste und betriebssichere Ausführung der Anlagen sowie möglichst niedrige Betriebs- und Wartungskosten. Da Aufzüge in Wohngebäuden häufig und rund um die Uhr genutzt werden, sollten sie verschleißfest konstruiert sein (z. B. strapazierfähige Kabinenausstattung, langlebige Türmechanismen) und energieeffizient im Betrieb. Die Anforderungen an die Spitzen-Förderleistung sind moderat, weil nie sehr viele Personen gleichzeitig fahren, doch die Zuverlässigkeit hat oberste Priorität. Ein längerer Ausfall wäre für ältere oder gehbehinderte Bewohner gravierend. Daher organisiert das FM regelmäßige Wartungen (in Wohngebäuden oft z. B. vierteljährlich) und sorgt für schnelle Störungsbeseitigung im Notfall. Auch Sauberkeit und soziale Sicherheit (Beleuchtung, Notrufeinrichtung, Überwachung) im Aufzug haben hier hohe Bedeutung, damit sich die Bewohner jederzeit sicher und wohl fühlen.

Hotel- und Beherbergungsbetriebe

In Hotels entstehen deutliche Nutzungsspeaks zu bestimmten Zeiten: etwa beim Check-in und Check-out vieler Gäste, während der typischen Frühstückszeit am Morgen oder bei Veranstaltungsbeginn und -ende. Zu diesen Stoßzeiten erwarten Hotelgäste dennoch kurze Wartezeiten und einen reibungslosen Transport, da niemand in seinem Urlaub oder Geschäftsaufenthalt lange auf den Aufzug warten möchte. Die Aufzuganlagen müssen daher so ausgelegt und betrieben werden, dass selbst bei hohem Andrang der Personenfluss möglichst gleichmäßig abgewickelt wird. Hierzu tragen leistungsfähige Gruppensteuerungen und gegebenenfalls die Vorhaltung mehrerer Kabinen im Lobbybereich während Peak-Zeiten bei. Auch die Kabinengröße und Anzahl der Aufzüge werden an der Zimmeranzahl und Gebäudehöhe ausgerichtet, um typischerweise z. B. 2–3 Aufzüge für ein mittelgroßes Hotel bereitzustellen. Zudem wird oft Wert auf repräsentative und hochwertige Kabinen gelegt: Spiegel, ansprechende Materialien, dezente Beleuchtung und vielleicht Hintergrundmusik tragen zum positiven Gästeerlebnis bei. Der Fahrkomfort (ruhige Fahrt, sanftes Anfahren und Bremsen) ist hier Teil der Servicequalität eines Hotels.

Gleichzeitig findet in Hotels ein erheblicher Serviceverkehr statt, der für die Gäste weitgehend unsichtbar bleiben soll. Housekeeping-Personal bewegt Wäschewagen und Reinigungsgeräte, die Küche schickt Speisen mit dem Aufzug zu Room-Service oder Restaurant, und das Techniker-Team transportiert Gepäck und Material. Wo möglich, werden darum separate Service- oder Lastenaufzüge eingeplant, die über Back-of-House-Bereiche (nicht öffentliche Hotelflure) mit den Etagen verbunden sind. Ist nur eine gemeinsame Nutzung der Aufzüge möglich, organisiert das FM klare Regelungen: Servicefahrten erfolgen bevorzugt zu Randzeiten, in denen wenige Gäste unterwegs sind (z. B. Wäschetransport während der Restaurantzeiten, wenn Gäste meist im Speisesaal sind). Das Reinigungspersonal muss gegebenenfalls warten, bis Stoßzeiten vorüber sind, bevor es mit großen Wägen einen Aufzug belegt. Zudem achtet das FM darauf, dass die Kabinen stets sauber, hell und voll funktionsfähig sind, da dies direkt den Eindruck der Gäste vom Haus beeinflusst. Aus FM-Sicht gehört der Aufzug damit zum erweiterten Serviceangebot des Hotels, welches den Komfort und die Zufriedenheit der Besucher mitbestimmt.

Gesundheitsbauten (Krankenhaus, Klinik, Pflegeeinrichtung)

Krankenhäuser, Kliniken und größere Pflegeeinrichtungen stellen besonders vielschichtige Anforderungen an Aufzüge. Es existieren verschiedene Aufzugsarten mit spezifischer Funktion: Bettenaufzüge zum Transport von Patienten in Krankenhausbetten oder Rollliegen, Personenaufzüge für Besucher und Mitarbeiter, Lastenaufzüge für Material (Medikamente, Speisen, Wäsche, Abfall) sowie ggf. separate Aufzüge für medizinisches Personal oder Notfälle. Viele Fahrten sind zeitkritisch oder medizinisch relevant – etwa der Transport eines Notfallpatienten in den OP oder der zügige Transfer eines frisch operierten Patienten ins Aufwachzimmer. Verfügbarkeit hat hier oberste Priorität: Bestimmte Aufzüge (insbesondere Bettenaufzüge) müssen praktisch rund um die Uhr einsatzbereit sein. Daher werden in Krankenhäusern meist mehrere redundante Anlagen vorgesehen. Fällt ein Aufzug aus, muss ein anderer die Funktion übernehmen können. Oft ist auch eine Notstromversorgung installiert, damit die wichtigsten Aufzüge bei Stromausfall weiterlaufen und kein Patient eingeschlossen bleibt. Die Kabinen von Bettenaufzügen sind sehr groß (z. B. ca. 2,4 m Tiefe) und haben Tragfähigkeiten um 2000–2500 kg, um ein Bett mit Begleitpersonal und Geräten aufzunehmen. Türöffnungen sind extra breit (mind. 1,10–1,30 m) für den reibungslosen Bettentransport.

Das Facility Management sorgt für eine klare Funktionszuordnung der Aufzüge: Ein Aufzug wird beispielsweise ausschließlich als Bettenaufzug betrieben, andere dienen nur dem Personal- und Materialtransport, wieder andere sind für Besucher. Diese Trennung ist wichtig, um Hygienestandards einzuhalten (kein verschmutztes Wäschegut im Patientenaufzug) und um jederzeit die Verfügbarkeit für dringende Transporte zu gewährleisten. FM erstellt Nutzungspläne, wann z. B. Versorgungstransporte durchgeführt werden dürfen, damit Stoßzeiten im Besucherverkehr entlastet werden. Hygieneanforderungen sind bei Krankenhausaufzügen besonders hoch: Kabinen und Türschwellen müssen leicht zu reinigen sein (glatte Edelstahloberflächen, keine Schmutzkanten), es gibt Lichtvorhänge und Sensoren, um zu verhindern, dass sich Türen bei Transport von Betten schließen, und die Steuerungen bieten ggf. spezielle Betriebsmodi (z. B. „Bettentransportmodus“ mit Vorrangschaltung für Innenkommandos). Das FM arbeitet eng mit den medizinischen Bereichen zusammen, um die Aufzüge in das Notfall- und Rettungskonzept zu integrieren. Beispielsweise sind Feuerwehr- und Notbedienfunktionen vorhanden, und es wird geübt, wie Patienten im Brandfall ggf. per Aufzug evakuiert werden können. Regelmäßige Wartung und überdurchschnittlich häufige Reinigung (durch den hohen Flusenanfall bei Krankenhauswäsche) gehören zu den FM-Pflichten, um die Sicherheit und Verfügbarkeit der Anlagen dauerhaft sicherzustellen.

Handel / Shopping / Publikumsverkehr

In Einkaufszentren, Warenhäusern und ähnlichen Publikumsbauten ist das Personenaufkommen im Aufzug stark von der Tageszeit, dem Wochentag und saisonalen Spitzen abhängig. An Wochenenden oder vor Feiertagen strömen oft besonders viele Besucher gleichzeitig durchs Gebäude, was zu hohem Andrang an den Aufzügen führen kann. Unterschiedliche Nutzergruppen verwenden die Aufzüge: Kunden (teils mit Kinderwagen, Rollstühlen oder Einkaufswagen), Verkaufs- und Servicepersonal sowie Lieferanten mit Waren. Aus FM-Sicht ist daher eine ausreichende Zahl von Personenaufzügen einzuplanen, damit selbst bei Hochbetrieb Wartezeiten im vertretbaren Rahmen bleiben. Die Aufzüge sollten möglichst große Kabinen haben, um z. B. Einkaufswagen oder mehrere Kinderwagen aufzunehmen. Häufig werden im Zentrum des Shopping-Centers panoramische Aufzüge installiert, die auch architektonisch Akzente setzen. Diese dürfen jedoch in der Leistungsplanung nicht überbewertet werden, da manche Besucher lieber die Rolltreppen nutzen. Deshalb müssen parallel zu Fahrtreppen immer ausreichend Aufzüge für mobilitätseingeschränkte Personen zur Verfügung stehen (gesetzlich vorgeschriebene Barrierefreiheit).

Neben den Personenaufzügen für Besucher sind in Handelsimmobilien Lastenaufzüge unverzichtbar. Sie verbinden Anlieferzonen und Lager mit den Verkaufsflächen und ermöglichen den Transport großer Warenmengen, ohne den Kundenverkehr zu beeinträchtigen. Diese Lastenaufzüge müssen ausreichend groß und tragfähig für Paletten, Rollcontainer oder Möbel sein. Das FM achtet darauf, dass Liefer- und Entsorgungsfahrten über diese Aufzüge in festgelegten Zeitfenstern stattfinden – meist außerhalb der Öffnungszeiten oder in Randstunden – damit der Publikumsverkehr nicht gestört wird. Robuste Ausstattung der Aufzüge ist ebenfalls wichtig: Bodenbeläge, Wände und Türen müssen strapazierfähig sein, da hohes Verkehrsaufkommen und unsachgemäße Benutzung (z. B. Kinder, die Knöpfe drücken, oder Einkaufswagen, die anstoßen) zu Verschleiß führen können. Deutliche Beschilderung und Benutzerinformation helfen den Besuchern, die Aufzüge schnell zu finden und korrekt zu bedienen. Insgesamt zielt das FM hier auf einen betriebssicheren und kundenfreundlichen Aufzugsbetrieb ab, der auch bei Stoßzeiten reibungslos funktioniert. Dazu gehört gegebenenfalls, dass während Großveranstaltungen oder Ausnahmesituationen Personal zur Aufzugskoordination eingesetzt wird oder temporäre Regeln (z. B. separate Schlange für Familien mit Kinderwagen) implementiert werden.

Industrie, Logistik und Sondernutzungen

In Industrie- und Logistikgebäuden stehen oft Lasten- und Materialtransporte im Vordergrund; der Personenverkehr mit den Aufzügen ist hier meist nachrangig. Aufzugsanlagen können integraler Bestandteil des innerbetrieblichen Materialflusses sein – zum Beispiel in mehrgeschossigen Produktionsstätten, Lagerhäusern oder Montagewerken. Dementsprechend sind die Anforderungen an solche Aufzüge auf Tragfähigkeit und Zuverlässigkeit ausgerichtet. Typische Ausführungen sind große Lastenaufzüge oder Plattformaufzüge, die mehrere Tonnen heben können und großflächige Plattformen bieten, damit Gabelstapler, Paletten oder Maschinenteile befördert werden können. Geschwindigkeit ist dabei weniger wichtig als eine ruckfreie Bewegung und robuste Technik, die Dauerbeanspruchung und Schmutzeinwirkung (z. B. Staub, Öl in Produktionsumgebungen) standhält.

Das Facility Management muss in solchen Umgebungen insbesondere darauf achten, dass die Aufzüge nahtlos in die Betriebsabläufe integriert sind. Das kann bedeuten, dass Aufzüge mit Förderbändern oder automatischen Lagersystemen gekoppelt werden – zum Beispiel durch Steuerungsschnittstellen, die es einem Aufzug erlauben, selbstständig zwischen bestimmten Ebenen zu pendeln, sobald Material bereitsteht. Die Wartungsplanung erfolgt hier in enger Abstimmung mit der Produktion: Wartungsfenster werden auf betriebsfreie Zeiten gelegt (etwa Werksferien, Nachtschichten, Wochenenden), um keinen Produktionsausfall zu verursachen. Für den Fall einer Störung muss entweder rasch reagiert werden können oder es sind Redundanzen vorzusehen (z. B. zwei Aufzüge parallel, sodass einer weiterlaufen kann). Sondernutzungen wie z. B. Bühnenaufzüge in Theatern oder Autoaufzüge in Tiefgaragen fallen ebenfalls in diese Kategorie: hier sind oft spezielle Steuerungen und Sicherheitseinrichtungen vorhanden, damit die Aufzüge exakt in komplexe Betriebsabläufe (Vorstellungswechsel, Parkverkehr) eingebunden sind. Gemeinsam ist all diesen Sonderanwendungen, dass das FM ein besonderes Augenmerk auf technische Zuverlässigkeit, vorbeugende Instandhaltung und die Einhaltung einschlägiger Sicherheitsvorschriften legt, um den reibungslosen Betriebsablauf im jeweiligen Umfeld sicherzustellen.

Anzahl und Art der Aufzüge

Die Gebäudenutzung bestimmt wesentlich, wie viele Aufzugsanlagen und welche Aufzugstypen in einem Objekt sinnvoll sind. Bereits in der Planungsphase sollten die erwarteten Personen- und Lastströme je nach Nutzung erfasst werden, um die passende Ausstattung festzulegen. Ein Bürohochhaus mit 30 Stockwerken und hunderten Nutzern erfordert beispielsweise eine ganz andere Aufzugslösung als ein dreigeschossiges Pflegeheim oder ein weitläufiges Einkaufszentrum. In einem hohen Bürogebäude wird man mehrere schnelle Personenaufzüge vorsehen, oft in Form einer Gruppe, damit die Wartezeiten trotz vieler Etagen gering bleiben. Zusätzlich kann ein separater Lastenaufzug für Umzüge und Lieferungen sinnvoll sein. In Krankenhäusern dagegen sind Bettenaufzüge unerlässlich – mindestens einer pro Gebäudeflügel oder Stationstrakt – während Besucheraufzüge und Personalaufzüge getrennt oder gemeinsam geplant werden können, je nach Konzept. Handelsimmobilien benötigen in der Regel neben Personenaufzügen auch große Warenaufzüge für die Logistik. Auch besondere Typen wie Feuerwehraufzüge oder Autoaufzüge hängen von der Nutzung ab: Ab einer gewissen Höhe oder Personenzahl im Gebäude schreibt die Bauordnung einen speziell ausgestatteten Feuerwehraufzug vor, um im Brandfall ein sicheres Transportmittel für Rettungskräfte bereitzustellen. In Tiefgaragen oder Autohausbauten werden mitunter Autoaufzüge benötigt, um Fahrzeuge zwischen den Ebenen zu bewegen.

Generell gilt, dass Anzahl und Kapazität der Aufzüge so dimensioniert werden müssen, dass die typische Spitzenbelastung der vorgesehenen Nutzung abgedeckt wird und bei Ausfall einer Anlage nicht die gesamte Erschließung unterbrochen ist. Insbesondere in höheren Gebäuden ist aus Redundanzgründen mindestens ein zweiter Aufzug vorzusehen, damit jede Etage von mehr als einer Anlage angefahren werden kann. Das Facility Management sollte bereits bei der Planung beratend einbezogen werden, um anhand der Nutzungsszenarien (aktuell und zukünftig) die richtigen Aufzugstypen zu wählen. So wird vermieden, dass später wichtige Funktionen fehlen – etwa ein fehlender Lastenaufzug in einem Hotel für Wäschetransport – oder umgekehrt unnötig viele bzw. unpassende Anlagen eingebaut werden, die den Betrieb verteuern.

Einige technische Auslegungsparameter von Aufzügen werden maßgeblich durch die Gebäudenutzung beeinflusst:

Parameter

Einfluss der Nutzung

Kabinengröße

Nutzungen mit Transport von Betten oder großen Lasten erfordern besonders große Kabinen (z. B. Bettenaufzüge für Krankenhausbetten, Lastenaufzüge für Paletten)

Geschwindigkeit

In hohen Gebäuden und bei starker Verkehrsbündelung (Bürohochhaus, großes Hotel) sind höhere Fahrgeschwindigkeiten sinnvoll, um lange Fahrzeiten zu vermeiden; in niedrigeren oder kleineren Gebäuden genügen moderate Geschwindigkeiten

Haltestellenzahl

Gebäude mit vielen kleinen Einheiten (z. B. Wohnhochhaus mit jeder Etage bewohnt, Hotel mit vielen Stockwerken) haben sehr viele Haltepunkte, was bei der Planung der Steuerung und Kapazität berücksichtigt werden muss; wenige Haltestellen (z. B. nur Erd- und Obergeschoss in Industriebauten) erlauben einfachere Anlagen

Türbreite

Bei Rollstuhl-, Betten- oder Lastentransporten sind breite Türöffnungen erforderlich (z. B. mindestens 90 cm für barrierefreie Personenaufzüge, 110–120 cm oder mehr für Bettenaufzüge)

Hinweis:

Diese Faktoren zeigen, wie wichtig die Abstimmung der technischen Spezifikation auf die Nutzung ist. Ein Wohnheim für Senioren etwa braucht Aufzüge mit großen, rollstuhlgerechten Kabinen und niedrigen Schwellen, während ein Bürogebäude eher schlankere Kabinen haben kann, da primär stehende Personen transportiert werden. Ebenso wird ein Logistikgebäude Wert auf extra breite Türen und robuste Innenwände legen, während im Museum eventuell geringere Geschwindigkeit akzeptabel ist. Das Facility Management bringt solche Nutzungsanforderungen in die Planungsphase ein. Dadurch wird sichergestellt, dass spätere Betriebsanforderungen – wie Barrierefreiheit, zügige Logistik oder Komfort – von Anfang an erfüllt werden können und nicht nachträglich mit hohem Aufwand korrigiert werden müssen.

Personenaufzüge vs. Lasten- und Serviceaufzüge

Je nach Nutzung kann es erforderlich oder zumindest empfehlenswert sein, Personen- und Lastentransporte funktional zu trennen und auf verschiedene Aufzüge zu verteilen. In vielen größeren Gebäuden wird daher parallel ein separates System von Lasten- oder Serviceaufzügen eingerichtet. Dies ist besonders in Nutzungen wie Hotels, Kliniken und Einkaufszentren der Fall, wo einerseits hoher Publikumsverkehr herrscht, andererseits aber auch umfangreiche interne Transporte anfallen. Durch separate Serviceaufzüge können Gäste oder Besucher ungestört und hygienisch einwandfrei befördert werden, während z. B. Wäschewagen, Müllcontainer oder Warenpaletten parallel bewegt werden, ohne die Fahrgäste zu beeinträchtigen.

Wenn keine getrennten Aufzüge vorhanden sind, muss das FM organisatorisch für die Entflechtung sorgen (siehe auch Abschnitt 5.3). Etwa werden feste Zeitfenster definiert, in denen Lastentransporte erlaubt sind, oder es werden Schutzeinrichtungen (Kantenschutze, Polster) bereitgestellt, um Personenaufzüge vor Beschädigungen durch Lasten zu schützen. Grundsätzlich gilt: Je diverser die Nutzung, desto eher lohnt sich eine Trennung der Aufzugssysteme. In einem kleinen Bürogebäude mit geringem Warentransport ist ein kombinierter Aufzug völlig ausreichend, während in einem Krankenhaus separate Betten- und Versorgungsaufzüge quasi obligatorisch sind. Das FM sollte daher bei der Planung klar kommunizieren, welche Transporte anfallen, um die richtige Entscheidung zu unterstützen. Neben betrieblichen Vorteilen kann es auch gesetzliche Vorgaben geben (z. B. muss in Hochhäusern ein Feuerwehraufzug vorhanden sein, der bestimmte Lasten und Personen – nämlich Feuerwehrtrupps mit Ausrüstung – transportieren kann). Insgesamt verbessert eine funktionale Trennung häufig sowohl die Betriebseffizienz für Serviceabläufe als auch die Servicequalität für die Nutzer des Gebäudes.

Betriebszeiten und Wartungsfenster

Die Nutzung definiert, wann Aufzüge unbedingt verfügbar sein müssen und zu welchen Zeiten man sie für Wartung oder Tests außer Betrieb nehmen kann.

Das Facility Management plant Wartungsfenster daher abgestimmt auf die Betriebszeiten des Gebäudes:

Gebäudetyp

Typische FM-Praxis für Wartung und Inspektion

Büro

Wartungen in der Regel außerhalb der Kernarbeitszeit (abends, nachts oder am Wochenende), damit während der Bürozeiten volle Verfügbarkeit besteht.

Hotel

Wartung bevorzugt tagsüber in Nebenzeiten, z. B. zwischen Check-out und Check-in (nach dem Frühstücksandrang, vor Anreise der neuen Gäste), oder spätabends, um Gäste kaum zu beeinträchtigen.

Klinik

Wartung nur in enger Abstimmung mit den medizinischen Funktionsbereichen; gegebenenfalls nachts oder in planbaren Ruhephasen, damit kein wichtiger Patienten- oder OP-Transport behindert wird.

Handel

Wartung außerhalb der Öffnungszeiten (nachts, frühmorgens vor Ladenöffnung) oder in umsatzschwachen Randzeiten, um während des Kundenbetriebs alle Anlagen verfügbar zu haben.

Hinweis:

Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass betriebsnotwendige Aufzüge immer dann laufen, wenn sie gebraucht werden, und Stillstandszeiten in die Nutzungsrandlagen fallen. Das FM koordiniert hierzu auch die Dienstleister (Wartungsfirmen, Prüfer) und kommuniziert eventuelle kurze Ausfälle rechtzeitig an die Nutzer, z. B. per Aushang oder digitale Mitteilung. Bei Gebäuden mit mehreren Aufzügen wird oft nacheinander gewartet, damit nie alle Anlagen gleichzeitig außer Betrieb sind.

Verkehrssteuerung und Prioritäten

Gebäudenutzung beeinflusst, wie Aufzüge gesteuert werden sollten, um den spezifischen Verkehrsfluss optimal zu bewältigen.

Je nach Nutzungsprofil setzt das FM bzw. der Betreiber unterschiedliche Prioritäten in der Steuerungsstrategie:

  • Büro: Optimierung auf Hauptverkehrszeiten. Die Steuerung kann zu Stoßzeiten spezielle Modi nutzen (z. B. morgendlicher Up-Peak-Modus mit bevorzugter Anfahrt ins Erdgeschoss und schnelle Leerfahrten nach unten). Gruppierte Aufzüge werden so koordiniert, dass Wartezeiten minimiert und die Kabinen gleichmäßig ausgelastet werden. Moderne Systeme mit Zielrufsteuerung unterstützen dies, indem sie Personen mit gleichem Ziel zusammenfassen. Außerdem werden Parkpositionen für Leerkabinen definiert (oft in der Lobby oder in mittleren Stockwerken), um bei einem Ruf schnell reagieren zu können.

  • Klinik: Priorisierung bestimmter Aufzüge für zeitkritische Transporte. Beispielsweise erhalten Bettenaufzüge eine Vorrangschaltung – interne Rufe (vom Bedienpult im Aufzug) werden gegenüber externen Rufen bevorzugt behandelt, sodass ein Patiententransport nicht unnötig gestoppt wird. Notfallrufe können per Schlüsselschalter oder Code bestimmte Aufzüge sofort anfordern (sogenannte Arzt- oder Notruffunktion, bei der der Aufzug vorrangig zur Notfalletage fährt). Das Steuerungssystem in medizinischen Gebäuden ist eng mit den betrieblichen Abläufen verzahnt, um z. B. im OP-Betrieb, bei Brandszenarien oder Intensivtransporten gezielt reagieren zu können.

  • Handel: Fokus auf kundenfreundliche, robuste Steuerung. In Einkaufszentren soll die Aufzugsnutzung intuitiv und schnell sein, weshalb einfache Kollektivsteuerungen (Aufzüge sammeln alle Rufe in eine Richtung) gängig sind. Oft wird mindestens ein Aufzug permanent in der Eingangsetage positioniert, um wartenden Kunden sofort zur Verfügung zu stehen. Die Steuerung ist zudem auf hohe Belastung ausgelegt – z. B. mit erweiterten Türöffnungszeiten bei großem Andrang (damit Gruppen mit Kinderwagen genügend Zeit zum Einsteigen haben) und robusten Komponenten, die auch bei intensiver Benutzung zuverlässig funktionieren. Prioritäten müssen hier vor allem Ausfallsicherheit und klare Fahrtenlogik sein, damit auch ungeübte Nutzer (Erstkunden, Touristen) problemlos ans Ziel kommen.

FM erarbeitet in Abhängigkeit von der Nutzung klare Regeln für den Aufzugsbetrieb. Diese dienen dazu, den Gebrauch der Aufzüge zu ordnen und Konflikte zu vermeiden. Typische Regelungsaspekte sind zum Beispiel:

  • Welche Aufzüge für welche Transporte: Es wird festgelegt, welche Aufzüge für Personenfahrten reserviert sind und welche für Lastentransporte genutzt werden dürfen. Beispielsweise darf der repräsentative Glasaufzug in der Lobby nicht für Müll- oder Warenfahrten verwendet werden, sondern dafür ist der Hinterhofaufzug vorgesehen.

  • Zeitfenster für Lieferungen, Umzüge, Entsorgung: Um den regulären Betrieb nicht zu stören, legt das FM bestimmte Zeiten fest, in denen z. B. Lieferanten die Aufzüge benutzen können (oft frühmorgens vor Kundenverkehr oder nachts), größere Möbelumzüge stattfinden dürfen (z. B. am Wochenende) oder die Entsorgung von Abfall erfolgt. Außerhalb dieser Fenster sind solche Nutzungen untersagt bzw. nur mit Genehmigung möglich.

  • Umgang mit besonderen Situationen: Für Veranstaltungen, Messezeiten, Besuchergruppen oder Stoßzeiten entwickelt das FM Konzepte, wie der Aufzugsverkehr gesteuert wird. Beispielsweise können bei Großveranstaltungen in einem Hochhaus bestimmte Aufzüge exklusiv für die Eventteilnehmer reserviert und mit Bedienpersonal ausgestattet werden. Oder es wird geregelt, dass während eines Feueralarms die Aufzüge automatisch in den Grundzustand fahren und nicht mehr regulär genutzt werden dürfen (außer Feuerwehraufzüge durch Einsatzkräfte).

Hinweis:

Durch solche Nutzungskonzepte stellt das Facility Management sicher, dass die Aufzugsanlage im Alltag wie in Ausnahmesituationen geordnet und effizient genutzt wird. Alle Beteiligten (Mieter, Dienstleister, Besucher) wissen, was erlaubt ist und wann, wodurch sich Ausfallzeiten und Beschädigungen reduzieren und der Komfort für die Nutzer steigt.

Bei Veränderungen der Gebäudenutzung (z. B. neue Mieterstruktur, Umbau, Funktionswechsel) sollte FM Kennzahlen und Beobachtungen auswerten:

Kennzahl/Signal

Hinweis auf Anpassungsbedarf

Störungs- und Ausfallhäufigkeit

Deutlich steigende Störungszahlen deuten auf Überlastung, Fehlbedienung oder für die neue Nutzung ungeeignete Technik hin (z. B. übermäßige Abnutzung durch häufige schwere Transporte).

Wartezeitbeschwerden

Vermehrte Klagen über lange Wartezeiten sprechen dafür, dass die Kapazität für die geänderte Nutzung nicht ausreicht (z. B. mehr Personenverkehr in neuen Nutzungssituationen als ursprünglich geplant).

Neue Transportarten

Nutzung von Personenaufzügen für Lasten/Betten deutet darauf hin, dass die aktuelle Aufzugsausstattung der geänderten Nutzung nicht gerecht wird.

Hinweis:

Solche Indikatoren werden vom FM systematisch erfasst (z. B. über Störungsmeldungen, Nutzerbefragungen, Beobachtungen) und analysiert. Daraus kann abgeleitet werden, ob und wo Anpassungen notwendig sind, um den Aufzugsbetrieb wieder auf ein angemessenes Niveau zu bringen.

Zeigt das Monitoring Handlungsbedarf, ergreift das Facility Management Maßnahmen, um den Aufzugsbetrieb an die neue Situation anzupassen. Mögliche Schritte sind:

  • Anpassung von Betriebs- und Nutzungskonzept: Der FM-Plan wird überarbeitet, z. B. werden neue Transportzeiten oder -wege festgelegt. Wenn etwa ein Bürogebäude teilweise zu Wohnraum umgenutzt wurde, kann es sinnvoll sein, die Servicezeiten für Lieferungen neu zu definieren oder bestimmte Aufzüge nun 24/7 zugänglich zu halten. Auch die Zuordnung der Aufzüge kann geändert werden (z. B. einen bisher allgemeinen Aufzug künftig als reinen Lastenaufzug deklarieren).

  • Überprüfung technischer Einstellungen: Es wird analysiert, ob die Aufzugstechnik durch Parameteranpassungen besser auf die neue Nutzung ausgerichtet werden kann. Beispiele: Änderung der Türschließzeiten, um länger offen zu halten, wenn viele Rollstühle gleichzeitig einsteigen; Nachrüsten von Haltegriffen oder Spiegeln, falls jetzt öfter mobilitätseingeschränkte Personen fahren; Optimierung der Steuerungssoftware für geänderte Verkehrsflüsse (z. B. neue Prioritäten einprogrammieren). Kleinere technische Umbauten wie der Einbau einer robusteren Türdämpfung oder zusätzlicher Anzeige- und Sprachmodule können ebenfalls zur Anpassung gehören.

  • Modernisierung oder Erweiterung prüfen: Bei größeren Nutzungsänderungen kann es erforderlich sein, die Aufzugsanlage grundlegend zu überholen oder zu erweitern. Das FM lässt dann eine technische Studie oder Beratung durchführen, um Optionen aufzuzeigen – etwa den Einbau eines zusätzlichen Aufzugs, den Austausch der Steuerung gegen ein leistungsfähigeres System oder eine Kabinenerweiterung. Diese Entscheidungen werden oft in Abstimmung mit Eigentümer und ggf. Behörden getroffen, da sie Investitionen und bauliche Maßnahmen erfordern.

FM fungiert als Schnittstelle, um den Zusammenhang zwischen geänderter Gebäudenutzung und Aufzugsbetrieb transparent zu machen:

  • Information über Änderungen: Eigentümer und Mieter werden rechtzeitig über geplante Anpassungen oder temporäre Einschränkungen informiert. Zum Beispiel kommuniziert das FM neue Nutzungsregeln (etwa geänderte Lieferzeiten oder die exklusive Nutzung von Serviceaufzügen) per Rundschreiben oder Aushang. Auch während Modernisierungsarbeiten hält das FM alle Betroffenen auf dem Laufenden, kündigt zeitweise Außerbetriebnahmen an und begründet diese mit dem zukünftigen Nutzen für die Nutzer.

  • Einbindung von Nutzerfeedback: Das FM sammelt Rückmeldungen von den Gebäudenutzern – seien es Beschwerden über Wartezeiten oder Wünsche nach Verbesserungen – und berücksichtigt diese bei Entscheidungen. Wenn z. B. viele Mieter eines Bürohauses anmerken, dass der Aufzug seit einer Flächenumnutzung überlastet ist, untermauert dies die Notwendigkeit für eine technische Aufrüstung gegenüber dem Eigentümer. Gleichzeitig kann positives Feedback nach einer Anpassung (z. B. spürbar kürzere Wartezeiten nach Modernisierung) an alle kommuniziert werden, um die Akzeptanz zu steigern.

Hinweis:

Durch offene Kommunikation schafft das Facility Management Verständnis für die Maßnahmen und erhöht die Akzeptanz der Nutzer. Eigentümer und Betreiber erkennen klar, wie Nutzungsänderungen die Aufzugssituation beeinflussen und warum Investitionen oder Regelanpassungen sinnvoll sind. Nutzer wiederum fühlen sich informiert und eingebunden, was die Zufriedenheit und letztlich eine reibungslose Nutzung der Aufzüge fördert.