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Türlauf und Türverhalten

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Türlauf und Türverhalten

Türlauf und Türverhalten im Aufzugsanlagen

Türlauf und Türverhalten sind zentrale Funktions- und Sicherheitsaspekte jeder Aufzugsanlage. Sie bestimmen, wie schnell, ruhig und sicher sich die Türen öffnen und schließen, wie zuverlässig Hindernisse erkannt werden und wie gut der Aufzug für alle Nutzergruppen – einschließlich mobilitätseingeschränkter Personen – bedienbar ist. Aus Sicht des Facility Managements wirken sich Türlauf und Türverhalten direkt auf die Sicherheit, Verfügbarkeit, Barrierefreiheit und den Komfort einer Anlage aus. Sie beeinflussen damit unmittelbar die Zufriedenheit der Nutzer und das Aufkommen an Beschwerden. Daher müssen Türlauf und Türverhalten sowohl in der Planung als auch im laufenden Betrieb systematisch berücksichtigt, regelmäßig kontrolliert und nachvollziehbar dokumentiert werden. Der Betreiber (Facility Manager) ist gemäß den geltenden Vorschriften (z. B. Betriebssicherheitsverordnung und TRBS 3121) verpflichtet, einen sicheren Betrieb zu gewährleisten – dazu gehört insbesondere ein einwandfrei funktionierendes Türsystem.

Türlauf und Türverhalten bei Aufzügen

Schutzziele und Funktionsanforderungen

Perspektive

Bedeutung von Türlauf und Türverhalten

Sicherheit

Vermeidung von Quetsch-, Scher- und Stolperunfällen im Türbereich

Verfügbarkeit

Vermeidung von Störungen durch Fehlfahrten, Türblockaden, Fehlermeldungen

Komfort

Ruhiger, berechenbarer Türlauf, angemessene Türgeschwindigkeiten

Barrierefreiheit

Ausreichende Offenhaltezeit, klare optische/akustische Signale, angepasste Türgeschwindigkeit

Arbeitsschutz

Sichere Türfunktionen auch bei Wartung, Prüfung und Notbefreiung (kein unkontrolliertes Schließen)

Wirtschaftlichkeit

Geringere Stör- und Reparaturkosten bei stabilem, richtig eingestelltem Türlauf

Die obige Übersicht zeigt, dass ein optimal eingestellter Türlauf mehrere Ziele gleichzeitig erfüllen muss. Im Facility Management gilt es, Sicherheit und Komfort für die Nutzer zu gewährleisten, ohne die Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Anlage zu gefährden. In der Praxis erfordert dies oft einen Ausgleich zwischen schnellen Türbewegungen (für kurze Wartezeiten) und vorsichtigem, sensorüberwachtem Betrieb (für Sicherheit und Barrierefreiheit).

In der betrieblichen Praxis erweisen sich gerade die Türen als Schwachstelle vieler Aufzüge – Schätzungen zufolge gehen bis zu 80 % der Störungen auf Probleme im Türbereich zurück. Entsprechend stehen folgende Punkte im Fokus des Facility Managements

  • Häufige Türstörungen: Türen sind eine der Hauptursachen für Aufzugsausfälle. Typische Störungsmeldungen lauten z. B. „Tür blockiert“, „Türfehler“ oder „Tür schließt nicht“. In solchen Fällen unterbricht die Steuerung aus Sicherheitsgründen den Fahrbetrieb, bis die Tür wieder ordnungsgemäß schließt und verriegelt. Häufen sich derartige Störungen, wirken sie sich direkt auf die Verfügbarkeit der Anlage aus und erfordern umgehende technische Maßnahmen.

  • Nutzerbeschwerden über Türen: Die Rückmeldungen von Nutzern liefern wertvolle Hinweise. Häufig beklagen sich Benutzer über Türen, die „zu schnell“ oder „zu aggressiv“ schließen und dabei Angst oder Unbehagen auslösen. Umgekehrt kann auch eine „zu langsame“ Türöffnung als störend empfunden werden, da sie Wartezeiten verlängert. Solche Beschwerden sind für das Facility Management ein Signal, die Türparameter (über die Wartungsfirma) zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

  • Vandalismus- und Beschädigungsanfälligkeit: In Gebäuden mit hoher Frequentierung oder öffentlichem Zugang (z. B. Bahnhöfen, Krankenhäusern, Wohnanlagen) sind Aufzugstüren verstärkt mechanischen Belastungen und mutwilligen Beschädigungen ausgesetzt. Türflügel können durch Tritte, Stöße oder das Blockieren mit Gegenständen Schaden nehmen. Daraus resultieren häufig vorzeitiger Verschleiß, Funktionsstörungen oder erhöhte Instandsetzungskosten. Für das FM bedeutet dies, auf robuste Türsysteme zu achten, präventive Kontrollen durchzuführen und bei Bedarf den Schutz vor Vandalismus (etwa durch Kameras oder verstärkte Materialien) zu verbessern.

Türarten und Schnittstellen

  • Kabinentür: Bewegliche Tür an der Aufzugskabine (innen). Meist handelt es sich um eine automatische, horizontal öffnende Schiebetür mit ein- oder zweiflügeliger Ausführung. Die Kabinentür fährt während des Betriebs mit der Kabine mit und öffnet sich nur, wenn die Kabine an einer Haltestelle steht. Sie gibt den Zugang zur Kabine frei und schützt während der Fahrt die Fahrgäste vor dem offenen Schacht.

  • Schachttür (Etagen- bzw. Haltestellentür): Tür auf der Etage, die den Zugang zur Kabine ermöglicht und den Schacht gegenüber dem Gebäudeflur absichert. An jeder Haltestelle befindet sich eine Schachttür, die immer nur dann entriegelt und geöffnet wird, wenn die Kabine auf gleicher Höhe steht. Schachttür und Kabinentür sind mechanisch gekoppelt und öffnen/schließen synchron, um den Zugang sicher zu ermöglichen.

  • Türsysteme: Abhängig von Schachtbreite und Nutzung kommen unterschiedliche Türsysteme zum Einsatz. Beispielsweise gibt es einseitig öffnende Türen (alle Flügel gleiten zu einer Seite), zweiseitig mittig öffnende Türen (Flügel teilen sich nach links und rechts) oder Teleskoptüren mit mehreren ineinander gleitenden Türflügeln. Die Wahl des Systems beeinflusst neben der notwendigen Schachtgeometrie auch den Wartungsaufwand und das Verhalten bei Belastungen (etwa durch Transport von Gepäckstücken, Krankenbetten oder Einkaufswagen). Robustere Systeme mit weniger beweglichen Teilen sind in hochfrequentierten Umgebungen oft langlebiger und weniger störanfällig.

Türantrieb und Steuerung

  • Elektrischer Türantrieb: Der Türantrieb besteht aus einem Elektromotor, der über Getriebe, Riemen oder Hebelmechanismen die Türflügel bewegt. Moderne Türantriebe nutzen frequenzgeregelte Motoren, um ein gleichmäßiges Beschleunigen und Abbremsen der Türen zu ermöglichen. Der Antrieb sorgt für das automatische Öffnen und Schließen der Kabinen- und Schachttüren und ist auf die erforderliche Türmasse sowie die gewünschte Geschwindigkeit ausgelegt.

  • Türsteuerung: Die Türsteuerung ist Teil der Aufzugssteuerung und regelt alle Bewegungsparameter der Türen. Über sie werden Öffnungs- und Schließgeschwindigkeit, Beschleunigungs- und Bremsrampen, die maximale Schließkraft sowie die Offenhaltezeit eingestellt. Die Türsteuerung überwacht zudem kontinuierlich den Bewegungsablauf, um bei Abweichungen (z. B. einem unerwarteten Widerstand) sofort eingreifen zu können. Wichtig ist, dass die Türsteuerung in den Sicherheitsstromkreis des Aufzugs eingebunden ist: Eine Fahrt der Kabine wird von der Aufzugssteuerung nur freigegeben, wenn sämtliche Türkontakte melden, dass alle Schacht- und Kabinentüren geschlossen und sicher verriegelt sind.

Sensorik und Sicherheitselemente

Element

Grundfunktion

FM-Relevanz (Wartung/Störung)

Lichtschranke / Lichtvorhang

Berührungsloser Personenschutz im Türbereich durch ein unsichtbares Lichtgittersystem quer zur Türöffnung. Unterbricht ein Objekt oder eine Person den Lichtstrahl, stoppt bzw. reversiert die Tür.

Sehr häufige Quelle von Fehlfunktionen, z. B. durch Verschmutzung, Fehlausrichtung oder Vandalismus. Regelmäßige Reinigung und Funktionskontrolle nötig.

Türkontaktschalter

Meldet „Tür geschlossen und verriegelt“ an die Steuerung (Sicherheitskontakt an jeder Schacht- und ggf. Kabinentür).

Ursache vieler Türstörungen bei Fehljustage oder Verschleiß. Bei ungenauer Einstellung kommt es zu Fehlermeldungen („Tür nicht zu“), die den Aufzug stillsetzen. Regelmäßige Prüfung und Justierung erforderlich.

Kraftbegrenzung

Begrenzung der maximalen Schließkraft und der kinetischen Energie der Tür (meist elektronisch im Antrieb geregelt), um Quetschgefahren zu reduzieren.

Wesentlich für Personensicherheit und Komfort. Die Norm DIN EN 81 schreibt z. B. vor, dass die Tür mit max. ca. 150 N Kraft und 10 J Energie schließen darf. FM achtet auf Einhaltung der Vorgaben – zu hohe Kraft führt zu Gefahr und Beschwerden, zu empfindliche Einstellung ggf. zu „dauernd wieder aufgehend“ Türen.

Türverriegelung

Mechanisches Schloss an jeder Schachttür, das ein sicheres Verschließen garantiert. Es verhindert das Öffnen der Schachttür, solange die Kabine nicht an der betreffenden Etage ist, und gibt beim Halt die Tür frei. Die Verriegelung ist elektrisch überwacht.

Unverzichtbar für die Fahrfreigabe – nur verriegelte Türen erlauben den Aufzugsbetrieb. Verschlissene oder defekte Verriegelungen führen zu Ausfällen (Aufzug steht mit „Türstörung“). Im Rahmen von Wartungen sind Verriegelungen zu prüfen, zu reinigen und ggf. zu justieren, um sicheren Betrieb sicherzustellen.

Hinweis

Alle oben genannten Komponenten müssen regelmäßig im Rahmen der Wartung geprüft und sauber gehalten werden. Bereits geringfügige Verschmutzungen (z. B. Staub auf Lichtvorhängen oder in Türschwellen) oder kleine Fehlstellungen können zu empfindlichen Störungen führen, die den Aufzug außer Betrieb setzen.

Im Regelbetrieb folgt der Türlauf einem definierten Ablauf bei jeder Haltestelle:

  • Öffnen: Sobald der Fahrkorb exakt an der Etage zum Halten gekommen ist und verriegelt steht, gibt die Steuerung die Türen frei. Der Türantrieb öffnet die Kabinen- und Schachttür synchron mit vorgegebener Geschwindigkeit und sanften Bewegungsrampen. Die Türen fahren vollständig auf, sodass der Ein- und Ausstieg möglich ist.

  • Geöffnet halten und Schließen: Nach Ablauf der voreingestellten Offenhaltezeit – oder sobald ein Benutzer die „Tür Schließen“-Taste betätigt – initiiert die Steuerung den Schließvorgang. Die Türen schließen sich wiederum mit festgelegter Geschwindigkeit. Während des Schließens überwachen Sicherheitssensoren (z. B. Lichtschranke und Kraftbegrenzung) permanent den Vorgang. Wird ein Hindernis erkannt oder ein zulässiger Kraftwert überschritten, stoppt die Tür (siehe Abschnitt 5.1). Unter normalen Umständen schließen die Türen vollständig und werden mechanisch verriegelt.

  • Fahrfreigabe: Erst wenn alle Schacht- und die Kabinentür geschlossen und verriegelt zurückgemeldet sind, erteilt die Aufzugssteuerung die Fahrfreigabe für die nächste Bewegung des Fahrkorbs. Solange auch nur ein Türkontakt offen ist oder die Verriegelung nicht einrastet, bleibt der Fahrkorb stillgesetzt und es erfolgt ggf. eine Störmeldung.

Im Türsystem lassen sich diverse Parameter einstellen, um den Betrieb an die Erfordernisse des Gebäudes anzupassen:

Parameter

Beschreibung

FM-Bedeutung

Öffnungs-/Schließgeschwindigkeit

Regelt, wie schnell die Türflügel öffnen und schließen (Türlaufgeschwindigkeit, meist in m/s angegeben).

Beeinflusst Komfort (zu langsame Türen wirken träge; zu schnelle Türen können Nutzer erschrecken) und Sicherheit (langsame Bewegung vermindert Verletzungsrisiko, zu schnelle kann gefährlich sein). Zudem Auswirkung auf Geräuschentwicklung (sanfter Lauf vs. Zuschlagen).

Offenhaltezeit

Einstellbare Zeitspanne, die die Türen nach dem Halt offen bleiben, bevor der Schließvorgang automatisch beginnt.

Wichtig für Barrierefreiheit (Personen mit Rollstuhl/Rollator brauchen mehr Zeit) und Verkehrsfluss im Gebäude. Eine lange Offenhaltezeit erhöht den Komfort für langsamere Passagiere, verringert aber die Förderleistung (Aufzug steht länger pro Halt).

Schließkraft / Empfindlichkeit

Vorgabe, mit welcher maximalen Kraft die Tür zufährt und wie sensibel sie auf Widerstände reagiert. (Siehe Kraftbegrenzung: moderne Steuerungen reduzieren die Kraft sofort beim Kontakt oder verhindern ihn ganz durch frühzeitige Erkennung.)

Entscheidend für den Personenschutz: Eine korrekt eingestellte, niedrige Schließkraft verhindert Quetschungen und entspricht den Normanforderungen. Zu empfindlich eingestellt kann allerdings zu häufigen unnötigen Wiederöffnungen führen (Beschwerde: „Tür geht ständig wieder auf“), während zu hohe Schließkraft gefährlich und unzulässig ist.

Verzögerungen / Rampen

Zeitliche Einstellungen für weiche Start- und Bremsvorgänge des Türantriebs (Beschleunigungs- und Verzögerungsrampen, z. B. sanftes Abbremsen kurz vor Endlage).

Beeinflusst die Laufruhe und das Geräuschverhalten erheblich. Gut eingestellte Rampen sorgen für ein leises, ruckfreies Öffnen/Schließen (steigert den Komfort und verringert Verschleiß). Fehlende oder zu kurze Verzögerungen können zu abruptem Anschlagen der Türen führen.

Alle diese Parameter werden in der Aufzugssteuerung bzw. am Türsteuergerät hinterlegt und können durch fachkundiges Personal angepasst werden. Das Facility Management sollte darauf achten, dass Einstellungen stets innerhalb der zulässigen Normgrenzen liegen (z. B. maximale Schließgeschwindigkeit und -kraft gemäß DIN EN 81) und einen sinnvollen Ausgleich zwischen zügigem Betrieb und sicherem, komfortablem Ablauf bieten.

Moderne Aufzüge müssen so beschaffen sein, dass sie von allen Personen sicher und bequem genutzt werden können. Im Türbereich bedeutet dies insbesondere:

  • Ausreichende Tür-Offenhaltezeit: Die Türen sollten ausreichend lange geöffnet bleiben, damit auch Personen mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen oder Gepäck problemlos ein- und aussteigen können. Für barrierefreie Aufzüge fordert die einschlägige Norm (DIN EN 81-70) eine einstellbare Offenhaltezeit von mindestens einigen Sekunden (üblich sind mindestens ~6 Sekunden, bei Bedarf verlängerbar bis ~20 Sekunden). Zusätzlich sind oft spezielle „Tür-Auf länger offen halten“-Taster oder Automatikfunktionen vorhanden, um mobilitätseingeschränkten Personen mehr Zeit zu geben.

  • Klare Wahrnehmbarkeit des Türbereichs: Die Kabine und insbesondere der Türdurchgang sollten gut beleuchtet und kontrastreich gestaltet sein. Markierungen oder kontrastierende Türrahmen helfen sehbehinderten Nutzern, den Türbereich zu erkennen. Auch akustische Signale (z. B. Gong oder Ansage „Türen öffnen/schließen“) können die Orientierung erleichtern und ankündigen, wann sich die Türen bewegen.

  • Sanfter, vorhersehbarer Türlauf: Der Türantrieb sollte so eingestellt sein, dass keine ruckartigen Bewegungen auftreten. Ein optimierter Türlauf vermeidet ein plötzliches „Zuschnappen“ der Türen. Stattdessen schließen die Türen mit moderater, gleichmäßiger Geschwindigkeit und bremsen kurz vor dem Endanschlag weich ab. Dies erhöht den Komfort und verringert das Risiko, dass Personen sich erschrecken oder eingeklemmt fühlen. Außerdem wird unnötiger mechanischer Stress auf die Türbauteile vermieden, was wiederum der Lebensdauer zugutekommt.

Aufzugstüren verfügen über Schutzmechanismen, um bei Hindernissen einen Unfall zu verhindern:

  • Reversieren bei Hindernis: Sobald während des Schließvorgangs ein Hindernis im Türbereich erkannt wird – entweder durch Unterbrechen der Lichtschranke oder durch Überschreiten der zulässigen Schließkraft – wird der Schließvorgang automatisch abgebrochen. Die Tür stoppt und öffnet sofort wieder vollständig, um das Hindernis (z. B. eine Person oder ein Gegenstand) aus dem Gefahrenbereich zu lassen. Dies erfolgt ohne Zutun der eingequetschten Person, d. h. der Schutzmechanismus ist automatisch.

  • Wiederholter Schließversuch: Nachdem das Hindernis entfernt wurde (bzw. die Lichtschranke wieder frei ist), versucht die Steuerung nach kurzer Verzögerung erneut, die Türen zu schließen. Die Anzahl der automatischen Wiederholungsversuche ist in der Regel begrenzt – beispielsweise unternimmt der Aufzug häufig 2 oder 3 Schließversuche. Bleibt der Türweg weiterhin blockiert (etwa weil ein Gegenstand in der Türschwelle klemmt oder jemand absichtlich in der Tür steht), geht die Anlage in Störung. In diesem Fall bleiben die Türen aus Sicherheitsgründen offen stehen und es ertönt ggf. ein Warnsignal; der Fahrkorb fährt nicht ab, bis eine Störungsbeseitigung erfolgt.

Blockaden und Fehlverhalten

  • Anlagestillstand bei wiederholter Blockade: Wenn eine Tür ständig blockiert ist oder nicht ordnungsgemäß schließen kann (z. B. durch einen zwischen Tür und Schwelle eingeklemmten Gegenstand oder dauerhaft unterbrochene Lichtschranken), versetzt sich die Aufzugsanlage aus Sicherheitsgründen in einen Stillstand. Der Aufzug geht also außer Betrieb, um Gefahr zu vermeiden. Für die Nutzer bedeutet dies, dass sie evtl. im Fahrkorb eingeschlossen bleiben, bis die Störung behoben wird.

  • Störmeldungen und Alarme: Typische Türfehler (wie „Tür lässt sich nicht verriegeln“ oder „Türzeitüberschreitung“) lösen im Steuerungssystem eine Fehlermeldung aus. Je nach Aufzugsmodell kann dies auch mit einem akustischen Alarm oder einem automatischen Notruf einhergehen, insbesondere wenn Fahrgäste im Kabine eingeschlossen sind. Moderne Anlagen verfügen über Ferndiagnose oder automatische Meldungen an eine Notrufzentrale, sobald türbedingte Störungen auftreten.

  • FM-Maßnahmen bei wiederkehrenden Türproblemen: Aus Sicht des Facility Managements ist es essenziell, wiederholte Türstörungen systematisch zu erfassen. Tritt z. B. immer wieder die Meldung „Tür blockiert“ auf, so sollte gemeinsam mit der Wartungsfirma die Ursache analysiert werden. Mögliche Ursachen sind Verschmutzungen (Türschwellen voller Schmutz oder Fremdkörper), mechanischer Verschleiß (ausgeleierte Scharniere, Führungen) oder auch Benutzerverhalten (z. B. das Festhalten der Türen). Nach Ursachenanalyse sind Gegenmaßnahmen einzuleiten: etwa Anpassung von Türparametern (längere Offenhaltezeit, geringere Geschwindigkeit), intensivere Reinigung der Türbereiche, Austausch verschlissener Komponenten oder Aufklärung der Nutzer (Hinweisschilder, kein Verkeilen der Tür). Ziel ist es, die Zuverlässigkeit der Türfunktion dauerhaft sicherzustellen und Störungen zu minimieren.

Ein plötzlicher Stromausfall betrifft auch das Türsystem des Aufzugs:

  • Kein automatisches Öffnen ohne Notstrom: Standard-Personenaufzüge ohne Notstromversorgung bleiben bei Netzausfall einfach stehen, wo sie gerade sind. Die Kabinen- und Schachttüren bleiben in ihrer aktuellen Position verriegelt. Befindet sich der Fahrkorb zwischen zwei Etagen, können die Türen nicht automatisch geöffnet werden – sie sind elektromechanisch blockiert, um einen Absturz oder das Öffnen ins Leere zu verhindern. Eingeschlossene Personen müssen in diesem Fall warten, bis Hilfe eintrifft.

  • Notentriegelung durch Fachpersonal: Bei anhaltendem Stromausfall oder falls kein automatisches Notabsenkungssystem vorhanden ist, erfolgt die Personenbefreiung manuell. Geschultes Personal (z. B. ein Aufzugswart oder der Notdienst der Wartungsfirma) nutzt eine manuelle Notentriegelung an der Schachttür (mit einem speziellen Dreikantschlüssel) oder betätigt am Antrieb die Handabsenkung, um den Fahrkorb zur nächsten Etage zu bewegen. Erst dann können die Türen sicher geöffnet und die Fahrgäste befreit werden. Dieser Vorgang ist in einem Notfallplan festgelegt, den der Betreiber bereithalten muss.

  • Notbeleuchtung und Notruf: Während des Stromausfalls sorgt eine batteriebetriebene Notbeleuchtung innerhalb der Kabine dafür, dass es nicht völlig dunkel ist. Dadurch können die Eingeschlossenen z. B. die Notruftaste finden. Die Notrufeinrichtung selbst ist ebenfalls über eine Notstrombatterie gepuffert, sodass auch bei Ausfall der Hauptversorgung ein Hilferuf (Sprechverbindung zur ständig besetzten Notrufzentrale) möglich ist. Die Türen bleiben so lange geschlossen, bis die Befreiung durchgeführt wird – ein unkontrolliertes Öffnen der Türen bei Stromausfall ist aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen.

Das Facility Management fungiert als Schnittstelle zwischen den Aufzugsnutzern und der Technik. Hinweise und Beschwerden von Nutzern zum Türverhalten sollten daher ernst genommen werden:

  • Typische Nutzerwahrnehmungen sind z. B.: „Die Tür schließt zu schnell“, „Die Tür geht ständig wieder auf, obwohl niemand mehr einsteigt“, „Die Tür klappert beim Öffnen/Schließen“ oder „Die Tür braucht ewig zum Schließen“. Solche Rückmeldungen deuten auf mögliche Optimierungspotenziale oder Wartungsbedarfe hin.

  • Auswertung und Reaktion: Das FM sollte eingehende Beschwerden dokumentieren und überprüfen. Gehäufte Meldungen, dass die Tür „zu aggressiv“ schließt, können etwa darauf hindeuten, dass die Schließgeschwindigkeit oder -kraft neu justiert werden muss. Beschwerden über ständige Wiedereröffnungen könnten auf eine falsch eingestellte Lichtschranke (zu sensibel oder verschmutzt) deuten. Ein Klappern oder Schleifgeräusch wiederum signalisiert oft mechanischen Verschleiß oder mangelnde Schmierung. All diese Hinweise sollten zeitnah an die Wartungsfirma kommuniziert werden, damit diese die Tür überprüft und Einstellungen bzw. Reparaturen vornimmt. Für das FM ist eine hohe Nutzerzufriedenheit wichtig – ein ruhig und berechenbar funktionierendes Türsystem trägt wesentlich dazu bei.

Einfache Kontrollen im Rahmen von Rundgängen

Facility-Management-Personal kann ohne tiefe technische Eingriffe regelmäßig einfache Sicht- und Funktionskontrollen an den Aufzugstüren durchführen. Dies geschieht z. B. im Zuge von Gebäude-Rundgängen oder durch einen beauftragten Aufzugswärter (nach TRBS 3121 ist eine regelmäßige Inaugenscheinnahme der Aufzugsanlage gefordert).

Dabei können folgende Punkte geprüft werden:

Kontrollfeld

Einfache Beobachtung (ohne technische Eingriffe)

Türlauf

Öffnet und schließt die Tür gleichmäßig, ohne ungewöhnliches Ruckeln oder Anschlagen?

Geräusche

Treten beim Türlauf unübliche Geräusche auf (Quietschen, Schleifen oder Schlagen)?

Türbereich

Ist der Bereich der Türschwelle und der Lichtschranken sauber und frei von Fremdkörpern?

Kabinentür innen

Sind an der inneren Kabinentür alle Verkleidungen, Dichtungen und Schrauben fest? Keine lockeren Teile oder sichtbare Beschädigungen?

Festgestellte Auffälligkeiten werden durch das FM umgehend dokumentiert – z. B. in einem Kontrollprotokoll oder einer digitalen Wartungs-App – und anschließend über definierte Meldewege an die zuständige Wartungsfirma gemeldet. So können kleine Probleme (wie beginnende Geräuschentwicklung oder Verschmutzungen) behoben werden, bevor sie zu Störungen führen.

Ein reibungsloser Betrieb des Aufzugs erfordert ein enges Zusammenwirken zwischen Facility Management und der beauftragten Wartungsfirma, besonders im Bereich der Türen:

  • Klare Zuständigkeiten: In den Verträgen und Arbeitsanweisungen sollte festgelegt sein, wer welche Aufgabe übernimmt. Das Facility Management plant und koordiniert die Wartungstermine, sorgt für Zugang zu den Anlagen und informiert die Wartungsfirma über beobachtete Probleme (z. B. wiederholte Türstörungen oder Nutzerbeschwerden). Die Wartungstechniker wiederum sind dafür verantwortlich, die Türmechanik und -steuerung fachgerecht zu warten, zu justieren und defekte Teile auszutauschen. Beide Seiten sollten eng kommunizieren, insbesondere wenn sicherheitsrelevante Mängel an den Türen festgestellt wurden.

  • Berichte auswerten: Nach jeder Wartung oder Reparatur erstellt die Fachfirma einen Bericht. Darin enthaltene Hinweise auf Türprobleme (z. B. „Türschließkontakt neu justiert“ oder „Türschwelle gereinigt wegen Verschmutzung“) geben dem Facility Manager Aufschluss, ob und warum bestimmte Störungen gehäuft auftreten. Auch Störungsmeldungen aus dem Aufzugssystem (Fehlerprotokolle) sollten regelmäßig gemeinsam analysiert werden. So lässt sich erkennen, ob etwa bestimmte Etagen besonders oft von Türblockaden betroffen sind oder ob ein Bauteil (z. B. der Antrieb) Alterserscheinungen zeigt. Diese Erkenntnisse fließen dann in die FM-Planung ein (z. B. Entscheidung über eine vorbeugende Modernisierung der Türsteuerung, falls veraltet).

  • Anpassung von Reinigung und Inspektion: Stellen sich in der Auswertung regelmäßig Probleme im Türbereich heraus, kann das FM gegensteuern. Beispielsweise könnten bei häufig verschmutzten Türschwellen die Reinigungsintervalle erhöht oder Schmutzabweiser installiert werden. Bei wiederkehrenden Fehlbedienungen durch Nutzer (z. B. Blockieren der Türen) könnten Aufklärungsschilder angebracht oder Zugangsberechtigungen angepasst werden. Zudem kann man in Abstimmung mit der Wartungsfirma zusätzliche Kontrollen oder Wartungsschritte vereinbaren – etwa eine Zwischenwartung nur für die Türen nach einer bestimmten Anzahl von Türzyklen. Alle Änderungen und besonderen Vorkommnisse werden im Betriebstagebuch der Aufzugsanlage festgehalten, sodass die Türperformance auch langfristig nachvollziehbar bleibt.