Planung und Konzeption von Aufzugsanlagen
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Planung und Konzeption von Aufzugsanlagen
Aufzugsanlagen sind in vielen Gebäuden kritische Infrastrukturen: Sie sorgen für Barrierefreiheit, Nutzungsqualität und Barrierefreiheit, haben einen wesentlichen Einfluss auf Betriebssicherheit, Energieverbrauch und Kosten und sind gleichzeitig stark reguliert. Fehler in der Planung oder unklare Betreiberkonzepte führen zu erhöhten Risiken (z.B. Störungen, Rettungsereignisse, Haftungsfragen), ineffizienter Auslastung und vermeidbaren Kosten für Modernisierung und Instandhaltung während des Lebenszyklus. Ein FM-orientierter, ganzheitlicher Ansatz – von der Bedarfsanalyse über die Planung und Ausschreibung bis hin zum Regelbetrieb – erhöht die Verfügbarkeit, schafft Rechtssicherheit und schafft Transparenz über Leistungen, Risiken und Budgets. Für Betreiber und FM-Manager ist es entscheidend, Anforderungen aus Nutzung, Sicherheit, Energieeffizienz und Digitalisierung bereits in einer frühen Phase der Konzeption miteinander zu verknüpfen. Ziel dieses Leitfadens ist es, eine revisionsfähige, praxisnahe Grundlage zu schaffen, die technische, rechtliche und organisatorische Aspekte integriert und Entscheidungen verlässlich dokumentierbar macht.
Strategische Aufzugskonzeption im Facility-Management
- Rahmenbedingungen
- Planungsprinzipien
- Grundlagen der Verkehrsanalyse
- Planungsgrundlagen
- Schnelle Checkliste
- Planung von Wartungs-
- Betriebskonzept
- Systemintegration
- Energieeffizienz
- Kurzcheckliste Komfort
- Handlungsempfehlungen
- Handlungsempfehlungen
- Typische Fallstricke
- Kontinuierliche Aktualisierung
Der Betrieb von Aufzugsanlagen ist durch die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und die Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) klar geregelt:
BetrSichV §3: Risikobewertung und Ableitung von Schutzmaßnahmen – bereits vor Beschaffung/Änderung zu berücksichtigen.
BetrSichV §15: Prüfpflichten über zugelassene Prüfstellen (ZÜS), einschließlich wiederkehrender Haupt- und Zwischenprüfungen.
TRBS 1111: Systematik der Risikobewertung (Lebenszyklusbetrachtung, Dokumentation, Aktualisierung).
TRBS 1201: Durchführung und Dokumentation von Prüfungen, Bewertung von Änderungen/Ereignissen.
TRBS 3121: Bedienung von Aufzugsanlagen, Organisation der persönlichen Befreiung, Interventionszeiten, Qualifizierung und Unterweisung.
Zweck
Die Planung und Optimierung von Aufzugsanlagen basiert auf wenigen, klar definierten Parametern sowie auf methodischen Verkehrsanalysen. Dieses Kapitel klärt die Terminologie, beschreibt die Berechnungslogik hinter Kapazität und Servicequalität und skizziert Kontrollprinzipien. Es zeigt auch auf, welche Betreiberpflichten bereits in der Planungsphase zu beachten sind.
Wichtige Kennzahlen
Nennlast und Anzahl der Personen
Die Nennlast ist die vom Hersteller angegebene zulässige Tragfähigkeit der Kabine [kg].
Die nominale Personenzahl wird in der Regel mit 75 kg pro Person abgeleitet (z.B. 1.000 kg ≙ 13 Personen).
Für Verkehrsberechnungen wird ein Belegungsfaktor (typischerweise 70–85 % der eingegebenen Personenzahl) berechnet, um die Belastungen realitätsnah abzubilden.
Handhabungskapazität (5-Minuten-Handhabungskapazität)
Beschreibt den Anteil der relevanten Gebäudebevölkerung, der innerhalb von 5 Minuten transportiert werden kann [%].
Abhängig von: der Anzahl der Aufzüge in einer Gruppe, der nutzbaren Kabinenkapazität, der Hin- und Rückfahrzeit (RTT) und der berücksichtigten Bevölkerung (z. B. Büroetagen).
Praktisch: Je kürzer die RTT und je höher die nutzbare Kabinenkapazität pro Fahrt, desto größer die Abfertigungskapazität.
Hin- und Rückfahrzeit (RTT)
Zeit für einen kompletten Transportzyklus im gewählten Verkehrsszenario (z. B. Hochsaison): Türzeiten, Beschleunigung/Bremsen, Fahrzeiten zwischen den Stockwerken, Stopps, Ein- und Ausstiegszeiten.
RTT ist die Schlüsselfunktion, über die die Steuerung und die Türparameter die Kapazität beeinflussen.
Durchschnittliche Wartezeit (AWT)
Zeitspanne zwischen Flurruf und Türöffnung der zugewiesenen Kabine.
Primärer Komfort- und Serviceindikator; stark abhängig von der Managementstrategie und der Kapazitätsauslastung.
Durchschnittliche Reisezeit (ATT)
Zeitspanne zwischen Rufzustellung und Ankunft an der Zielhaltestelle (einschließlich Warte-, Tür- und Fahrzeit).
Besonders relevant für die Nutzerzufriedenheit in Hochhäusern, Hotels und im Gesundheitswesen.
Intervall (INT)
Mittlere Zeit zwischen aufeinanderfolgenden Kabinenankünften auf einer Referenzetage (z. B. Lobby).
Untere Intervalle korrelieren mit niedrigeren AWT, sind aber kapazitiv und energetisch ausgeglichen.
Verkehrsanalysen kombinieren Gebäudenutzung, Bevölkerungsannahmen und Steuerungsstrategien, um verlässliche Entwurfsparameter zu schaffen.
Drehbücher
Up-Peak (morgendlicher Ansturm im Büro): Hauptstrom von der Lobby nach oben.
Down-Peak (Office Evening Rush): Hauptstrom nach unten, oft vorteilhaft bei Target Calling.
Verkehr in beide Richtungen oder gemischter Verkehr (Mittagsspitzen, Hotel/Einzelhandel): gleichzeitige Auf- und Abwärtsströme.
Spezialprofile (Krankenhauslogistik, Schichtwechselbranche): priorisierte Fahrten, Betten-/Ladungstransporte.
Bevölkerungs- und Ankunftsmodelle
Relevante Grundgesamtheit (Referenzniveau: Bewohner der Lobby, Gebäudebelegung pro Etage).
Ankunftsprozesse als stochastische Größen (zeitabhängig, oft peakorientiert); für die Grobplanung.
Methodologie
Vorkonstruktion mit analytischen Methoden (RTT/HC-Ansätze) auf Dimensionszahl, Tragfähigkeit, Drehzahl.
Verifikation mit Mikrosimulationen (insbesondere für Destination Call Control, Multi-Zone- und Sky-Lobby-Konzepte).
Sensitivitätsanalysen von Türzeiten, Belegungsfaktoren, Rufstrategie und Etagenverteilung.
Typische Zielwerte (Ausrichtung, abhängig von Gebäudetyp und Konzept)
Büro-/Hochhaus: AWT 20–30 s; Umschlagleistung 12–17 %/5 min; INT 25–35 S.
Hotel/Einzelhandel/Öffentlich: AWT 25–35 s; Umschlagleistung 10–15 %/5 min.
Wohnbau: AWT 30–45 s; Umschlagleistung 7–10 %/5 min.
Gesundheit/Pflege (für die Öffentlichkeit zugänglich): AWT 25–35 s; Für betriebliche vorrangige Fahrten gelten gesonderte Anforderungen.
Industrie/Logistik (Personenverkehr): AWT 25–40 s; Der Güterverkehr wird hinsichtlich der Kapazität gesondert betrachtet.
Strategie zur Dimensionierung
Leiten Sie die Anzahl der Aufzüge pro Gruppe, die Kabinengröße/Tragfähigkeit, die Geschwindigkeit und die Türbreiten aus den Zielwerten für AWT/ATT und Umschlagleistung ab.
Berücksichtigen Sie die Förderhöhe, die Anzahl und die Verteilung der Stopps, die erwarteten Spitzenströme und die Redundanzanforderungen.
Auswahl des Kabel- oder Hydraulikantriebs je nach Förderhöhe, Fahrprofil und Energiezielen; Antriebsauslegung für erforderliche Fahrzyklen (Starts/h).
Parametrische Hebel
Erhöhung der Anzahl der Kabinen bzw. der nutzbaren Kabinenkapazität (Auslastungsfaktor durch Innenraumaufteilung, Handläufe, Türbreiten).
Geschwindigkeit und Beschleunigung im Komfortbereich; Optimierte Türzeiten.
Steuerung und Zonierung von Zielanrufen, um die Anzahl der Stopps pro Fahrt zu reduzieren.
Schnelle Checkliste für die Planung
Kabine: mindestens 1.100 × 1.400 mm; Türabstände ≥ 900 mm; Höhe des Handlaufs ca. 900 mm.
Vorraum: öffentlicher Manövrierbereich 1,50 m × 1,50 m, Wohnbereich mindestens 1,20 m × 1,20 m; stufenloser Zugang.
Bedienhöhen: COP-Obertaster/Notruf ≤ 1.200 mm; Sprechstellen 900–1.100 mm.
Informationen: taktile und Braille-Beschriftung; kontrastreiche, gut ablesbare Displays; Sprachansagen für Richtung/Etage.
Türen: anpassbare Öffnungszeiten; dichter Lichtvorhang; schwellenfreie Nivellierung (Plan ≤ ±10 mm, Ziel ≤ ±5 mm).
Notruf: zweikanalige Rückmeldung (akustisch/optisch), barrierefreie Zugänglichkeit und Verständlichkeit; regelmäßige Testzyklen.
Beleuchtung: ausreichend und blendfrei in der Kabine und in der Lobby; Gute Sichtbarkeit der Bedienelemente.
Nachweis: Mess- und Fotoprotokolle, Funktions- und Kontrastprüfungen, IWMS-Eintrag mit Abnahmecheckliste.
Planung von Wartungs- und Servicebereichen
Maschinenräume/Schaltschrankstandorte: Räumen frühzeitig definieren, ausreichend Freiflächen für Betriebs- und Austauschprozesse bereitstellen, klimatische Anforderungen laut Hersteller (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Staub) berücksichtigen.
Schaltschränke und Frequenzumrichter: Ergonomische Bedienhöhe, eindeutige Kennzeichnung, sichere Türöffnung (Schließung gegen unbeabsichtigtes Zuschlagen), Schutz vor unbefugtem Zugriff.
Hub- und Transportwege: Tragdecken/Verankerungspunkte für Aggregatetausch (Motor, Türen), Transportachsen ohne Engpässe planen; Logistische Koordination von Zugangshöhen/Lasten.
Medienversorgung: Ausreichend Steckdosen (Schutzkontakt mit Fehlerstromschutz), Arbeitsbeleuchtung, Notbeleuchtung, ggf. Druckluft-/Netzwerkanschluss für den Service.
Schnelle Checkliste für die Planung
Zugänge: Fester, sicherer Zugang zu MR/MRL, Schachtkopf/-grube; abschließbare Türen/Öffnungen; Rutschfeste Böden.
Unterstände: Schutz- und Durchgangsräume im Kopf/in der Grube, die der Norm EN 81-20 entsprechen; Inspektionssteuerungen mit Totmannfunktion und Not-Aus.
Offene Räume: ≥ 1 m² freie Arbeitsfläche vor den Bedienelementen; Volle Türöffnung, ergonomische Bedienhöhen.
Beleuchtung: ASR A3.4 konform; praxisorientiert 200–300 lx in Servicebereichen; getrennte Stromkreise, Notbeleuchtung.
Elektrik: RCD-geschützte Steckdosen, abschließbarer Hauptschalter (LOTO), eindeutige Stromkreismarkierung, DGUV-3 Prüfmanagement.
Hebe-/Austauschlogistik: Anschlagpunkte, Transportwege, geplante Türbreiten/-lasten; Priorität für sichere Gerätewechsel.
Dokumentation: Wartungsplan DIN EN 13015, digitale Systemakte, ZÜS/Notruf/Ausnahmegenehmigungen in CAFM/EAM.
Schnittstellen: BMS/IoT-Anbindung, Cybersicherheit nach IEC 62443, redundante Kommunikation für Notruf/Fernalarm.
Ordnung/Sauberkeit: Keine externe Lagerung in Grube/MR; Entwässerungs-/Staubschutz vorhanden; Klare Markierungen und Bedienungsanleitungen.
Kurzcheckliste Sicherheits- und Betriebskonzept
Notfall-/Fernalarm: EN 81-28-konform, 24/7 bemannt, redundante Kommunikation, automatische und manuelle Tests, vollständige Protokolle.
Befreiungskonzept: Schriftlich nach TRBS 3121, Interventionsziel ≤ 30 Minuten, Rollen/Befehlskette klar, regelmäßige Übungen.
Einsatzplan: Zugang, Schlüsselverwaltung, Standortpläne, Ausrüstung, Kontaktliste; Jährliche Aktualisierung.
Garantie bedeutet: ARD nach Netzausfall, Notstrom/USV für definierte Betriebsfälle, Ersatzteilstrategie, Benutzerinformationen.
Schnittstellen: Brand-/Brand-/Evakuierungsbetrieb getestet; BMS-Kupplung dokumentiert und geprüft.
Nachweis: IWMS-basierte Speicherung aller Tests/Übungen/Einsätze; KPI-Monitoring und CIP-Prozess etabliert.
Technische Systeme und Systemintegration
Antrieb/Sicherheit: Geeignete Antriebsart ausgewählt; Schutzfunktionen nach EN 81-20/50 vollständig; UCM/ARD; Energiezähler installiert.
Steuerung: Zielruf-/Zonenlogik definiert; Peak/Eco-Profile; spezifizierte vorrangige und besondere Operationen; Türparameter aufeinander abgestimmt.
IoT/Ferndiagnose: Parametersatz, Ereigniscodeliste, Protokolle (OPC UA/BACnet/MQTT) definiert; Edge-Gateway, Pufferung, Zeitstempel.
BIM/COBie: Vollständige Anlagen- und Wartungsdaten, Verknüpfungen von Dokumenten; Übergabeformat/Validierung geplant.
BMS/IWMS: Datenpunktliste mit Alarmklassen; IST-Testskripte; NTP-Synchronisation; Rollen/Befehlsrechte.
Cybersicherheit: Zonen-/Conduit-Design, Firewall-Regeln, VPN/MFA, Patch-/Backup-Prozesse; Sicherheitsanforderungen in Verträgen.
Beweisführung: Protokolle für Inbetriebnahme, Sicherheitstests, Kommunikations- und Failover-Tests; Lagerung in CAFM/EAM.
Checkliste zur Energieoptimierung mit Nachweis
Ziele und Nachweise VDI 4707 Zielklasse vertraglich festgelegt; ISO 25745-2 Messkonzept mit definierten Messpunkten, Intervallen, Dauer (Nachweis: Ausschreibung, Messplan).
Energiezähler verfügbar (MID-konform oder kalibriert), Datenanbindung an GLT/IWMS (Nachweis: Datenpunktliste, Probenauszug).
Antrieb und KomponentenRekuperationsfähigkeit getestet/realisiert; Berücksichtigung der EMV-/Netzqualität (Nachweis: Herstellerangaben, Inbetriebnahmeprotokoll).
LED-Beleuchtung Kabine/Schacht; Bedarfsgerechte Lüftung (Nachweis: Spezifikation, Fotodokumentation).
Steuerung/Parametrierung: Öko-Profile aktiv (Schlafzeiten, Parkstrategien, Abschaltung von Kabinen außerhalb der Spitzenzeiten); Türzeiten adaptiv (Nachweis: Parameterliste, Prüfprotokoll).
Zielrufsteuerung implementiert/konfiguriert; Prioritätslogik optimiert für Energie und Service (Verifizierung: FAT/SAT-Protokolle).
Hydraulikspezifische frequenzgeregelte Aggregate, Öltemperaturmanagement, Leckage-/Auffangkonzept (Nachweis: technische Datenblätter, Prüfbericht).
Monitoring/ESGKPI-Set: kWh/Fahrt, kWh/Tag, Standby-Anteil, Spitzenleistung, CO2e/Fahrt; Dashboard-Einrichtung (Beweis: Screenshot/Bericht).
Überprüfungszyklus (vierteljährlich) und Maßnahmenliste mit verantwortlichen Personen/Terminen (Nachweis: Protokoll, IWMS-Tickets).
Abnahme/Messung: ISO 25745-2 Abnahmemessung durchgeführt; Abgleich mit Zielwerten; Abweichungsanalyse und Nachjustierung (Nachweis: Messbericht, Maßnahmenplan).
Mit klar definierten Zielen, messbaren Parametern und einer integrierten Betriebsorganisation lässt sich die Energieeffizienz von Aufzügen transparent steuern – ökonomisch, ökologisch und auditierbar über den gesamten Lebenszyklus.
Kurzcheckliste Komfort und Akzeptanz
ISO-18738-1 Fahrkomfort: Rampen, Vibrationen, Synchronisation gemessen und im Zielkorridor.
Nivellierung: Zielwerte (z.B. ≤ ±5 mm, Betten ≤ ±3 mm) erreicht; Wiederholbarkeit.
Akustik: Schallschutzziele, die projektbezogen definiert und gemessen werden; Körperschallbrücken werden eliminiert.
Bedienung: EN 81-70-konforme Höhen, taktile/Braille-Beschriftung, akustische/visuelle Rückmeldung; Adaptive Türzeiten.
Gestaltung: blendfreie Beleuchtung, rutschfeste Böden, Handläufe, klare Beschilderung; ausreichend Bewegungsflächen.
Nachweis: Mess- und Abnahmeprotokolle vollständig; IWMS-Eintrag, Verfolgung von Maßnahmen, regelmäßige Überprüfungen.
Die Planung und der Betrieb von Aufzugsanlagen gelingt zuverlässig, wenn technische Konstruktion, Rechtskonformität und Betriebsorganisation als kontinuierlicher Lebenszyklusprozess verstanden werden. Schlüssel:
Compliance by Design: Produktkonformität (EU-Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU, CE) und betriebliche Konformität (BetrSichV, TRBS) sind bereits im Konzept verankert und werden bei der Vergabe von Aufträgen messbar gefordert.
Performance-basiertes Design: Die Dimensionierung basiert auf Verkehrsanalysen (HC/RTT, AWT/ATT), Zielruf- und Gruppenlogiken; Verfügbarkeit, Redundanz (N-1) und Notbetrieb sind integrale Voraussetzungen.
Sicherheit und Organisation: Notruf/Fernalarm (EN 81-28), Ausnahmekonzept (TRBS 3121), Feuerwehr- und Feuerwehreinsatz (EN 81-73/72) und Evakuierungslifte (ISO/TS 18870, DIN 18009-2) werden vollständig geplant, geprüft und dokumentiert.
Zugänglichkeit und Wartbarkeit: EN 81-70/DIN 18040 definieren Barrierefreiheit; VDI 3810-6 und EN 81-20 sorgen für Wartungswege, Unterstände und sichere Arbeitsplätze.
Systemintegration und Daten: BMS/IWMS-Anbindung, IoT/Remote Monitoring, BIM/COBie-Datenübertragung und Cybersicherheit (IEC 62443) schaffen Transparenz, Effizienz und Resilienz.
Energie und Komfort: Effiziente Antriebe/Steuerungen (VDI 4707, ISO 25745-2), Standby-Management und Komfortmessungen (ISO 18738-1) werden als messbare Ziele vereinbart.
KPI- und SLA-Steuerung: Verfügbarkeit, MTBF/MTTR, Störquote, Freigabezeit, Notrufquote und Energieparameter dienen als betriebliche Steuerungsinstrumente.
Governance einrichtenRollen / RACI definieren: Operator Owner, Sicherheitsbeauftragter, Daten-/Cybersicherheitsbeauftragter, Vertragsmanager (SLA).
Governance einrichtenRollen / RACI definieren: Operator Owner, Sicherheitsbeauftragter, Daten-/Cybersicherheitsbeauftragter, Vertragsmanager (SLA).
Betreiberpflichten-Matrix (VDI 3810-6); Regeln für die Eskalation und Ersetzung von Dokumenten.
Konsequente Verwendung von IWMS/BMSDeadline-Kalender für ZÜS/DGUV/Wartung/Notrufprüfungen mit Eskalationen; KPI-Dashboard (Verfügbarkeit, MTTR, Notruftarif, kWh/Fahrt).
Sicherstellung der Datenqualität: Einheitliche Asset-IDs, Zeitstempel (NTP), definierter Ereigniskatalog, Schnittstellentests (ACTUAL).
Verankerungsschulungen und -übungenUnterweisung nach TRBS 3121 jährlich oder anlassbezogen; Notruf- und Rettungsübungen mit Leitstelle/Wartung dokumentiert.
Service- und Sicherheitseinweisungen für Hauspersonal, Rezeption, Sicherheit; Handlungsanweisungen liegen sichtbar vor.
Verträge wirksam machenSLA mit klaren Reaktions-/Interventions- und Wiederherstellungszeiten, Bonus/Malus; Verpflichtung zur Bereitstellung von Daten (IoT/Protokolle), Anforderungen an die Cybersicherheit (IEC 62443).
Vereinbaren Sie Ersatzteile und Obsoleszenzstrategie; Notstrom-/ARD-Funktionszertifikate als regelmäßige Leistungspflicht.
Energie- und KomfortmanagementVDI-4707 Zielklasse vertraglich vereinbart; Implementierung des Messplans ISO 25745-2; Vierteljährliche Überprüfungen mit Maßnahmen (Türzeiten, Öko-Profile, Rekuperation).
Komfortaudits (ISO 18738-1) für Beschwerden/Änderungen; Nivellierungs- und Türreversierraten in der Überwachung.
Priorisierung des bestehenden PortfoliosDurchführung einer Bewertung nach EN 81-80; Maßnahmen der Stufe 1 (Sicherheit) sofort, Stufe 2 (Betrieb/Zugänglichkeit) mittelfristig, Stufe 3 (Energie) geplant; Stillstand und N-1-Konzepte.
Operationalisierung von Cybersicherheitszonen/Conduit-Design, RBAC, verschlüsselten Protokollen; Patch-/Backup-/Störungsprozesse; Sicherheit der Lieferkette und Zugangsregelungen in Wartungsverträgen.
Typische Fallstricke vermeiden
Unklare Zielwerte und fehlende Abnahmekriterien führen zu Streitigkeiten und Mehrkosten.
Eine nicht integrierte Notfall-/Ausnahmeorganisation gefährdet die Compliance und die Benutzer.
Vernachlässigte Wartungszugänge/Unterstände erschweren Inspektionen und erhöhen die Risiken.
Fehlende Daten- und Schnittstellenanforderungen verhindern KPI-Management und ESG-Reporting.
Normen und Regeln werden aktualisiert; Veränderungen müssen proaktiv integriert werden:
Etablierung der Normenüberwachung (EN 81 Reihe, TRBS, DIN EN 13015, VDI 3810-6, ISO 25745-2, IEC 62443).
Änderungsservice im IWMS: Standard-Updates, betroffene Checklisten/Prozesse, Schulungsbedarf, Parameteranpassungen.
Lessons Learned- und CIP-Runden mindestens einmal im Jahr; Abgleich mit Audit- und KPI-Ergebnissen.
