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Lastverteilung innerhalb der Kabine

Facility Management: Aufzugsmanagement » Aufzüge » Nutzerinteraktion und Nutzungsverhalten » Lastverteilung innerhalb der Kabine

Lastverteilung innerhalb der Kabine im Aufzugsanlagen

Die Lastverteilung innerhalb einer Aufzugskabine bezeichnet die Art und Weise, wie Personen, Güter oder z.B. Krankenhausbetten auf der Bodenfläche der Kabine angeordnet sind. Diese räumliche Verteilung der Gesamtlast (Eigengewicht der Kabine plus Zuladung) hat unmittelbaren Einfluss darauf, wie der Kabinenboden und der tragende Kabinenrahmen belastet werden. Auch die Fahrweise des Aufzugs wird davon beeinflusst: Eine ungünstige Lastverteilung kann den Schwerpunkt der Kabine verschieben, was wiederum Auswirkungen auf die Tragmittel (Seile/Gurte), die Führungsschienen und das Türsystem haben kann. Insbesondere die Haltegenauigkeit an den Etagen (das präzise Nivellieren der Kabine auf Bodenniveau) und der einwandfreie Türlauf hängen mit einer ausgeglichenen Beladung zusammen. Aus Sicht des Facility Managements ist die Lastverteilung ein wichtiger Betriebsparameter. Eine unsachgemäße oder einseitige Beladung der Kabine kann die Betriebssicherheit beeinträchtigen, zu vermehrten Störungen führen, den Verschleiß von Komponenten beschleunigen und die Barrierefreiheit für Nutzer (z.B. Rollstuhlfahrer) einschränken. Daher muss die Thematik Lastverteilung systematisch in die Nutzungsregeln für Aufzüge einfließen. Sowohl in Schulungen für Personal und Mieter als auch in Betriebsanweisungen sollte auf eine gleichmäßige und sichere Lastverteilung hingewiesen werden. Ebenso ist bei der Analyse von Störungen (etwa häufige Türprobleme oder Fehlermeldungen) stets zu prüfen, ob eine falsche Beladung der Kabine als Ursache infrage kommt.

Lastverteilung innerhalb der Aufzugskabine

Begriffsverständnis

  • Lastverteilung: Die räumliche Verteilung der Gesamtlast (Eigengewicht der Kabine plus Personen und Güter) auf die Kabinenfläche. Sie beschreibt also, wo innerhalb der Kabine die Gewichte stehen oder liegen.

  • Relevanz: Die Lastverteilung beeinflusst insbesondere die Lage des Gesamtschwerpunkts der Kabine und die Beanspruchung der tragenden Struktur. Außerdem wirkt sie sich auf den Türlauf, die Haltenauigkeit (Genauigkeit des Halts auf Etagenhöhe) und das Fahrverhalten des Aufzugs aus. Eine gleichmäßige Verteilung begünstigt einen ruhigen, störungsfreien Betrieb, während eine extreme oder einseitige Verteilung diese Aspekte nachteilig beeinflussen kann.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Ziele und ihren Bezug zur Verteilung der Last innerhalb der Kabine:

Schutzziel

Bezug zur Lastverteilung in der Kabine

Personensicherheit

Keine gefährliche Schieflage oder Stolperkante: Durch ausgeglichene Beladung wird vermieden, dass die Kabine sich einseitig neigt oder an einer Etage nicht plan hält. Ebenso werden keine Gegenstände so positioniert, dass sie den Türbereich blockieren – das schützt die Fahrgäste vor Kipp- oder Stolperunfällen und verhindert, dass Personen von klemmenden Türen eingequetscht werden.

Anlagenschutz

Begrenzung von Überlastschäden: Eine gleichmäßig verteilte Last verhindert, dass Kabinenboden und -rahmen punktuell oder einseitig überlastet werden. So wird z.B. vermieden, dass ein einzelnes Kabineneck oder die Türschwelle durch extreme Lasten beschädigt oder verbogen wird. Insgesamt schützt dies die Aufzugsanlage vor vorzeitigem Verschleiß und strukturellen Schäden.

Betriebssicherheit

Störungsfreier Fahrbetrieb: Eine ausgewogene Lastverteilung reduziert technische Störungen. Türen können ungehindert öffnen und schließen, weil keine Ladung im Weg steht oder die Kabine verkantet ist. Falsche Überlastanzeigen (Alarm trotz Einhaltung der Nennlast) werden vermieden. Der Aufzug fährt ruckfrei und hält genau, was den Fahrkomfort erhöht und unplanmäßige Anlagenstillstände reduziert.

Barrierefreiheit

Uneingeschränkte Nutzbarkeit: Insbesondere in barrierefreien Aufzügen sorgt die korrekte Verteilung der Personen und Hilfsmittel dafür, dass ausreichend Bewegungsraum bleibt. Rollstuhlfahrer oder Personen mit Gehhilfen können sicher rangieren, weil z.B. niemand sperriges Gepäck in Durchgängen abstellt. Auch Krankenhausbetten passen nur dann mühelos hinein und heraus, wenn keine ungünstig verteilten Hindernisse in der Kabine stehen.

Wirtschaftlichkeit

Langlebigkeit und planbare Instandhaltung: Gleichmäßige Lasten schonen die Technik – Seile, Führungsrollen, Kabinenboden und Türmechanik nutzen sich gleichmäßiger und langsamer ab. Dadurch fallen weniger Reparaturen an und die Lebensdauer der Anlage steigt. Das wiederum ermöglicht es, Modernisierungen rechtzeitig und geplant durchzuführen, anstatt wegen plötzlich auftretender Schäden außerplanmäßig eingreifen zu müssen.

Kabinenstruktur und Lastpfade

  • Die Kabinenbodenplatte und der Kabinenrahmen (Tragrahmen der Kabine) nehmen die Last der Zuladung auf und leiten sie weiter. Über die Aufhängungspunkte am Kabinenrahmen wird das Gewicht in die Tragmittel (Aufzugsseile oder Tragriemen) eingeleitet. Die Konstruktion der Kabine ist also so ausgelegt, dass sie Lasten aus dem Innenraum nach oben an die Befestigungspunkte verteilt. Eine zentrale oder symmetrische Beladung ermöglicht eine gleichmäßige Kraftableitung in alle Aufhängungspunkte.

  • Punktlasten – also Lasten, die auf sehr kleiner Fläche einwirken, etwa die schmalen Rollen eines Transportwagens oder die Kanten einer Palette – erzeugen lokal eine viel höhere Beanspruchung als flächig verteilte Lasten. Ein schweres Einzelstück, das mit kleinen Aufstandsflächen (z.B. Räder eines Hubwagens) auf dem Kabinenboden steht, kann den Boden an dieser Stelle stark durchbiegen oder das Material dort bleibend verformen. Selbst wenn die gesamte Zuladung unter der Nennlast bleibt, können solche Punktlasten den Kabinenboden und die darunterliegende Struktur überlasten.

  • Konzentriert sich ein großer Teil der Nutzlast nah an der Türseite der Kabine, führt dies zu einer einseitigen Belastung der vorderen Kabinenstruktur. Die Türschwelle (der Bodenbereich im Türrahmen) wird dann übermäßig beansprucht, da dort beim Beladen und Entladen die größten Kräfte auftreten. Auch die seitlichen Führungsschienen und Befestigungspunkte der Kabine erfahren in diesem Fall ungleiche Kräfte: Die Kabine kann minimal nach vorne kippen oder stärker an den vorderen Führungen reiben. Dies kann auf Dauer den Türlauf beeinträchtigen (z.B. Verkanten der Türen bei Verformung der Schwelle) und erhöht Verschleiß an Führungen und Rollen auf der stärker belasteten Seite.

Tragmittel, Aufhängung, Schwerpunktlage

Aspekt

Grundzusammenhang

Tragmittel & Aufhängung

Ein Aufzugskabine hängt meist an mehreren Aufhängungspunkten, über die die Last in die Tragmittel (Seile oder Gurte) eingeleitet wird. Bei einem Seilaufzug beispielsweise ist der Kabinenrahmen oft an zwei bis vier Punkten mit den Tragseilen verbunden. Eine gleichmäßige Beladung sorgt dafür, dass alle Seile annähernd gleich belastet sind.

Schwerpunktlage

Die Lage des Gesamtschwerpunkts der Kabine verändert sich je nach Verteilung der Nutzlast. Wird ungleichmäßig beladen – etwa alle Personen stehen vorn links – verschiebt sich der Schwerpunkt aus der geometrischen Mitte der Kabine in Richtung der Lastansammlung.

Auswirkungen

Eine verschobene oder einseitige Schwerpunktlage kann das Fahrverhalten beeinflussen. Die Kabine läuft eventuell nicht mehr vollkommen senkrecht in den Schienen, was zu leichtem Ruckeln oder Vibrieren während der Fahrt führt. Auch die Haltenauigkeit kann leiden: Hält der Aufzug mit verschobenem Schwerpunkt, kann es zu kleinen Höhenunterschieden zwischen Kabinenboden und Etagenboden kommen. Schließlich wirkt sich dies auf das Türverhalten aus – eine schief hängende Kabine belastet die Türmechanik einseitig, was zu Fehlstellungen oder erhöhtem Kraftaufwand beim Öffnen/Schließen führen kann.

Im Folgenden sind typische Kabinentypen mit ihren üblichen Lastszenarien und der jeweiligen Relevanz für die Lastverteilung aufgeführt:

Kabinentyp

Typische Beladungssituation

Besondere Aspekte der Lastverteilung

Personenaufzug

Personen (stehend), Handgepäck, Kinderwagen

Vermehrte Ansammlung im Türbereich (viele Fahrgäste drängen zur Tür); Gefahr der Überfüllung über Nennlast, wenn zu viele Personen zusteigen. Oft ungleichmäßige Verteilung, da Personen nicht bewusst auf Gewichtsverteilung achten.

Lasten- oder Warenaufzug

Paletten, Rollcontainer, Gitterboxen, schwere Einzelmaschinen

Häufig hohe Einzellasten und Punktlasten durch z.B. Hubwagenrollen. Die Beladung kann sehr einseitig sein (z.B. eine schwere Palette auf einer Seite). Erfordert bewusste Lastverteilung, um den Kabinenboden und die Tragmittel gleichmäßig zu belasten.

Serviceaufzug

Transportwagen für Wäsche, Reinigungsmittel, Catering-Equipment

Oft mehrere Wagen gleichzeitig in der Kabine. Durch hektische Betriebsabläufe (z.B. Hotel, Krankenhaus) häufige Be- und Entladevorgänge, bei denen Lasten nicht sorgfältig verteilt werden. Ungleichgewicht, wenn alle Wagen auf einer Seite stehen.

Bettenaufzug

Krankenhausbett mit Patient, dazu Begleitperson(en) und medizinische Geräte (Infusionsständer, Monitore)

Je nach Kabinengröße wird das Bett längs oder quer in die Kabine geschoben. Der Schwerpunkt des Bettes (Patientengewicht) sollte möglichst mittig in der Kabine zu liegen kommen, um Schieflasten zu vermeiden. Geräte und Begleitpersonen können die Verteilung beeinflussen, wenn sie sich alle auf eine Seite konzentrieren.

Hinweis

Diese Übersicht verdeutlicht, dass die Anforderungen an die Lastverteilung je nach Nutzung variieren. Im Personenaufzug steht z.B. die Sensibilisierung der Nutzer im Vordergrund, während bei Lastenaufzügen klare Vorgaben für die Platzierung schwerer Güter wichtig sind. Das Facility Management muss die jeweiligen Lastsituationen erkennen und entsprechende Maßnahmen (Regelungen, Beschilderungen, Schulungen) für jeden Aufzugstyp umsetzen.

Allgemeine Regeln für Personenaufzüge

Bei der Nutzung von Personenaufzügen ist grundsätzlich darauf zu achten, dass die Kabine nicht überladen und möglichst gleichmäßig belastet wird. Die Technischen Regeln für Aufzüge schreiben vor, dass der Fahrkorb gleichmäßig beladen und gegen Verrutschen der Ladung gesichert sein muss.

Daraus ergeben sich im Alltag folgende Grundregeln, die Fahrgäste und Betreiber einhalten sollten:

  • Verteilung der Personen: Fahrgäste sollten sich möglichst auf den Kabinenraum verteilen und nicht alle auf einer Seite oder direkt an der Tür stehen. Insbesondere der Türbereich ist freizuhalten, damit die Türsensoren (Lichtschranken) und die Türflügel ungehindert funktionieren können. Zudem wird so verhindert, dass bei einem plötzlichen Halt jemand an der Tür stolpert oder eingequetscht wird.

  • Position von Gepäck und Hilfsmitteln: Koffer, Kinderwagen, Rollatoren und ähnliche Gegenstände sind so in der Kabine zu platzieren, dass sie keine Tür oder Lichtschranke blockieren. Schwere Koffer sollten nicht alle an der gleichen Stelle abgestellt werden (z.B. nicht alle direkt neben der Tür), sondern verteilt, damit der Kabinenboden nicht einseitig belastet wird. Gegenstände lehnen nicht an den Türen an – das könnte die Türbewegung stören oder den Türschließmechanismus beschädigen.

  • Einhaltung von Nennlast und Nutzungszweck: Die im Fahrkorb angeschriebene Nennlast (kg) und die maximale Personenzahl dürfen keinesfalls überschritten werden. Personenaufzüge sind nicht dafür vorgesehen, als Improvisation für schwere Lasttransporte genutzt zu werden – sperrige oder sehr schwere Güter (Möbel, Palettenware etc.) sind nur in dafür ausgelegten Lastenaufzügen zu transportieren. Wird ein Personenaufzug zweckentfremdet beladen, drohen Überlastschäden und sicherheitstechnische Risiken.

Lasten-, Waren- und Serviceaufzüge

Für Aufzüge, die primär dem Gütertransport dienen (Lasten- und Warenaufzüge) oder im Servicebetrieb eingesetzt werden (z.B. in Hotels oder Krankenhäusern), gelten spezifische Beladeregeln.

Diese sollten im Facility Management klar definiert und den Nutzern (z.B. Lagerpersonal, Lieferanten, Reinigungsteams) vermittelt sein:

Thema

Grundregel im FM-Betrieb

Position schwerer Lasten

Schwere Güter sind möglichst in der Kabinenmitte aufzusetzen. Sie dürfen nicht direkt an der Türschwelle oder unmittelbar an der Türkante platziert werden, da sonst die vordere Kabinenstruktur und die Tür unnötig belastet würden. Wenn die Konstruktion es zulässt, sollte das Gewicht mittig unter den Aufhängepunkten der Kabine stehen.

Mehrere Transportwagen

Werden gleichzeitig mehrere Rollwagen oder Container transportiert, ist auf symmetrische Verteilung zu achten. Die Ladungsträger sollen nicht alle auf einer Seite oder Ecke zusammengeschoben werden. Idealerweise werden sie so angeordnet, dass das Gewicht gleichmäßig über die Fläche verteilt ist (z.B. je ein Wagen links und rechts oder vorne und hinten).

Türbereich freihalten

Der Bereich der Türschwelle muss frei bleiben. Keinesfalls dürfen Lasten gegen die Türflügel drücken oder diese blockieren. Wenn z.B. ein Rollwagen in der Kabine steht, sollte er einen kleinen Abstand zur Tür haben, damit die Tür nicht anstößt. Beim Beladen ist darauf zu achten, dass nichts im Schwellenbereich verkantet, denn verklemmte Gegenstände können Türstörungen verursachen und die Schwelle beschädigen.

Stapelung von Gütern

Werden Güter übereinandergestapelt, ist für ausreichende Standsicherheit zu sorgen. Keine Stapel dürfen so hoch oder instabil sein, dass sie bei der Fahrt umstürzen können. Es sollten auch keine Teile der Ladung über die Grundfläche der Kabine hinausragen oder in den Türraum hineinragen. Im Zweifel lieber weniger stapeln und dafür eine zweite Fahrt durchführen, als ein kippgefährdetes Gebilde transportieren.

Diese Regeln sollten in internen Arbeitsanweisungen festgehalten werden – etwa in Logistikhandbüchern, Checklisten für das Housekeeping oder Dienstanweisungen für Lieferanten. Wichtig ist auch, das Personal regelmäßig darauf hinzuweisen und neue Mitarbeiter zu schulen, damit die Vorgaben konsequent umgesetzt werden. So kann das Facility Management sicherstellen, dass im Alltagsbetrieb keine vermeidbaren Schäden oder Risiken durch falsche Beladung auftreten.

Bettenaufzüge und klinische Anwendungen

In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen kommen spezielle Bettenaufzüge zum Einsatz, die auf den Transport von Patientenliegen und medizinischem Equipment ausgelegt sind.

Hier ist die korrekte Anordnung von Bett, Personal und Geräten entscheidend für Sicherheit und Komfort:

  • Bett zentral ausrichten: Das Bett mit dem Patienten sollte in der Kabine so mittig wie möglich positioniert werden. Je nach Kabinengrundriss heißt das, entweder in Fahrtrichtung längs in der Mitte oder quer zur Fahrtrichtung zentriert. Wichtig ist, dass das Hauptgewicht (der Patient) ungefähr mittig in der Kabine liegt, um einseitige Belastungen zu vermeiden. Ein mittig ausgerichtetes Bett fährt ruhiger und vermeidet Schrägstellung der Kabine.

  • Medizinische Geräte platzieren: Zusätzliche Geräte wie Infusionspumpen, Monitore oder Sauerstoffflaschen sollten seitlich am Bett oder an den Kabinenwänden untergebracht werden. Keinesfalls dürfen Geräte im Türbereich stehen oder hängen, wo sie beim Türöffnen stören könnten. Häufig haben Bettenaufzüge Halterungen oder Ecken, wo solches Equipment sicher fixiert werden kann – diese sollten genutzt werden, damit nichts verrutscht und z.B. eine Lichtschranke unterbricht.

  • Begleitpersonen und Personal: Pflegekräfte oder Begleitpersonen, die mit dem Patienten mitfahren, sollten sich so in der Kabine positionieren, dass sie einen sicheren Stand haben und gleichzeitig die Türzonen frei bleiben. In der Praxis stellt man sich meist an die Kopf- oder Fußseite des Bettes oder seitlich daneben, nicht jedoch unmittelbar vor die Tür. So kann im Bedarfsfall niemand von öffnenden Türen getroffen werden, und im Notfall haben Begleiter genug Bewegungsfreiheit, um einzugreifen.

Typische technische Folgen- Zu den typischen technischen Folgen zählen:

  • Überlastung von Boden und Tragmitteln: Wenn die Kabine einseitig oder extrem beladen wird, kommt es zu lokal erhöhter Beanspruchung des Kabinenbodens, des Rahmens und der Tragmittel. Zum Beispiel kann dauerhaft einseitige Beladung dazu führen, dass Seile ungleich gedehnt werden oder ein Kabinenrahmen sich verzieht. Der Kabinenboden könnte bei extremer Punktbelastung Dellen oder Risse bekommen. Insgesamt steigt das Risiko von Materialermüdung, was im schlimmsten Fall die Tragfähigkeit der Aufzugskabine beeinträchtigt.

  • Beeinträchtigte Haltegenauigkeit: Eine ungleichmäßige Gewichtsverteilung kann dazu führen, dass der Aufzug nicht mehr exakt auf Etagenhöhe stoppt. Besonders wenn ein Teil der Last in Türnähe oder in einer Ecke konzentriert ist, kann es beim Halt zu leichten Niveauunterschieden kommen – die Kabine steht dann z.B. vorn ein Stück tiefer als hinten. Diese Niveauabweichungen stellen Stolperstellen dar und sind ein Zeichen dafür, dass die Brems- und Antriebssysteme mit verschobenem Schwerpunkt zu tun haben.

  • Türstörungen und Schäden an der Türschwelle: Falsch verteilte Lasten äußern sich oft in Problemen mit den Aufzugstüren. Wenn beispielsweise ein schwerer Rollcontainer in der Kabine teilweise auf der Türschwelle steht oder ständig dagegen rollt, kann dies die Schwelle verbiegen. Eine deformierte Schwelle wiederum führt dazu, dass Türflügel nicht mehr sauber schließen – die Tür klemmt oder die Sicherheitsschalter lösen häufig aus. Auch verkantete Ladung im Türbereich (etwa ein Gegenstand, der beim Schließen im Weg ist) verursacht Störungen: Der Aufzug bleibt mit geöffneter Tür stehen, bis das Hindernis entfernt wird. Im schlimmsten Fall können durch solche Vorfälle die Türantriebe oder -sensoren beschädigt werden.

  • Erhöhte Geräusche und Vibrationen: Eine Kabine, die durch einseitige Beladung schief zieht, erzeugt beim Fahren oft ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen. Grund ist, dass zusätzliche Querkräfte auf die Führungsschienen wirken, wenn die Kabine nicht exakt ausbalanciert ist. Die Führungsrollen oder Gleitführungen reiben dann ungleichmäßig – man hört vielleicht ein Schleifen oder Quietschen von einer Seite. Auch Vibrationen können zunehmen, weil die Schwingungsdämpfer der Kabine asymmetrisch belastet werden. Solche Veränderungen im Fahrverhalten belasten die mechanischen Bauteile zusätzlich und weisen darauf hin, dass die Lastverteilung nicht stimmt.

Die nachstehende Tabelle zeigt typische Auffälligkeiten und ihren möglichen Zusammenhang mit unsachgemäßer Beladung:

Symptom im Betrieb

Möglicher Zusammenhang mit der Lastverteilung

Häufige Türfehler

Wenn die Aufzugstüren oft störungsbedingt öffnen bleiben oder Notabschaltungen der Tür erfolgen, kann dies an ständigen Hindernissen im Türbereich liegen. Beispielsweise könnten Nutzer regelmäßig Wagen gegen die Tür lehnen oder die Schwelle überfahren, sodass die Türmechanik leidet. Auch punktuelle Verformungen am Kabinenboden oder Schwellenbereich durch Lastspitzen können die Türsensorik beeinflussen.

Unsaubere Haltposition

Der Aufzug hält nicht bündig mit der Etage, es entsteht eine kleine Stufe. Dies tritt insbesondere dann vermehrt auf, wenn der Schwerpunkt der Ladung verschoben ist – etwa alle schweren Gegenstände stehen vorne. Die Aufzugssteuerung kalibriert den Halt normalerweise für zentrische Last; eine einseitige Gewichtsverlagerung kann das genaue Nivellieren stören.

Ruckeliges Fahrverhalten

Die Kabinenfahrt fühlt sich nicht mehr sanft an, sondern ruckt leicht oder schwingt. Ursache kann eine einseitige mechanische Belastung sein: Wenn z.B. deutlich mehr Gewicht auf der linken Seite lastet, drückt die Kabine links stärker gegen die Führungsschiene. Erhöhte Reibung und kleine Verkippungen führen dann zu ruckartigen Bewegungen oder Vibrationen während der Fahrt.

Überlastmeldungen “ohne Grund”

Die Überlastanzeige des Aufzugs leuchtet oder ein Warnton ertönt, obwohl die Kabine scheinbar nicht voll ist. Ein häufiger Grund ist eine ungünstige Lastverteilung: Moderne Aufzüge haben Wägeeinrichtungen, die das Gewicht an bestimmten Punkten messen. Wenn z.B. eine schwere Last genau über einem Aufhängungspunkt konzentriert steht, kann diese Messstelle frühzeitig den Grenzwert erreichen, obwohl die Gesamtlast unter der Nennlast bleibt. Für den Benutzer wirkt es dann, als würde “ohne Grund” Überlast gemeldet, tatsächlich war aber die Gewichtsverteilung zu einseitig.

Diese Symptome sollten im Störungsfall ernst genommen werden. Treten solche Anzeichen wiederholt auf, ist es wahrscheinlich, dass die Lastverteilung im Alltag nicht optimal gehandhabt wird. Das Facility Management sollte dann gegensteuern (siehe Abschnitt 6).

Verschiedene Rollen im Gebäudebetrieb haben spezifische Verantwortlichkeiten in Bezug auf die Aufzugsbeladung:

Rolle / Funktion

Aufgaben in Bezug auf die Lastverteilung

Betreiber/Eigentümer

Definiert den Nutzungsrahmen der Aufzüge. Er legt fest, zu welchen Zwecken ein Aufzug verwendet werden darf (z.B. ob ein Personenaufzug auch von Lieferanten benutzt werden darf) und sorgt für die Bereitstellung geeigneter Aufzugsanlagen. Konkret heißt das: Der Betreiber stellt sicher, dass für bestimmte Lasten passende Aufzüge vorhanden sind (z.B. Lastenaufzug für Gütertransport, Bettenaufzug in Kliniken) und dass diese Aufzüge die nötige Tragfähigkeit sowie Ausstattung (Größe, Türbreite, Belastbarkeit der Kabine) haben.

Facility Management

Erarbeitet konkrete Beladeregeln und Nutzungsrichtlinien für die Aufzüge auf Grundlage von Gesetzesvorgaben und Herstellerangaben. Das FM kommuniziert diese Regeln an alle Nutzergruppen (Mieter, Mitarbeiter, Fremdfirmen) – etwa durch Aushänge, Piktogramme oder Schulungen. Zudem wertet das Facility Management Störungsmeldungen und Schäden aus: Wenn z.B. vermehrt Türstörungen auftreten, analysiert es, ob falsche Lastverteilung (wie Wagen im Türbereich) die Ursache war, und initiiert entsprechende Gegenmaßnahmen.

Logistik / Housekeeping

Mitarbeiter aus Logistik, Hauswirtschaft oder vergleichbaren Diensten sind für die Einhaltung der Beladevorgaben im Tagesgeschäft verantwortlich. Sie stellen sicher, dass beim Be- und Entladen die internen Regeln beachtet werden (z.B. schwere Container mittig stellen). Die jeweiligen Teamleiter schulen ihr Personal entsprechend und melden dem Facility Management, falls sich betriebliche Notwendigkeiten ändern (z.B. neue Transportgeräte, geändertes Lastprofil), damit die Regeln angepasst werden können.

Haustechnik

Die Abteilung Haustechnik bzw. der verantwortliche Aufzugswart beobachtet die Anlage aus technischer Sicht. Zu den Aufgaben gehört, Auffälligkeiten zurückzumelden – etwa ungewöhnlicher Verschleiß an der Kabine, häufige Nivauabweichungen oder Schäden am Boden –, die auf falsche Lastverteilung hindeuten könnten. Die Haustechnik fungiert als Bindeglied zur Wartungsfirma: Sie stimmt mit den Servicetechnikern ab, wann eine Überprüfung stattfinden sollte, und leitet Hinweise (z.B. „Schwelle verbogen, vermutlich durch Lastenverkehr“) an diese weiter.

Wartungsfirma

Der Aufzugserhaltungsdienst (Wartungsfirma) hat die Aufgabe, im Rahmen der regelmäßigen Wartungen die technischen Auswirkungen der Beladung zu beurteilen. Die Servicetechniker erkennen etwa Verschleißmuster – z.B. ungleichmäßig abgenutzte Führungsrollen, beschädigte Bodenelemente oder überdehnte Seile – und können den Betreiber darauf hinweisen, dass solche Schäden durch unsachgemäße Lastverteilung entstehen. Zudem beraten sie, ob technische Anpassungen (z.B. Einbau von widerstandsfähigeren Kabinenböden) nötig sind, wenn die Nutzung sich als belastender herausstellt als ursprünglich angenommen.

Folgende Maßnahmen sollte das Facility Management umsetzen:

  • Beschilderung und Piktogramme: In jeder Aufzugskabine sollten gut sichtbare Piktogramme oder Hinweise die wichtigsten Regeln verdeutlichen. Beispiele: Markierungen am Kabinenboden oder an den Wänden können eine empfohlene Positionierung schwerer Lasten anzeigen (etwa eine Markierung in der Mitte für “Last hier platzieren”). Verbotsschilder können darauf hinweisen, dass bestimmte Gegenstände nicht mit dem Personenaufzug transportiert werden dürfen (z.B. “Keine Möbel” oder “Kein Palettenhubwagen”). Einfache, eindeutige Symbole helfen auch Nutzern ohne Deutschkenntnisse. Ergänzend dazu können kurze Texte (Aufkleber oder Hinweisschilder) angebracht werden, z.B.: “Lasten gleichmäßig verteilen – Türbereiche freihalten”. Diese Kommunikationselemente sensibilisieren alle Benutzer unmittelbar bei Betreten der Kabine.

  • Integration in Arbeitsanweisungen: Die Beladeregeln müssen fester Bestandteil der internen Prozessdokumente sein. Für alle Bereiche, in denen Aufzüge im Betrieb genutzt werden, sind entsprechende Vorgaben zu machen. Beispiele: In einer Warenanlieferungs-Anweisung ist festgehalten, wie Lieferanten den Lastenaufzug zu beladen haben (Maximalgewicht pro Palette, Verteilung bei Mischladung usw.). Im Housekeeping-Leitfaden eines Hotels steht, wie viele Wägen gleichzeitig in den Serviceaufzug dürfen und dass die Tür nicht mit Wäschewagen blockiert werden darf. Durch solche schriftlichen Anweisungen, die Teil der standardisierten Abläufe sind, wird die korrekte Lastverteilung zur Routineanforderung für alle Mitarbeiter.

  • Unterweisung externer und neuer Nutzer: Das Facility Management sollte sicherstellen, dass neue Mieter, Nutzergruppen oder externe Dienstleister von Anfang an über die Aufzugsnutzungs-Regeln informiert werden. Beispielsweise bekommen neue Gewerbemieter im Gebäude eine Einweisung, wenn sie für Umzüge oder Materialtransporte die Aufzüge nutzen möchten. Ebenso sind Fremdfirmen (Reinigung, Catering, Handwerker) anzuhalten, die Lastverteilungsregeln zu beachten. Dies kann in Form eines Merkblatts oder durch einen kurzen Hinweis bei Auftragserteilung erfolgen. Ziel ist, dass jeder, der die Aufzüge benutzt – ob Mitarbeiter oder Externer – die gleichen Grundregeln kennt (z.B. nichts in der Türzone abstellen, Überladung vermeiden, Lasten sichern). Kontinuierliche Sensibilisierung durch Kommunikation (Meetings, Aushänge, E-Mails) stellt sicher, dass die Regeln nicht in Vergessenheit geraten.

Hier einige zentrale Aufgaben zur Kontrolle und Verbesserung:

  • Beobachtung des Betriebs: Die tatsächliche Beladungspraxis sollte regelmäßig beobachtet werden. Der Hausmeisterdienst oder verantwortliche Objektleiter kann z.B. stichprobenartig kontrollieren, wie Lieferanten den Aufzug beladen oder wie Reinigungspersonal mit Transportwagen umgeht. Werden Verstöße (wie überladene Kabinen, abgestellte Gegenstände in der Tür) bemerkt, sollte direkt vor Ort eingegriffen und die Personen angesprochen werden. Diese Präsenz schärft das Bewusstsein und beugt Gewohnheitsfehlern vor.

  • Auswertung von Störungs- und Wartungsdaten: Das FM sollte systematisch Aufzugsstörungen analysieren, insbesondere Türfehler oder Überlastmeldungen. Moderne Aufzüge verfügen teils über Fehlerprotokolle; zusätzlich liefern Wartungsberichte Hinweise (z.B. “Türverschluss ausgelöst – Hindernis in Schwelle festgestellt”). Werden in diesen Daten Muster erkennbar, die auf Beladungsprobleme hindeuten, muss reagiert werden. Gleiches gilt für Nutzerbeschwerden über ruckelige Fahrten oder häufige Haltungen neben der Etage. All diese Informationen gilt es im Hinblick auf Lastverteilungs-Aspekte zu prüfen.

  • Maßnahmen und Nachjustierung: Auf Basis der Kontrollergebnisse leitet das Facility Management Verbesserungsmaßnahmen ein. Das kann zunächst Anpassungen von Regeln betreffen – etwa konkretisierte Vorgaben, wenn man feststellt, dass eine bestehende Regel zu unklar war. Auch zusätzliche Beschilderungen oder Markierungen in der Kabine können helfen, häufige Fehler zu reduzieren. Wichtig ist zudem die Nachschulung des Personals: Wenn z.B. wiederholt Wagen in der Tür stehen, sollte mit den betreffenden Mitarbeitern ein Gespräch geführt oder eine kurze Schulung wiederholt werden. In einigen Fällen können auch technische Lösungen in Betracht gezogen werden: Beispielsweise der Einbau von Rammschutzleisten oder Kantenschonern in der Kabine, um Stöße abzufangen, oder das Nachrüsten einer verstärkten Bodenplatte, wenn regelmäßig schwere Lasten transportiert werden müssen. Auch der Türeintritt (die Schwelle) lässt sich ggf. verstärken oder mit Sensorleisten ausstatten, um Schäden zu vermeiden. Solche Investitionen sollten anhand der Störungsanalyse abgewogen werden – mit dem Ziel, die Aufzugsanlage langfristig sicher und zuverlässig zu betreiben.