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Einfluss des Nutzerverhaltens auf Störanfälligkeit

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Einfluss des Nutzerverhaltens auf Störanfälligkeit bei Aufzügen visualisiert

Einfluss des Nutzerverhaltens auf die Störanfälligkeit

Das Verhalten der Nutzer hat einen erheblichen Einfluss auf die Störanfälligkeit von Aufzugsanlagen. Häufige Türstörungen, Überlastmeldungen, missbräuchliche Notrufe oder unsachgemäße Beladungen sind in vielen Fällen nicht primär auf technische Defekte zurückzuführen, sondern die Folge ungeeigneter Nutzungsmuster. Für das Facility Management bedeutet dies, dass Verfügbarkeit, Sicherheitsniveau, Lebenszykluskosten und Nutzerzufriedenheit nur dann nachhaltig gesteuert werden können, wenn die Rolle des Nutzerverhaltens systematisch in Planung, Betrieb, Analyse und Kommunikation berücksichtigt wird.

Nutzerverhalten und Störungsrisiken bei Aufzügen

Begriffe und Zusammenhänge

Unter Nutzerverhalten werden alle Handlungen von Fahrgästen im Zusammenhang mit dem Aufzug verstanden – vom Herbeirufen des Aufzugs über das Ein- und Aussteigen, die Nutzung der Kabine und den Umgang mit Türen, Lasten und Notrufeinrichtungen bis hin zum Verhalten im Störungs- oder Brandfall.

Störanfälligkeit beschreibt die Häufigkeit und Art von Betriebsunterbrechungen und Störungen, die von der Aufzugssteuerung registriert, durch Wartungsdienste bearbeitet oder von Nutzern gemeldet werden. Das Nutzerverhalten wirkt hier wie ein „Belastungsprofil“ auf Komponenten wie Türen, Kabine, Tragmittel und Steuerung: Unangemessene Nutzung steigert die Beanspruchung dieser Elemente und kann so vermehrt Störungen auslösen.

FM-Perspektive und Schutzziele

Perspektive

Ziel im Umgang mit nutzerbedingter Störanfälligkeit

Sicherheit

Vermeidung von Unfallrisiken durch Fehlbedienung

Verfügbarkeit

Reduktion von tür- und nutzerbedingten Ausfällen

Wirtschaftlichkeit

Begrenzung von kostenintensiven Serviceeinsätzen, Reparaturen, Sonderreinigungen

Komfort & Service

Stabiles, berechenbares Nutzungserlebnis für alle Fahrgäste

Compliance

Erfüllung von Betreiberpflichten (z. B. gemäß Betriebssicherheitsverordnung) und Nachweis von Maßnahmen

Aus Sicht des Facility Managements müssen diese Schutzziele durch geeignete Maßnahmen erreicht werden, um Aufzüge sicher, zuverlässig und effizient zu betreiben. Dabei geht es sowohl um technische Vorkehrungen als auch um organisatorische und kommunikative Strategien, die das Nutzerverhalten positiv beeinflussen.

Beladung und Lastverteilung

Unsachgemäße Beladung der Kabine – etwa Überfüllung über die zulässige Personenzahl hinaus, der Transport sehr schwerer Güter in einem reinen Personenaufzug oder eine einseitige Lastverteilung (z. B. die gesamte Last nur an der Türseite, in einer Ecke der Kabine oder auf schmalen Rollen konzentriert) – kann verschiedene Störungen hervorrufen. Typische Folgen sind Überlastmeldungen, bei denen der Aufzug aus Sicherheitsgründen gar nicht erst anfahren darf, sowie Probleme bei der Haltegenauigkeit (der Fahrkorb hält nicht bündig am Stockwerk, weil die Last ungünstig verteilt ist). Darüber hinaus entstehen durch falsche Beladung zusätzliche mechanische Belastungen an Tragseilen, Führungen und Bremssystemen. Solche Überbeanspruchungen erhöhen den Verschleiß und damit die Ausfallwahrscheinlichkeit der Anlage. Schweres oder falsch verteiltes Ladegut sollte daher vermieden bzw. auf passende Lastenaufzüge beschränkt werden, um Personenaufzüge vor Schäden zu bewahren.

Bedienung von Tasten und Notruf

Auch durch falsche oder leichtsinnige Bedienung der Bedienelemente können Störungen begünstigt werden. Mehrfaches oder wahlloses Drücken von Tasten – etwa alle Etagenknöpfe nacheinander zu aktivieren oder ständig die „Tür Auf“/„Tür Zu“-Tasten zu betätigen – belastet die Steuerung unnötig und kann zu Fehlfunktionen führen. Besonders kritisch ist der missbräuchliche Notruf: Wenn Fahrgäste ohne echten Notfall den Notruftaster betätigen (oft aus Neugier oder als Streich, z. B. durch Kinder), wird die Notrufzentrale unnötig beansprucht und ein Techniker alarmiert, obwohl keine Hilfe benötigt wird. In vielen Anlagen sind daher Mechanismen eingebaut, die einen Notruf nur auslösen, wenn der Taster mehrere Sekunden lang gedrückt wird – um versehentliche oder mutwillige Kurzdrücke als Missbrauch zu erkennen. Zudem führt das Verdecken oder Manipulieren von Anzeigen und Signalgebern (etwa das Unkenntlichmachen von Hinweisschildern oder Überlastanzeigen) zu Fehlinterpretationen bei Nutzern und Servicepersonal. All diese Handlungen erhöhen die Belastung von Steuerung, Notrufleitstelle und Serviceorganisation, ohne dass ein technischer Defekt vorliegt – es entstehen also vermeidbare Störungsmeldungen und Kosten.

Türbereich und Türverhalten

Der größte Teil nutzerbedingter Störungen entsteht im Türbereich. Türen werden von Fahrgästen häufig absichtlich offen gehalten oder sogar gewaltsam aufgehebelt. Oft wird der Türlauf auch durch Gepäckstücke, Transportwagen oder Personen blockiert, die in der Tür stehen bleiben. Zudem schlagen Türen durch Anlehnen oder Stoßbelastungen an. Diese Verhaltensmuster führen zu Türfehlern (z. B. „Tür blockiert“), Justageproblemen an der Türmechanik, erhöhtem Verschleiß und damit insgesamt zu einer höheren Störanfälligkeit. Bereits eine mehrminütige Dauerblockade kann in vielen Aufzügen einen Sicherheitsstopp auslösen, der einen Techniker-Einsatz zur Rücksetzung nötig macht – vermeidbarer Aufwand, der durch richtigen Umgang mit den Türen verhindert werden kann.

Nutzung in Sonder- und Grenzzuständen

Fehlverhalten der Nutzer in Stör- oder Gefahrsituationen kann besonders gravierende Folgen haben. Versuchen etwa eingeschlossene Personen bei einem Stillstand, die Aufzugstüren eigenmächtig mit Gewalt zu öffnen, kann dies die Türverriegelungen beschädigen und die Störung verschlimmern – ganz abgesehen vom Unfallrisiko, wenn der Aufzug plötzlich wieder anläuft. Die Nutzung eines Aufzugs trotz Brandalarm ist ebenfalls gefährlich und verboten: Im Brandfall müssen Aufzüge gemäß Vorschrift außer Betrieb genommen werden, da sonst Lebensgefahr für die Insassen besteht (daher die gängigen Hinweise „Im Brandfall Aufzüge nicht benutzen“). Auch das Betreten oder Inbetriebsetzen einer sichtbar gesperrten Anlage – etwa eines Aufzugs, der wegen Wartung oder Störung abgesperrt wurde – stellt ein großes Sicherheitsrisiko dar. Solches Verhalten kann zusätzliche Schäden an der Anlage hervorrufen und bringt die Person selbst in Gefahr. Das Facility Management muss darauf hinwirken, dass Nutzer in Sonderfällen richtig reagieren (Ruhe bewahren, Notruf absetzen, Anweisungen folgen) anstatt durch unüberlegtes Handeln die Situation zu verschärfen.

Nutzerverhalten wirkt über verschiedene mechanische, elektrische und organisatorische Mechanismen auf die Störanfälligkeit ein. Im Einzelnen lassen sich folgende kausale Ketten beobachten:

  • Mechanisch: Wiederholte Stoß- und Querkraftbelastungen auf Türen, Kabinenboden und Führungselemente führen zu Verformungen, Lockerungen oder vorzeitigem Verschleiß dieser Bauteile. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit von Komponentenausfällen und Justagebedarf.

  • Steuerungstechnisch: Häufungen bestimmter Ereignisse wie häufige Türblockaden (Türfehler), regelmäßige Überlastabschaltungen, gehäufte Notrufauslösungen oder sogenannte Fehlfahrten (unerwartete Fahrtunterbrechungen) belasten die Aufzugssteuerung. Die Software reagiert ggf. mit Sicherheitsabschaltungen oder geht in Fehlerzustände, was zu Stillständen führt, obwohl die Hardware intakt ist.

  • Organisatorisch: Ein erhöhtes Aufkommen an Serviceanrufen, Rückfragen, Nutzerbeschwerden und Sicherheitsmeldungen ist die logische Folge vieler durch Nutzer verursachter Störungen. Das Personal im Facility Management sowie externe Wartungsdienste werden häufiger gebunden. Dies kann zu verlängerten Reaktionszeiten, höherem Verwaltungsaufwand und insgesamt steigenden Betriebskosten führen.

In der Praxis lassen sich bestimmte Fehlverhaltensweisen der Nutzer immer wieder mit den gleichen technischen Folgen beobachten:

Nutzerverhalten

Typische technische Folge

Tür blockieren oder offen festhalten

Türstörungen (Sicherheitsabschaltung), Fehlermeldungen der Türsteuerung, Justagebedarf an Türschließeinrichtungen

Kabine überfüllen / falsche Lasten transportieren

Überlastwarnungen und -abschaltungen, Probleme mit der Haltegenauigkeit (nicht bündiges Anhalten)

„Spielen“ in der Kabine (Springen, Rütteln)

Zusätzliche Schwingungen und Erschütterungen, die Sensoren auslösen; Folgestörungen und reduzierte Fahrkomfortwerte

Notruf missbräuchlich betätigen

Unnötige Alarmeinsätze und Bindung von Ressourcen (Notrufzentrale, Techniker)

Gegenstände im Türbereich abstellen

Blockierte Türen, erhöhte Stolper- und Sturzgefahr im Einstiegsbereich, potenzielle Beschädigung der Türmechanik

Diese Beispiele zeigen, wie eng Verhalten und technische Zuverlässigkeit verknüpft sind. Jede Art von unsachgemäßem Umgang mit der Anlage kann spezifische Fehlfunktionen nach sich ziehen. Entsprechend wichtig ist es, solche Muster frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Um den Einfluss des Nutzerverhaltens auf Störungen gezielt bewerten zu können, nutzt das Facility Management verschiedene Informationsquellen. Wichtige Hinweise liefern zum Beispiel:

  • Störungsprotokolle und Fehlercodes der Aufzugssteuerung: Moderne Anlagen speichern detaillierte Fehlerhistorien (z. B. Türfehler, Überlastabschaltungen, Notrufaktivierungen, Blockade-Erkennungen). Diese Logs zeigen, wann und wie oft bestimmte Ereignisse auftreten.

  • Wartungs- und Serviceberichte: In den Berichten der Aufzugsfirmen zu durchgeführten Einsätzen finden sich häufig Ursachenangaben. Dort lässt sich erkennen, ob Störungen auf Fehlbedienungen oder Vandalismus zurückgingen (z. B. „Tür aus Schiene gehoben – Eingriff durch Nutzer“).

  • Meldungen des Sicherheitsdienstes oder Hauspersonals: Der Sicherheitsdienst, Empfang oder das Reinigungspersonal melden oft beobachtete Vorfälle wie wiederkehrende Blockierungen, spielende Kinder im Aufzug oder dauerhaft verkeilte Türen im Eingangsbereich.

  • Beschwerden und Nutzer-Feedback: Rückmeldungen der Mieter und Nutzer (etwa Klagen wie „Die Tür schließt zu schnell“ oder „Der Aufzug ist ständig außer Betrieb“) geben Aufschluss darüber, wie die Anlage wahrgenommen wird. Mehrere gleichartige Beschwerden können auf ein zugrundeliegendes Nutzungsproblem hinweisen (z. B. unsachgemäßer Gebrauch, der zur Störung führt).

Die gesammelten Daten werden durch das Facility Management systematisch ausgewertet, um Muster zu erkennen und Ursachen einzugrenzen. Typische Fragestellungen dabei sind:

Auswertungsfeld

Leitfrage zur Mustererkennung

Türstörungen

Treten Türfehler vermehrt zu bestimmten Zeiten oder in bestimmten Gebäudeteilen auf? (Hinweis auf Stoßzeiten oder unsachgemäße Nutzung in einzelnen Bereichen)

Überlastmeldungen

Werden Personenaufzüge entgegen den Vorgaben als Lastenaufzüge benutzt? (Häufen sich Überlastalarme in Gebäuden mit vielen Umzügen oder Lieferungen?)

Notrufereignisse

Wie viele Notrufe sind Fehlalarme oder Tests? (Häufige Fehlalarme deuten auf Missbrauch oder Schulungsbedarf der Nutzer hin)

Kabinenzustand

Zeigt der Zustand der Kabine (Beschädigungen, Verschmutzungen) Spuren von Fehlbedienung oder Vandalismus? (Abnutzung durch unsachgemäßen Gebrauch erkennbar)

Die Erkenntnisse aus dieser Analyse fließen direkt in die Risikoabwägung und Maßnahmenplanung ein. Das Facility Management kann gezielt Schwerpunkte setzen: Wenn z. B. Türstörungen gehäuft in einem bestimmten Gebäudeteil auftreten, wird dort der Nutzungsablauf genauer untersucht und eventuell mit zusätzlichen Hinweisen oder technischen Nachrüstungen reagiert. Häufen sich Überlastfälle, könnte die Einführung eines Lastentransportplans oder der Einsatz eines separaten Lastenaufzugs geprüft werden. Insgesamt dienen die Ergebnisse als Grundlage, um geeignete Gegenmaßnahmen (von Nutzerinformation bis zur technischen Anpassung) zu entwickeln und priorisiert umzusetzen.

Technisch-bauliche Ansätze

  • Robuste Ausstattung: In Bereichen mit hohem Publikumsverkehr, erhöhter Vandalismusgefahr oder intensiver Lastnutzung sollten besonders robuste Kabinen- und Tür-Konstruktionen eingesetzt werden. Dazu zählen stoßfeste Türen mit verstärkten Führungsschienen, strapazierfähige Innenverkleidungen und vandalismusgeschützte Bedienelemente. Solche Ausführungen (z. B. gemäß vandalismusresistenter Norm EN 81-71) halten unsachgemäßem Gebrauch besser stand und reduzieren dadurch störungsbedingte Ausfälle.

  • Abgestimmte Steuerungsparameter: Durch geeignete Parametrierung der Aufzugsteuerung kann auf die Nutzerstruktur eingegangen werden. Türöffnungszeiten, Schließgeschwindigkeiten und -kräfte sowie Empfindlichkeitsschwellen (etwa für Überlast oder Lichtschranken) sollten so eingestellt sein, dass sie den typischen Nutzungsmustern im Gebäude gerecht werden. Beispielsweise kann in einem Seniorenheim eine längere Offenhaltezeit der Türen sinnvoll sein, während in einem Bürohochhaus die Schließzeit optimiert werden kann, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Eine gute Abstimmung verhindert Fehlbedienungen aus Ungeduld oder Unkenntnis.

  • Trennung von Personen- und Lastenverkehr: Wo es baulich und wirtschaftlich machbar ist, sollte der Transport von Lasten vom normalen Fahrgastbetrieb getrennt werden. Ideal ist der Einbau separater Lastenaufzüge für Umzüge, Lieferungen oder Mülltransport. Ist dies nicht möglich, kann alternativ eine organisatorische Trennung erfolgen – z. B. durch festgelegte Transporte außerhalb der Spitzenzeiten oder durch Nutzung von Aufzügen mit Bedienerschlüssel für bestimmte Transporte. So wird vermieden, dass Personenaufzüge durch sperrige oder schwere Transporte überlastet und beschädigt werden.

Auch organisatorisch kann das Facility Management viel tun, um fehlbedingte Störungen zu reduzieren. Wichtige Ansatzfelder und beispielhafte Maßnahmen sind:

Ansatzfeld

Beispiele für FM-Maßnahmen

Hausordnung & Regeln

Konkrete Vorgaben zur Aufzugsnutzung (z. B. Verbot bestimmter Transporte im Personenaufzug, Vorgaben zur maximalen Personenzahl, Verhalten im Notfall) in der Hausordnung festschreiben. Bei Neueinzug von Mietern auf diese Regeln hinweisen.

Beschilderung

Deutliche Hinweise in oder an der Kabine anbringen: Tragfähigkeit (max. Personenanzahl und kg), Verhaltenshinweise wie „Nicht Springen“, „Türen nicht blockieren“, Piktogramme zur richtigen Nutzung. Diese Schilder sensibilisieren alle Fahrgäste unmittelbar am Ort des Geschehens.

Unterweisung

Gezielte Einweisung von Personal, das regelmäßig den Aufzug nutzt oder betreut – etwa Hausmeister, Reinigungskräfte, Sicherheitspersonal oder Logistik-Mitarbeiter. Diese sollten im sicheren und schonenden Betrieb geschult sein (wie belädt man die Kabine richtig, was ist bei Störungen zu tun, wann darf der Notruf betätigt werden). Solche Unterweisungen sind teils gesetzlich vorgeschrieben und beugen Fehlbedienungen vor.

Nutzerinformation

Proaktive Information der Nutzer bei auffälligen Fehlbedienungen oder Störungen: Beispielsweise Aushänge oder Rundschreiben, wenn zuletzt vermehrt Türen blockiert oder Notrufe ohne Not ausgelöst wurden, mit Bitte um entsprechendes Verhalten. Ebenso kann in Mieterversammlungen oder per Newsletter auf richtige Aufzugsnutzung hingewiesen werden. Eine transparente Kommunikation fördert das Verständnis und die Kooperation der Nutzer.

Durch diese Maßnahmen wird eine Kultur der richtigen Aufzugsnutzung etabliert. Nutzer wissen, was erlaubt ist und was nicht, und das Personal kann regelwidriges Verhalten ansprechen. Im Ergebnis sinken nutzerbedingte Störungen, und die Anlage läuft zuverlässiger.

Monitoring und kontinuierliche Verbesserung

  • Regelmäßiges Monitoring: Das FM sollte fortlaufend die Betriebsdaten der Aufzüge überwachen – insbesondere die Störungsstatistiken und Nutzerbeschwerden – um Trends frühzeitig zu erkennen. Ein monatlicher oder quartalsweiser Report, der nutzerbedingte Ereignisse (z. B. Türstörungen, Überlastfälle, Notrufalarme) auswertet, schafft Transparenz.

  • Maßnahmen ableiten und nachverfolgen: Auf Basis der Monitoring-Ergebnisse werden konkrete Maßnahmenpakete geschnürt und umgesetzt. Beispielsweise könnte bei häufiger Türblockade die Türschließautomatik angepasst und parallel ein Nutzeraushang erstellt werden. Nach Umsetzung ist es wichtig, den Erfolg zu prüfen: Wurden die Störungen dadurch weniger? Falls nein, muss nachjustiert werden. Dieses Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung (Plan-Do-Check-Act-Zyklus) stellt sicher, dass Maßnahmen auch wirklich wirksam sind.

  • Integration in Wartung und Verträge: Die Erkenntnisse fließen schließlich in strategische Entscheidungen ein. Wartungspläne werden ggf. angepasst (etwa präventive Prüfung der Türmechanik in kürzeren Intervallen bei problematischen Anlagen). Bei Modernisierungen wird das Nutzerverhalten berücksichtigt (z. B. Einbau robusterer Türen oder moderner Anzeige- und Sensorik, wenn zuvor Vandalismus ein Problem war). Selbst in Serviceverträgen kann das FM Schwerpunkte setzen – etwa durch Service-Level-Agreements, die eine schnelle Reaktionszeit speziell bei türbedingten Störungen festschreiben oder Bonus-Malus-Regelungen für Verfügbarkeiten. So wird der Servicepartner motiviert, ebenfalls auf Minimierung nutzerbedingter Ausfälle zu achten.