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Start-, Fahr- und Stoppvorgang

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Start-, Fahr- und Stoppvorgang im Aufzugssystem

Der Start-, Fahr- und Stoppvorgang beschreibt den vollständigen Bewegungsablauf eines Aufzugs – vom Moment der Anforderung (Ruf) bis zum genauen Stillstand der Kabine an der Zielhaltestelle. Aus Sicht des Facility Managements ist dieser Ablauf nicht nur ein rein technischer Prozess, sondern die Grundlage für Betriebssicherheit, Fahrkomfort, Verfügbarkeit der Anlage und auch für die Energieeffizienz des Betriebs. Jeder Abschnitt – Start, Fahrt, Stopp – ist mit spezifischen Steuerungs- und Sicherheitsfunktionen verknüpft. Ein strukturiertes Verständnis der einzelnen Phasen hilft dem Facility Manager, Störungen gezielt einzuordnen, Wartungs- und Modernisierungsentscheidungen fundiert zu treffen und Nutzerbeschwerden (z. B. über Ruckeln, Geräusche oder lange Wartezeiten) fachkundig zu analysieren und zu adressieren. Im Ergebnis trägt ein optimal abgestimmter Start-Fahrt-Stopp-Ablauf wesentlich dazu bei, dass Aufzüge sicher, komfortabel und effizient betrieben werden.

Bewegungsablauf eines Aufzugsystems

Phasen des Aufzugsbetriebs

Phase

Kurzbeschreibung (Basis)

Startvorgang

Vom Eingang des Fahrtrufs bzw. der Etagenwahl bis zum Abfahren der Kabine. In dieser Phase bereitet die Steuerung die Fahrt vor und startet den Antrieb.

Fahrvorgang

Vertikale Bewegung der Kabine zwischen zwei Haltestellen. Die Kabine fährt mit konstanter Geschwindigkeit durch den Schacht, bis die Zielhaltestelle erreicht wird.

Stoppvorgang

Abbremsen der Kabine, präzises Positionieren auf Niveau der Haltestelle und Freigabe der Türen. Die Kabine kommt zum sicheren Stillstand und ermöglicht den Ein- und Ausstieg.

Personen- und Lastenperspektive

  • Für Nutzer: Wahrnehmbare Aspekte sind vor allem Wartezeit, Einsteigen, das Fahrgefühl während der Bewegung, das Anhalten sowie die Türöffnung. Der Fahrgast nimmt z. B. wahr, wie lange der Aufzug bis zur Abfahrt braucht, ob die Beschleunigung sanft erfolgt, ob während der Fahrt Vibrationen oder Geräusche auftreten und wie ruckfrei der Halt an der Etage stattfindet. Auch die zügige und sichere Türöffnung zum Aussteigen beeinflusst den Eindruck der Anlagenqualität.

  • Für das FM: Im Hintergrund laufen während jeder Phase vielfältige Steuerungs-, Antriebs- und Sicherheitsprozesse, die dem Facility Management Hinweise auf den technischen Zustand geben. So lassen sich aus dem Bewegungsverhalten Rückschlüsse auf Störungsbilder (z. B. Türkontakte, Antriebssteuerung) und Verschleiß ziehen. Ein FM-Verantwortlicher betrachtet also nicht nur die Nutzerperspektive, sondern auch die technischen Abläufe: Sind die Startverzögerungen normal oder deutet ein häufiges Zögern auf ein Steuerungsproblem hin? Treten während der Fahrt ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen auf, die auf Wartungsbedarf schließen lassen? Durch dieses Verständnis kann das FM proaktiv reagieren, bevor aus kleinen Unregelmäßigkeiten größere Ausfälle entstehen.

Rufannahme und Fahrbereitschaft

  • Rufanforderung: Der Bewegungsablauf beginnt mit der Anforderung des Aufzugs durch einen Etagenruf oder Kabinenruf. Der Nutzer drückt entweder einen Ruftaster auf der Etage (bzw. gibt bei neueren Systemen eine Zielwahl am Bedienpanel ein) oder wählt im Inneren der Kabine eine Zielhaltestelle. Diese Anforderung wird von der Aufzugssteuerung registriert.

  • Zuweisung durch die Steuerung: Die Steuerung ordnet den eingegangenen Ruf einer bestimmten Kabine zu. Bei einem Einzelaufzug bedeutet dies, dass der Aufzug – falls er betriebsbereit und frei ist – die Fahrt unmittelbar vorbereiten kann. Bei Gruppenanlagen (mehreren Aufzügen im Verbund) entscheidet eine hinterlegte Logik, welche Kabine den Ruf am effizientesten bedient. Kriterien können z. B. die aktuelle Position der Kabinen, ihre Fahrtrichtung oder die Auslastung sein. Ziel ist es, Wartezeiten möglichst kurz zu halten und die Nutzlasten optimal zu verteilen.

  • Prüfung der Fahrbereitschaft: Bevor die Steuerung die Abfahrt freigibt und der Antrieb startet, werden mehrere Sicherheitsbedingungen automatisch überprüft.

Nur wenn alle folgenden Voraussetzungen erfüllt sind, erhält der Motor den Startbefehl:

  • Türen geschlossen und verriegelt: Sowohl die Kabinentür als auch die entsprechende Schachttür an der Einstiegsetage müssen vollständig geschlossen sein. Elektrische Sicherheitskontakte prüfen die Verriegelung; ein Aufzug kann erst anfahren, wenn keine Tür offensteht oder unverschlossen ist. Dies verhindert Bewegung bei offener Tür.

  • Kein Überlastzustand: Das Kabinengewicht wird durch Sensoren (Lastwaage) überwacht. Überschreitet die Beladung die zulässige Tragkraft, bleibt der Aufzug angehalten. In diesem Fall erfolgt meist eine Warnanzeige oder ein Summer („Überlast“), und die Steuerung blockiert die Abfahrt, bis genügend Last entfernt wurde. Damit wird die Mechanik vor Überbeanspruchung geschützt und die Sicherheit der Fahrgäste gewährleistet.

  • Keine aktive Störung: Die Steuerung prüft, ob keine sicherheitsrelevante Störung anliegt. Beispielsweise darf kein Not-Halt betätigt sein, kein Notruf aktiv sein und kein sicherheitskritischer Schalter (z. B. Türkontakt oder Schachtzugangsschalter) geöffnet sein. Auch bestimmte Fehlerzustände wie ein ausgefallener Antrieb oder eine ausgelöste Übergeschwindigkeitsüberwachung führen dazu, dass die Fahrt gar nicht erst beginnt. Erst wenn die gesamte Sicherheitskette „geschlossen“ ist, gilt der Aufzug als fahrbereit.

Sind alle obigen Bedingungen erfüllt, wechselt die Anlage in den Fahrmodus und der eigentliche Startvorgang beginnt.

Anfahrvorgang

  • Sanftes Anlaufen des Antriebs: Der Aufzugsmotor – ob konventioneller Drehstrommotor oder moderner Synchronantrieb – wird kontrolliert und sanft zugeschaltet. Durch eine stufenlose Drehzahl- und Drehmomentsteuerung (typischerweise mittels Frequenzumrichter) erhöht die Steuerung die Motordrehzahl gleichmäßig. Dieser Softstart verhindert ruckartige Bewegungen und hohe elektrische Einschaltspitzen. Die Kabine setzt sich langsam in Bewegung, ohne dass Fahrgäste einen starken Ruck spüren. Bei hydraulischen Aufzügen wird analog das Hydraulikventil so gesteuert, dass das Öl sanft einströmt und den Zylinder gleichmäßig ausfährt.

  • Überwinden des Losbrechmoments: Zu Beginn muss die Kabine die Haftreibung überwinden – man spricht davon, dass sie sich aus dem Stillstand abstößt. In diesem Moment greifen die Führungsschienen und Tragmittel (Seile oder Riemen), um die Kabine in der Spur zu halten und nach oben oder unten zu bewegen. Die Auslegung der Führung und die Spannung der Tragmittel sind so bemessen, dass die Bewegung gleichmäßig und ohne Schlingerbewegungen verläuft, sobald die Kabine sich vom Stand löst.

  • Aufbau der Fahrgeschwindigkeit: Nach dem Abstoßen beschleunigt die Kabine auf die vorgesehene Geschwindigkeit. Bei gut eingestellter Antriebssteuerung erfolgt diese Beschleunigung gleichmäßig und linear, so dass die Passagiere höchstens ein leichtes Anfahrgefühl merken. Ein optimal eingestellter Aufzug sollte ohne spürbaren Ruck in die Fahrt übergehen. Moderne Anlagen haben definierte Beschleunigungsrampen und oft eine Begrenzung des sogenannten Ruckens (der zeitlichen Änderung der Beschleunigung), damit der Übergang vom Stillstand zur Bewegung für die Insassen kaum wahrnehmbar ist.

FM-relevante Beobachtungen im Startvorgang: Bereits die Startphase liefert dem Facility Management wichtige Hinweise auf den technischen Zustand:

  • Ruckartiges Anfahren: Ein deutlich spürbarer Ruck beim Anfahren kann auf Ungenauigkeiten in der Antriebsregelung oder der Bremsenjustage hindeuten. Möglicherweise greift die motorische Steuerung nicht optimal, oder die Haltebremse löst zu früh/spät, so dass ein Stoß entsteht. Solche Beobachtungen sollte das FM dokumentieren und bei der Wartung gezielt ansprechen – oft lassen sich durch Nachjustierung (z. B. von Frequenzumrichterparametern oder Bremsspielen) spürbare Verbesserungen erreichen.

  • Startverzögerungen trotz freiem Aufzug: Wenn ein Aufzug verfügbar ist, aber nach Tastendruck ungewöhnlich lange am Start stehen bleibt, kann dies auf Steuerungsprobleme oder auf eine verzögerte Türfreigabe hindeuten. Mögliche Ursachen sind z. B. klemmende Türkontakte, eine träge Schließung der Schachttür oder ineffiziente Gruppensteuerungs-Logiken. Im FM sollte man solche Verzögerungen im Blick behalten, da sie für Nutzer zu spürbar längeren Wartezeiten führen. Gegebenenfalls ist eine Überprüfung der Türmechanismen oder der Steuerungssoftware durch den Service angebracht.

Konstante Fahrt und Geschwindigkeitsprofile

  • Erreichen der Nennfahrgeschwindigkeit: Nach der Startphase beschleunigt die Kabine auf die vorgesehene Nennfahrgeschwindigkeit. Diese konstante Soll-Geschwindigkeit wird über den größten Teil des Fahrwegs gehalten. Bei kurzen Distanzen (etwa zwischen direkt benachbarten Etagen) erreicht der Aufzug unter Umständen bereits kurz nach dem Anfahren wieder den Abbremsbereich – bei längeren Fahrten hingegen fährt die Kabine einen Großteil der Strecke mit gleichbleibender Geschwindigkeit.

  • Sanfte Beschleunigungs- und Bremsrampen: Moderne Aufzugsantriebe verwenden vorprogrammierte Beschleunigungs- und Verzögerungsrampen, um Übergänge für die Fahrgäste komfortabel zu gestalten. Das bedeutet: Der Übergang von Stillstand zu voller Fahrt und später von Fahrt zu Stillstand erfolgt stufenlos, ohne abrupte Änderungen. Dadurch werden Rucke vermindert und unangenehme Empfindungen wie Schwindelgefühl oder Stolpern der Passagiere vermieden. Für den Aufzug bedeutet dies auch geringere mechanische Belastungen, da ruckartige Kräfte auf Kabine, Seile und Getriebe reduziert werden.

  • Stabiler Lauf durch Führung und Gegengewicht: Während der Fahrt sorgen die Führungsschienen seitlich im Schacht und die Aufhängung dafür, dass die Kabine ruhig geführt wird. Etwaige Stöße an Schienenstößen oder Unebenheiten werden durch Führungsrollen oder Gleitführungen gedämpft, so dass die Kabine möglichst erschütterungsfrei gleitet. Bei Seilaufzügen trägt das Gegengewicht wesentlich zur Stabilität und Energieeffizienz bei: Es entlastet den Antrieb, indem es das Gewicht der Kabine (und einen Teil der Nennlast) ausgleicht. Der Motor muss somit nur die Differenz zwischen Kabinenlast und Gegengewicht bewegen, was einen gleichmäßigeren und sparsameren Betrieb ermöglicht.

Steuerung von Fahrfolgen

  • Einfachsteuerung (Einzelaufzug): Bei Einzelaufzügen ohne Verbund werden die Etappen in der gewählten Fahrtrichtung der Reihe nach bedient. Dies folgt meist dem Prinzip der kollektiven Steuerung: Alle angeforderten Fahrziele in Fahrtrichtung werden nacheinander angefahren, bevor die Richtung wechselt. Beispielsweise fährt der Aufzug auf dem Weg nach oben alle angewählten Zwischenstopps an. Ist kein weiterer Auftrag in diese Richtung offen, wechselt er in den Gegenlauf. Diese einfache Abarbeitung der Ziele gewährleistet, dass kein Ruf verloren geht, auch wenn die Reihung bei hohem Verkehrsaufkommen Wartezeiten verursachen kann.

  • Gruppensteuerung (Mehrere Kabinen): In Gebäuden mit mehreren Aufzugskabinen übernimmt eine Gruppensteuerung die koordinierte Verteilung der Rufe. Kommt ein neuer Fahrgastwunsch herein, entscheidet das System nach festgelegter Logik, welche Kabine den Auftrag am effizientesten übernimmt. Kriterien sind z. B. aktuell geringste Entfernung, passendende Fahrtrichtung oder die geringste Auslastung. Das Ziel solcher Gruppenalgorithmen ist es, Wartezeiten zu verkürzen und eine gleichmäßige Auslastung der Aufzüge zu erreichen. Dadurch steigt die Transportkapazität des Gesamtsystems. Für das Facility Management ist wichtig zu wissen, dass komplexe Gruppensteuerungen zwar effizienter arbeiten, aber auch anfälliger für suboptimale Einstellungen sein können – regelmäßige Überprüfung der Algorithmus-Parameter kann hier sinnvoll sein.

  • Priorisierte Fahrten: Bestimmte Betriebsarten oder Spezialaufzüge besitzen Prioritäten, die von der normalen Rufreihenfolge abweichen. Beispielsweise können Servicefahrten (etwa für Handwerker oder Möbeltransporte) vom Personal gezielt ausgelöst werden, wobei der Aufzug exklusiv genutzt wird und andere Rufe vorübergehend ignoriert. Bettenaufzüge in Krankenhäusern besitzen oft Vorrangschaltungen, damit ein Transportbett zügig und ohne Zwischenstopps ans Ziel kommt. Lastenaufzüge können mit Vorrang beladen werden, um Lieferungen schneller zu befördern. Feuerwehraufzüge schließlich haben im Brandfall eine absolute Priorität: Sie schalten in einen speziellen Betriebsmodus, in dem sie nur noch manuell durch die Einsatzkräfte gesteuert werden – sämtliche normalen Rufbefehle sind dann gesperrt. Das Facility Management muss diese Prioritäten kennen, um bei Beschwerden (z. B. wenn ein Aufzug temporär für andere nicht verfügbar ist) die Hintergründe erklären und entsprechend planen zu können.

FM-Perspektive im Fahrvorgang

  • Vibrationen und Geräusche als Indikatoren: Die Qualität der Fahrt spiegelt sich in Vibrationen und Geräuschen wider. Wahrgenommene Vibrationen im Fahrkorb oder Klapper- bzw. Schleifgeräusche während der Bewegung deuten häufig auf justier- oder reparaturbedürftige Komponenten hin. Typische Quellen können Führungsschienenstöße (Übergänge zwischen Schienensegmenten) oder lose Befestigungskonsolen im Schacht sein. Auch abgenutzte oder trockene Führungsrollen/Gleitschuhe der Kabine können Vibrationen übertragen. Tragmittel wie Drahtseile, die ungleichmäßig gespannt sind oder an anderer Stelle reiben, sowie die Kabinenaufhängung (z. B. verschlissene Dämpfungselemente) erzeugen charakteristische Geräusche. Das Facility Management sollte auf solche Signale achten: Sie sind oft frühe Hinweise auf Verschleiß oder fehlende Justage, die im Wartungsprotokoll angesprochen werden sollten, um größere Ausfälle zu verhindern.

  • Vergleich mehrerer Anlagen im Gebäude: In Gebäuden mit mehreren Aufzügen bietet sich dem FM ein direkter Qualitätsvergleich an. Weist eine Anlage eine deutlich schlechtere Fahrqualität auf als die andere (z. B. mehr Ruckeln, Lautstärke oder Erschütterungen), ist dies ein Ansatzpunkt für Maßnahmen. Eventuell sind die Wartungsintervalle anzupassen oder gezielte Reparaturen durchzuführen. Möglicherweise spiegelt der Unterschied auch den technischen Stand wider – etwa wenn ein Aufzug bereits modernisiert wurde und der andere älter ist. In solchen Fällen kann das FM mit Messungen oder Gutachten argumentieren, um eine Modernisierung der schwächeren Anlage zu begründen. Insgesamt gilt: Fahrkomfort-Unterschiede liefern dem FM wichtige Daten, um Wartungsstrategien zu verfeinern und die Investitionsplanung (für Modernisierungen oder Austausch) am tatsächlichen Bedarf auszurichten.

Brems- und Positionierphase

  • Geschwindigkeitsreduzierung: Sobald sich die Kabine der Zielhaltestelle nähert, leitet die Steuerung den Bremsvorgang ein. Die Fahrgeschwindigkeit wird kontrolliert schrittweise verringert – meist nach einem vorgegebenen Bremsprofil. Moderne Steuerungen nutzen eine sanfte Verzögerungsrampe, sodass die Abbremsung für die Fahrgäste kaum spürbar bleibt. Der Übergang von konstanter Fahrt in den Halt erfolgt fließend.

  • Präzises Leveln (Haltenauigkeit): Ein zentrales Qualitätsmerkmal des Stoppvorgangs ist die Haltenauigkeit – das exakte Positionieren der Kabine auf gleicher Höhe mit dem Etagenboden. Die Steuerung verlangsamt die Kabine auf Kriechfahrt und stoppt dann genau, sodass kein oder nur ein minimaler Höhenunterschied (wenige Millimeter) zwischen Kabinenboden und Etagenboden verbleibt. Gegebenenfalls kommen Nachregel-Einrichtungen zum Einsatz, die die Kabine bei minimalem Versatz noch korrigieren. Dieses präzise Leveln ist wichtig für einen sicheren und komfortablen Ein- und Ausstieg, insbesondere für Personen mit eingeschränkter Mobilität oder Rollgeräte.

  • Sichern des Stillstands: Ist die Endposition erreicht, sorgen Brems- und Haltesysteme dafür, dass die Kabine fest an ihrem Platz bleibt. Üblicherweise wird die betriebliche Bremse des Antriebs (eine mechanische Bremse am Motor oder Getriebe) geschlossen, um die Kabine gegen Bewegung zu halten. Zusätzlich verhindert die elektrische Ansteuerung des Motors ein Nachgeben. Im Normalbetrieb reicht diese Betriebsbremse aus, um den Fahrkorb zu halten. In Notfällen (z. B. bei Versagen des Antriebs oder unkontrollierter Bewegung) würde eine Fangvorrichtung greifen – diese spielt im regulären Stoppvorgang jedoch nur die Rolle eines passiven Sicherheitssystems. Für das FM sind eine korrekte Bremsjustierung und regelmäßige Prüfung wichtig: Eine gut eingestellte Bremse trägt zu sanften Stopps und Sicherheit bei, während Verschleiß an der Bremse z. B. durch längere Auslaufwege auffallen kann.

Türfreigabe und Übergang zur Etage

Prüfung vor Türöffnung: Nachdem die Kabine exakt angehalten hat, prüft die Steuerung erneut mehrere Bedingungen, bevor die Türen entriegelt werden. Dies dient der Sicherheit der Fahrgäste beim Übergang zur Etage.

Erst wenn folgende Kriterien erfüllt sind, erfolgt die Türfreigabe:

  • Kabine in zulässiger Position: Die Kabine muss sich im Halte- bzw. Türbereich der Etage befinden. Hierfür sind Sensoren vorhanden, welche der Steuerung melden, dass der Fahrkorb innerhalb der sogenannten Türzone steht (typischerweise wenige Zentimeter ober- oder unterhalb der Etagenposition). Ist die Kabine auch nur geringfügig außerhalb dieses Bereichs, bleiben die Türen verriegelt, um gefährliche Spalten zu vermeiden.

  • Kein Sicherheitsalarm aktiv: Weder ein Übergeschwindigkeitsbegrenzer noch ein anderer Sicherheitskreis darf im Alarmzustand sein. Beispielsweise, wenn während der Fahrt ein Not-Stopp aktiviert wurde oder ein anderer Fehler detektiert wurde, würde die Steuerung die Türöffnung verweigern, bis eine sichere Lage hergestellt ist. Somit wird verhindert, dass bei einer nicht ordnungsgemäßen Position oder während einer Störung die Türen öffnen.

  • Türzone korrekt erkannt: Die Sensorik des Aufzugs bestätigt, dass die richtige Etage erreicht ist und die Positionierung im Türbereich stimmt. Dies ist im Grunde die technische Verifikation des ersten Punkts – oft durch separate Endschalter oder Sensoren in der Etage, die einen positionsabhängigen Impuls an die Steuerung geben. Erst diese Rückmeldung erlaubt das elektrisch gesteuerte Entriegeln der Schachttür durch den Türöffner-Mechanismus.

  • Automatisches Türöffnen und Ausstieg: Sind all diese Freigabebedingungen erfüllt, wird der Befehl zum Türöffnen gegeben. Die Kabinen- und Schachttür an der Haltestelle werden – meist synchron – automatisch geöffnet, damit die Fahrgäste sicher aussteigen können. Moderne Türantriebe öffnen zügig, aber mit sensorisch überwachter Kraft, um einerseits Wartezeiten zu minimieren und andererseits niemanden zu verletzen. Falls während des Öffnens ein Hindernis erkannt wird (z. B. ein Gegenstand oder eine Person in der Lichtschranke), stoppen die Türen oder öffnen erneut, um einen klemmfreien Ausgang zu gewährleisten.

  • Übergang und Schließvorgang: Die Phase des Ein- und Ausstiegs ist ebenfalls Teil des Stoppvorgangs. Fahrgäste verlassen die Kabine oder steigen ein; dabei halten Lichtvorhänge oder Sensorleisten an den Türen die Öffnung frei, solange jemand den Durchgang passiert. Nachdem die vorgegebene Offenhaltezeit abgelaufen ist – oft im Bereich von einigen Sekunden, abhängig von der Gebäudeart und tageszeitlichen Einstellung – schließen die Türen automatisch wieder. Einige Steuerungen passen diese Offenhaltezeit adaptiv an: Bei hohem Andrang oder erkannten Bewegungen verlängert sich die Offenzeit, bei leerer Kabine oder Betätigung eines Schließknopfs kann sie verkürzt werden. Anschließend ist der Aufzug bereit für den nächsten Fahrzyklus.

Komfort- und Sicherheitsaspekte im Stoppvorgang

In der Endphase jeder Fahrt zeigen sich zentrale Qualitätsmerkmale, die sowohl für das Nutzererlebnis als auch für die Sicherheit relevant sind.

Drei Aspekte sind besonders hervorzuheben:

Merkmal

Anforderung (Basis)

FM-Relevanz

Halteneauigkeit

Sehr geringe Höhendifferenz zwischen Kabinenboden und Etagenboden (idealerweise nur wenige Millimeter)

Barrierefreiheit: unerlässlich für einen stolperfreien Übergang, wichtig für Rollstuhlfahrer und Transportwagen (kein Spalt oder Absatz). Mängel erhöhen Stolper- und Unfallgefahr sowie Rollwiderstand für Räder.

Sanftes Anhalten

Keine harte, schlagartige Bremsung beim Stillsetzen der Kabine – der Übergang von Fahrt zu Stillstand erfolgt fließend und ohne „Endruck“

Nutzerkomfort: Fahrgäste empfinden den Halt als angenehm und erschrecken nicht. Verschleißreduzierung: Weniger Stoßbelastung schont mechanische Komponenten (Bremse, Aufhängung, Führung).

Türöffnung

Zügiger, aber sichere Öffnung der Türen nach dem Halt; Türsteuerung mit zuverlässiger Hinderniserkennung (z. B. Lichtschranken), die ein Einklemmen verhindert

Störungsanfälligkeit: Türen sind oft die häufigste Fehlerquelle – reibungslose Türzyklen reduzieren Ausfälle. Beschwerdeaufkommen: Schnelle Türöffnung und sicheres Schließen ohne Zwischenfälle steigern die Zufriedenheit der Nutzer und reduzieren Meldungen über „eingeklemmte“ Gegenstände oder lange Wartephasen beim Türöffnen/-schließen.

Durch die laufende Beobachtung dieser Merkmale kann das Facility Management abschätzen, wie „gesund“ eine Anlage ist. Beispielsweise weist eine nachlassende Haltegenauigkeit oder häufiges Nachregulieren auf möglichen Wartungsbedarf (z. B. an der Antriebssteuerung oder hydraulischen Ventilen) hin. Harte Stopps könnten justierbare Brems- oder Regelungsprobleme signalisieren. Und auffällige Türstörungen verlangen oft umgehend nach Einstellung oder Reparatur, da ein Großteil aller Aufzugsausfälle mit Türproblemen zusammenhängt.

Zusammenhänge zu Sicherheit, Komfort und FM-Prozessen

  • Verriegelungs- und Lastlogik: Eine Grundbedingung ist, dass eine Fahrt nur bei geschlossenen und verriegelten Türen sowie innerhalb der zulässigen Lastgrenzen stattfinden kann. Jeder Aufzug ist mit Türverriegelungen versehen, die elektrisch überwacht sind – die Steuerung gibt den Motor erst frei, wenn kein Türkontakt eine offene Tür meldet. Ebenso verhindert eine Überlastschaltung den Fahrstart bei Überladung. Diese Logik sorgt dafür, dass gefährliche Zustände (Fahrt mit offener Tür oder Überbelastung) ausgeschlossen sind.

  • Kontinuierliche Überwachung: Während der Bewegung werden Geschwindigkeit, Position und Türzustand permanent überwacht. Ein Geschwindigkeitsbegrenzer (bei Seilaufzügen) misst die Kabinengeschwindigkeit mechanisch und elektrisch – überschreitet die Kabine die zulässige Höchstgeschwindigkeit, greift sofort eine Sicherheitsprozedur ein. Die Position der Kabine wird durch Sensoren (z. B. Magnetschalter oder Lichtsensoren an den Etagen) verfolgt, damit die Steuerung stets weiß, wo sich der Fahrkorb befindet und wann Abbremsen einzuleiten ist. Gleichzeitig wird ununterbrochen der Status der Sicherheitsschaltkreise geprüft: Türkontakte, Endschalter in Schachtgrube und Schachtkopf, Überlastsensor, Not-Halt-Schalter etc. bilden einen Stromkreis, der im Normalbetrieb geschlossen ist. Wird irgendwo eine Abweichung festgestellt, unterbricht die Steuerung umgehend die Fahrt.

  • Notfallkette bei Störungen: Tritt dennoch eine Störung oder ein sicherheitskritisches Ereignis auf, greift eine festgelegte Notfallkette. Zunächst erfolgt ein sofortiger Halt des Fahrkorbs – entweder durch Anhalten des Motors oder durch Auslösen der mechanischen Fangvorrichtung, falls ein Absturz/Überschreiten der Geschwindigkeit droht. Die Fangvorrichtung arretiert die Kabine im Extremfall durch Klemmen an den Führungsschienen, um einen freien Fall zu verhindern. Gleichzeitig oder unmittelbar danach wird eine Notrufverbindung aktiviert: Moderne Anlagen stellen automatisch eine Sprachverbindung zur Notrufzentrale her, sobald der Fahrkorb unplanmäßig stoppt und Fahrgäste eingeschlossen sind. In der Kabine übernimmt die Notbeleuchtung (Batterieversorgung) die Ausleuchtung, falls die Hauptstromversorgung ausfällt. Die eingeschlossenen Personen werden so lange betreut, bis eine manuelle Befreiung durch geschultes Personal erfolgt. Für das Facility Management bedeutet dies: Alle diese Sicherheitseinrichtungen müssen regelmäßig geprüft und funktionsfähig gehalten werden (gesetzliche Prüfungen nach BetrSichV), damit im Ernstfall jeder Baustein der Sicherheitskette zuverlässig funktioniert.

Fahrkomfort als Qualitätsindikator

Der Fahrkomfort eines Aufzugs – also wie sanft, ruhig und verlässlich die Fahrten ablaufen – ist nicht nur eine Frage des Wohlbefindens der Nutzer, sondern auch ein Indikator für die Anlagenqualität. Sanfte Start-, Fahr- und Stoppvorgänge sind das Ergebnis eines harmonischen Zusammenspiels von Antrieb, Tragmitteln, Führungsschienen, Kabinenaufhängung und Steuerung. Wenn all diese Komponenten gut aufeinander abgestimmt und gewartet sind, läuft der Aufzug nahezu unmerklich. Für das FM ist dies insofern wichtig, als hoher Fahrkomfort auf einen gut gepflegten und richtig eingestellten Aufzug schließen lässt.

Umgekehrt sind wiederkehrende Beschwerden von Nutzern über „Ruckeln“, ungewöhnliche Geräusche oder ein „komisches Fahrgefühl“ ernst zu nehmen. Solche Rückmeldungen sollten systematisch erfasst und analysiert werden. Oft deuten sie auf justierbare Probleme hin – etwa einen erhöhten Verschleißzustand oder falsche Einstellungen der Antriebssteuerung – die durch Wartung behoben werden können. Das Facility Management sollte daher eine enge Rückkopplung mit dem Wartungsteam pflegen: Nutzerfeedback zum Fahrkomfort kann wertvolle Hinweise liefern, wo im System nachzuregulieren ist. Ein proaktives Eingehen auf diese Qualitätsaspekte erhöht nicht nur die Zufriedenheit der Fahrgäste, sondern beugt auch technischen Folgeschäden vor (denn ein Aufzug, der „weich“ läuft, verschleißt in der Regel weniger stark). In Ausschreibungen für Wartungsverträge kann Fahrkomfort sogar als Qualitätskriterium definiert werden, um den Serviceanbieter zu entsprechend sorgfältiger Justage zu verpflichten.

Einbindung in FM-Organisation und Dokumentation

Ein effektiver Betrieb von Aufzugsanlagen erfordert, dass die Erkenntnisse aus dem Bewegungsablauf im Facility-Management-System verankert sind.

Die folgenden FM-Bausteine zeigen den Bezug zum Start-, Fahr- und Stoppvorgang auf:

FM-Baustein

Bezug zu Start-, Fahr- und Stoppvorgang

Wartungsverträge

In Wartungs- und Serviceverträgen sollten konkrete Prüfpunkte festgelegt sein, die direkt mit dem Fahrverhalten des Aufzugs zusammenhängen. Dazu zählen z. B. die Überprüfung der Beschleunigungs- und Bremsqualität (ruckfreies Anfahren und sanftes Abbremsen), die Haltenauigkeit an den Haltestellen sowie die Türzyklen (Öffnungs- und Schließverhalten der Türen). Solche Kriterien stellen sicher, dass der Service nicht nur die grobe Funktionsfähigkeit prüft, sondern auch die Qualität der Bewegung im Auge behält.

Störungsmanagement

Im Störungs- bzw. Fehlermanagement des Gebäudes sollte eine Kategorisierung nach Phasen erfolgen. Das heißt, gemeldete Aufzugsstörungen werden dahingehend analysiert, ob sie im Startvorgang, während der Fahrt, beim Stopp oder im Türbetrieb aufgetreten sind. Dieses Vorgehen erleichtert die Fehlersuche: Häufen sich z. B. Störungen im Bereich Türöffnung/-schließung, liegt der Fokus auf der Türmechanik oder -steuerung. Treten Probleme vor allem beim Anfahren auf, ist eher der Antrieb oder die Steuerung zu prüfen. Eine strukturierte Dokumentation nach Phasen hilft dem FM, Schwerpunkte für technische Verbesserungen oder gezielte Wartungsmaßnahmen abzuleiten.

Nutzerkommunikation

Das Facility Management fungiert als Schnittstelle zwischen den technischen Abläufen und den Nutzern. Umgang mit Beschwerden über lange Wartezeiten, abrupte Fahrten oder unzuverlässige Aufzüge ist daher ein wichtiger Aspekt. FM-Mitarbeiter sollten über die Hintergründe des Start-Fahrt-Stoppvorgangs informiert sein, um Anwenderanfragen kompetent zu beantworten – z. B. warum es zu Stoßbewegungen kommen kann oder weshalb in Spitzenzeiten Wartezeiten auftreten. Transparente Kommunikation (Aushänge, E-Mails) bei temporären Einschränkungen, etwa während Wartungsarbeiten oder Modernisierungen, trägt ebenfalls zur Akzeptanz bei. Im Idealfall werden die Nutzer aktiv eingebunden, indem ihre Wahrnehmungen erfragt werden (z. B. Umfragen zur Fahrzufriedenheit), wodurch das FM frühzeitig von möglichen Problemen erfährt.

Reporting & KPIs

Eine professionelle FM-Organisation etabliert ein regelmäßiges Berichtswesen für Aufzugsanlagen. Darin werden Kennzahlen (KPIs) festgehalten, die eng mit den Betriebsphasen verknüpft sind: Zum Beispiel die Ausfallzeiten des Aufzugs (gesamte Stillstandszeit pro Monat/Jahr), die Anzahl der Störungen unterteilt nach Kategorien (Antrieb, Türen etc.), speziell die Türstörungen als häufige Unterkategorie, sowie die Anzahl von Notrufereignissen (Einschlüsse von Fahrgästen, die den Alarmknopf erforderten). Diese Zahlen ermöglichen es, Trends zu erkennen und die Performance der Anlage über die Zeit zu bewerten. Ein vergleichendes KPI-Tracking zwischen mehreren Aufzügen im Portfolio kann aufzeigen, wo Handlungsbedarf besteht. Darüber hinaus dienen die Daten als Nachweis gegenüber Management und Eigentümern, um etwa Investitionen in Modernisierung (z. B. Austausch eines anfälligen Türantriebs oder Nachrüstung einer besseren Steuerung) zu untermauern.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das vorliegende Kapitelgerüst eine umfassende Betrachtung des Bewegungsablaufs eines Aufzugs aus FM-Sicht bietet. Jeder Abschnitt – vom Start über die konstante Fahrt bis zum Stopp – beeinflusst Sicherheit und Komfort der Nutzer und hat Auswirkungen auf die betrieblichen Prozesse im Facility Management. Dieses Strukturkonzept kann direkt für ein Elevator-Betriebskonzept oder eine FM-Leistungsbeschreibung übernommen werden. Es lässt sich bei Bedarf um objektspezifische technische Details (etwa besondere Antriebsarten, Baujahre, Herstellerhinweise) und konkrete Normverweise (z. B. auf DIN EN 81, BetrSichV, TRBS) ergänzen, um den spezifischen Anforderungen einer Aufzugsanlage gerecht zu werden. Ziel ist stets ein sicherer, komfortabler und effizienter Aufzugsbetrieb im Einklang mit den geltenden Vorgaben und den Erwartungen der Nutzer.