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Feuerwehraufzüge

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Arten von Aufzugsanlagen Feuerwehraufzüge grafische Übersicht

Feuerwehraufzüge

Feuerwehraufzüge sind speziell ausgerüstete Aufzugsanlagen, die im Brandfall vorrangig von Einsatzkräften der Feuerwehr für Rettungs- und Löschmaßnahmen genutzt werden. Als integraler Bestandteil des baulichen Brandschutz- und Evakuierungskonzepts eines Gebäudes unterliegen sie besonderen baulichen, technischen und organisatorischen Anforderungen. Für das Facility Management bedeutet dies, dass ein Feuerwehraufzug über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg so geplant, betrieben und instand gehalten werden muss, dass er im Ernstfall zuverlässig zur Verfügung steht. Zudem ist sicherzustellen, dass der Aufzug unter Brandbedingungen sicher betrieben werden kann und nahtlos in die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, der Leitstelle und der übrigen Gebäudetechnik eingebunden ist.

Feuerwehraufzüge – Funktion und Anforderungen

Zweck und Abgrenzung

  • Zweck: Feuerwehraufzüge ermöglichen den Einsatzkräften eine schnelle vertikale Erschließung des Gebäudes, um Brandetagen zügig zu erreichen, Menschenleben zu retten und schweres Gerät sowie Löschmittel effizient in obere Stockwerke zu transportieren. Insbesondere in Hochhäusern und weitläufigen oder komplexen Gebäuden ist ein Feuerwehraufzug unverzichtbar, da hier ein schneller Einsatz über Treppenhäuser allein nicht gewährleistet werden kann.

  • Abgrenzung zu Personenaufzügen: Im Gegensatz zu gewöhnlichen Personenaufzügen, die im Brandfall nicht benutzt werden dürfen, ist der Feuerwehraufzug ausdrücklich für den Einsatz während eines Brandereignisses vorgesehen. Er steht während eines Brandalarms nicht dem allgemeinen Personenverkehr zur Verfügung, sondern wird ausschließlich von der Feuerwehr bedient, um einen sicheren und priorisierten Transport zu gewährleisten.

  • Abgrenzung zu Standardaufzügen mit "Feuerwehrfahrt": Manche Aufzüge besitzen eine Feuerwehrschaltung (auch „Feuerwehrfahrt“ genannt), die der Feuerwehr im Notfall eine eingeschränkte Sondernutzung des Aufzugs ermöglicht. Doch eine solche Zusatzfunktion allein macht noch keinen vollwertigen Feuerwehraufzug. Ein echter Feuerwehraufzug ist ein umfassendes Gesamtkonzept mit eigenem, brandgeschütztem Fahrschacht, speziellen Vorräumen (Feuerwehraufzugsvorräumen), unabhängiger Notstromversorgung und einer auf den Feuerwehreinsatz abgestimmten Steuerung. Die reine Feuerwehrschaltung eines normalen Aufzugs kann diese ganzheitlichen Schutzmaßnahmen nicht ersetzen.

Typische Einsatzgebäude

Feuerwehraufzüge werden vor allem in Gebäuden eingesetzt, in denen bei einem Brand ein schneller und direkter Zugang für die Feuerwehr lebensrettend ist. In vielen Bauvorschriften – etwa gemäß der Muster-Hochhaus-Richtlinie ab einer Gebäudehöhe von 22 Metern – sind sie für bestimmte Gebäudeklassen vorgeschrieben.

Typische Anwendungsfälle sind:

Gebäudetyp / Nutzung

Rolle des Feuerwehraufzugs

Hochhäuser / hochhausähnliche Bauten

Vertikaler Hauptzugang für die Feuerwehr zu allen Brandetagen; oft gesetzlich ab einer bestimmten Höhe des Gebäudes vorgeschrieben.

Kliniken, große Hotels

Unterstützung der Feuerwehr bei Evakuierung und Menschenrettung über mehrere Geschosse sowie effizienter Transport von Löschgeräten.

Büro- und Verwaltungsgebäude mit vielen Etagen

Schneller Zugang der Einsatzkräfte zu weitläufigen Bürobereichen und Technikzentralen, um Entstehungsbrände in oberen Stockwerken rasch bekämpfen zu können.

Einkaufszentren / komplexe Nutzungsmischungen

Erreichbarkeit von zentralen Zonen (z.B. Atrien, Ladenstraßen) und technischen Bereichen, die über Treppen nur umständlich zugänglich wären; gezielter Einsatz in Bereichen mit hohem Besucheraufkommen.

Für das Facility Management ist der Feuerwehraufzug fest in die organisatorischen und technischen Abläufe des Gebäudebetriebs eingebunden:

  • Verankerung im Brandschutzkonzept: Der Feuerwehraufzug ist Bestandteil des vorbeugenden Brandschutzes. Er erscheint in Feuerwehrplänen und Feuerwehrlaufkarten und ist in der Alarm- und Evakuierungsorganisation berücksichtigt. Seine Lage und Funktion müssen im Brandschutzkonzept klar beschrieben sein, sodass Einsatzkräfte im Ernstfall wissen, wo sich der Aufzug befindet und wie er zu bedienen ist.

  • Technische Schnittstellen: Eine enge Abstimmung mit anderen sicherheitstechnischen Anlagen des Gebäudes ist essenziell. Der Feuerwehraufzug ist mit der Brandmeldeanlage (BMA) verknüpft, damit er im Brandfall automatisch in einen definierten Zustand versetzt wird (z.B. Fahrt ins Erdgeschoss und Außerbetriebnahme für den Publikumsverkehr). Ebenso besteht eine Verbindung zu Löschanlagen (z.B. Sprinklersteuerung), zur Sicherheitsbeleuchtung, zu Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) und ggf. zu einer Rauchschutz-Druckanlage für den Aufzugsschacht und die Vorräume. Diese Vernetzung stellt sicher, dass alle Systeme im Notfall ineinandergreifen.

  • Operative Schnittstellen: Das Facility Management muss den Feuerwehraufzug im täglichen Betrieb und im Notfall eng mit den relevanten Stellen koordinieren. Dazu zählen insbesondere die Feuerwehr (z.B. durch regelmäßige Einweisungen in die Aufzugsbedienung und gemeinsame Übungen), der Sicherheitsdienst vor Ort, die ständig besetzte Leitstelle bzw. Gebäudeleitzentrale sowie das Service- und Wartungspersonal für die Aufzugsanlage. Nur durch abgestimmte Zusammenarbeit aller Beteiligten kann die Funktionsfähigkeit und Verfügbarkeit des Feuerwehraufzugs jederzeit gewährleistet werden.

Aus Sicht des Facility Managements sind beim Feuerwehraufzug besondere bauliche Schutzmaßnahmen zu beachten:

  • Geschützter Fahrschacht und Vorraum: Der Feuerwehraufzug verfügt über einen eigenen Fahrschacht, der feuerbeständig ausgeführt ist, sowie über einen speziell abgeschotteten Vorraum vor jeder Aufzugstür (Feuerwehraufzugsvorraum). Dieser Vorraum ist ein brandgeschützter Schleusenbereich, der verhindern soll, dass Rauch und Feuer direkt in den Fahrschacht oder die Aufzugskabine eindringen. Türen zu diesen Vorräumen sind in der Regel rauchdicht und selbstschließend.

  • Rauchschutz und Überdruckbelüftung: Um eine Rauchausbreitung zu verhindern, können der Fahrschacht und die zugehörigen Vorräume mit einer Rauchschutz-Druckanlage (Überdrucklüftung) ausgestattet sein. Dadurch wird im Brandfall ein Überdruck gehalten, der bei geöffneten Türen das Eindringen von Rauch weitgehend verhindert. So bleibt der Rettungsweg über den Aufzug möglichst rauchfrei.

  • Externer Zugang und Erkennbarkeit: Der Zugang zum Einstiegsstockwerk des Feuerwehraufzugs (häufig im Erdgeschoss oder einem speziell ausgewiesenen Feuerwehrzugang) muss von außen für die Feuerwehr schnell und eindeutig erreichbar sein. Dieser Zugang ist entsprechend gekennzeichnet (z.B. durch Schilder „Feuerwehraufzug“) und darf nicht verstellt oder versperrt sein. Das erleichtert der Feuerwehr eine zügige Aufnahme des Aufzugsbetriebs, ohne Zeitverlust durch Suche oder Hindernisse.

Typische technische Komponenten

Ein Feuerwehraufzug besteht aus verschiedenen Komponenten und Systemen, die auf den besonderen Einsatzfall ausgelegt sind.

Im Folgenden sind einige Hauptkomponenten und ihre Eigenschaften sowie die daraus resultierende FM-Relevanz aufgeführt:

Komponente / Bereich

Kurzbeschreibung

FM-Relevanz (Aufgaben im Betrieb)

Kabine & Innenausstattung

Robuste Ausführung; ausreichend groß, um mehrere Einsatzkräfte plus Ausrüstung oder eine Krankentrage (ca. 2,2 m x 0,6 m) aufzunehmen. Innen widerstandsfähige Materialien, oft mit Beschichtungen gegen Wasser und Hitze.

Regelmäßige Kontrolle auf Beschädigungen und Sauberkeit; sicherstellen, dass keine Fremdausstattung die Kabine beeinträchtigt und dass sie stets einsatzbereit ist.

Türen & Türantriebe

Automatische Schacht- und Kabinentüren mit hoher Widerstandsfähigkeit gegen Hitze; in Vorräume integriert mit rauchdichten Abschlüssen. Türen lassen sich im Notfall auch manuell öffnen und schließen.

Überwachung der Justierung und Dichtheit der Türen; regelmäßige Prüfung, dass Türen einwandfrei schließen und keine Rauchdurchlässigkeit aufweisen. Bei Störungen umgehend Wartung veranlassen, da funktionierende Türen für den Brandschutz kritisch sind.

Antrieb / Maschine

Leistungsfähiger Elektro- oder Hydraulikantrieb, ausgelegt für hohe Lasten und Dauerbetrieb auch unter Brandbedingungen. Ausgestattet mit einer Notstromversorgung, damit der Aufzug auch bei Stromausfall (z.B. durch Feuer) nutzbar bleibt.

Abschluss von Wartungsverträgen mit Fokus auf Zuverlässigkeit; regelmäßige Überprüfung der Notstromversorgung (Batterien, Notstromaggregat etc.). Sicherstellen, dass der Maschinenraum ausreichend gegen Feuer und Löschwasser geschützt ist.

Steuerung (Feuerwehrmodus)

Spezielle Aufzugssteuerung, die im Brandfall in den Feuerwehrmodus schaltet. Gesteuert über einen Feuerwehrschlüsselschalter am Hauptzugang; priorisierte Fahrsteuerung nur für Feuerwehrbefehle und automatische Rückkehr ins Eingangsstockwerk bei Alarm.

Regelmäßige Funktionsprüfungen der Feuerwehrsteuerung in Abstimmung mit der Brandmeldeanlage. Einhaltung der Programmierung entsprechend dem Brandschutzkonzept (z.B. korrekte Reaktion bei Brandalarm). Schulung des FM-Personals, um mit der Anlage vertraut zu sein und im Bedarfsfall unterstützend eingreifen zu können (z.B. Rücksetzung nach einem Einsatz).

Vorraum / Zugang

Pro Geschoss ein Feuerwehraufzugsvorraum als Schutzbereich mit feuerbeständigen Wänden; dient als sicherer Warte- und Übergangsbereich. Im Einstiegsstockwerk befindet sich der Hauptzugangsbereich für die Feuerwehr.

Regelmäßige Kontrolle, dass Vorräume frei von Lagerungen oder Hindernissen sind. Beschilderungen und Beleuchtung prüfen; Türen zu den Vorräumen müssen stets funktionsfähig (selbstschließend, dichtschließend) gehalten werden.

Notruf & Kommunikation

Notrufsystem in der Kabine (Notruftaster, Gegensprechanlage) mit direkter Verbindung zu einer ständig besetzten Stelle (Leitstelle oder Empfang). Ggf. Ausstattung mit einer zusätzlichen Feuerwehr-Gegensprechanlage, um die Kommunikation zwischen Fahrkorb, Leitstelle und Feuerwehr sicherzustellen.

Tägliche Funktionskontrolle des Notrufsystems (teilweise automatisch überwacht); Überprüfung der Verbindung zur Leitstelle. Im Alarmfall muss sichergestellt sein, dass eine Sprechverbindung zur Feuerwehr hergestellt werden kann – daher entsprechende Übungen mit den Einsatzkräften durchführen.

     

Feuerwehraufzüge unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht von normalen Aufzügen:

  • Betrieb unter Brandbedingungen: Sie sind so ausgelegt, dass sie innerhalb bestimmter Grenzen auch bei einem Brand funktionsfähig bleiben. Dazu gehören z.B. feuerbeständige Materialien, Schutz vor dem Eindringen von Löschwasser in empfindliche Anlagenbestandteile und Maßnahmen gegen Überhitzung. Dadurch kann der Aufzug während des anfänglichen Brandverlaufs sicher genutzt werden, wenn Treppenräume vielleicht schon verraucht oder beschädigt sind.

  • Spezielle Steuerungslogik: Im Feuerwehrbetrieb übernimmt die Feuerwehr die alleinige Kontrolle über den Aufzug. Die Steuerung ist so programmiert, dass kein externer (normaler) Ruf mehr angenommen wird und die Kabine nur auf direkte Befehlsgabe der Einsatzkräfte fährt. Funktionen wie Vorrangschaltungen (Priorität für Feuerwehrbefehle) und manuelle Türsteuerung (Tür öffnet nur auf Anweisung) gewährleisten einen sicheren und effizienten Einsatz unter Notfallbedingungen.

  • Einbindung in die Brandfallsteuerung: Feuerwehraufzüge sind in die Brandfallsteuerung des Gebäudes integriert. Bei Auslösen eines Feueralarms fährt ein Feuerwehraufzug meist automatisch in die vorgesehene Eingangs- bzw. Erdgeschossebene und verbleibt dort, bis die Feuerwehr den Betrieb übernimmt. Gleichzeitig wird er für die Allgemeinheit gesperrt. Diese automatische Reaktion ist Teil der Brandfallmatrix des Gebäudes, sodass der Aufzug im Notfall vordefiniert reagiert und keine manuelle Initialisierung benötigt.

Normalbetrieb vs. Brandfallbetrieb

Je nach Festlegung im Brandschutz- und Betriebskonzept kann ein Feuerwehraufzug außerhalb von Notfällen auch im normalen Personenverkehr mitgenutzt werden.

Wichtig ist jedoch, zwischen den Betriebszuständen klar zu unterscheiden:

Betriebszustand

Nutzung / Verhalten

Normalbetrieb

Der Aufzug kann regulär wie ein Personenaufzug genutzt werden, unterliegt aber ggf. bestimmten Einschränkungen (z.B. Vorrangsteuerung für bestimmte Fahrten oder Begrenzung von Lasten, um die Einsatzbereitschaft nicht zu gefährden). Er bleibt ständig in Bereitschaft für den Notfall, und bei einer Störung wird er vorrangig instand gesetzt, um die volle Funktion schnell wiederherzustellen.

Brandvoralarm / Brandmeldung

Bei einer Voralarm-Meldung der Brandmeldeanlage oder sobald eine bestätigte Brandmeldung eingeht, fährt der Aufzug automatisch in eine vordefinierte Ebene (meist Erdgeschoss oder Feuerwehr-Einstiegsebene) und wird dort außer Betrieb genommen. Die normalen Rufbedienungen für Nutzer werden deaktiviert, sodass keine unbefugten Personen den Aufzug nutzen können.

Feuerwehrbetrieb (über Schlüsselschalter)

Nach Eintreffen der Feuerwehr kann der Aufzug mittels Feuerwehrschlüsselschalter in den Feuerwehrmodus geschaltet werden. Ab diesem Moment hat ausschließlich die Feuerwehr die Kontrolle: Der Aufzug fährt nur noch auf Anweisung der Einsatzkräfte, ignoriert alle Normalrufe, und die Türen öffnen/schließen nur auf direkte Weisung der Feuerwehr.

Aus FM-Sicht sollte in einem Betriebskonzept eindeutig festgelegt sein, ob und wie der Feuerwehraufzug im Alltagsbetrieb genutzt wird. Oft wird er tagsüber als normaler Personenaufzug freigegeben, um seine Kapazität zu nutzen – allerdings nur unter der Maßgabe, dass diese Nutzung die ständige Notfallbereitschaft nicht beeinträchtigt. So sind etwa Tätigkeiten zu vermeiden, die den Aufzug übermäßig beanspruchen oder längere Zeit blockieren, damit seine Verfügbarkeit im Ernstfall nicht gefährdet wird.

Zudem muss sichergestellt sein, dass der Wechsel vom Normal- in den Feuerwehrbetrieb jederzeit reibungslos funktioniert. Konkret bedeutet dies, dass im Alarmfall jeglicher Normalbetrieb sofort aufgehoben und der Aufzug umgehend exklusiv für die Feuerwehr bereitgestellt wird. Im Facility Management sind entsprechende Vorkehrungen zu treffen (z.B. regelmäßiges Testen der Umschaltfunktion, Schulung des Personals, Notfallpläne für den Ausfall des Aufzugs), um diese Verfügbarkeit zu garantieren.

Feuerwehr-Bedienfeld und Ansteuerung

Im Einstiegsstockwerk des Feuerwehraufzugs (häufig im Erdgeschoss oder einem klar gekennzeichneten Feuerwehrzugang) befindet sich das Feuerwehr-Bedienfeld. Dieses besteht typischerweise aus einem Feuerwehrschlüsselschalter zur Aktivierung des Feuerwehrbetriebs und einem speziellen Bedienpult für die Steuerung des Aufzugs durch die Einsatzkräfte.

Wesentliche Merkmale aus FM-Sicht sind unter anderem:

  • Klare Beschriftung und robuste Ausführung: Alle Bedienelemente (Schalter, Taster, Anzeigen) sind eindeutig beschriftet (z.B. mit Etagenkennzeichnungen und Funktionsbezeichnungen) und gegen unbeabsichtigte Betätigung geschützt. Die Konstruktion ist vandalismusgeschützt und auf die rauen Bedingungen eines Feuerwehreinsatzes ausgelegt.

  • Standardisierte Bedienlogik: Die Funktionsweise entspricht den einschlägigen Normen (z.B. DIN EN 81-72) und den mit der Feuerwehr abgestimmten Bedienabläufen. Die Feuerwehrkräfte sollen – idealerweise durch regelmäßige Übungen – mit der Handhabung vertraut sein, damit im Ernstfall keine Zeit durch Unsicherheit oder Fehlbedienung verloren geht.

  • Zugriffssicherung: Der Schlüsselschalter ist nur mit dem genormten Feuerwehrschlüssel bedienbar, den ausschließlich die Feuerwehr bzw. berechtigte Personen besitzen. Dadurch wird verhindert, dass Unbefugte den Feuerwehrmodus aktivieren oder den Aufzug manipulieren.

Einbindung in Gebäudeleittechnik und Brandfallsteuerung

Der Feuerwehraufzug ist in die zentrale Gebäudeleittechnik (GLT) und die Brandmeldeanlage integriert, um einen überwachten und automatisierten Betrieb sicherzustellen. Der Betriebszustand des Aufzugs – etwa Normalbetrieb, Störung, Außer Betrieb oder Feuerwehrmodus – wird in der Leitstelle bzw. im GLT-System kontinuierlich angezeigt, sodass das Facility-Personal bei Unregelmäßigkeiten sofort reagieren kann.

Bei einem Feueralarm greift eine vordefinierte Notfallsteuerung: Die Brandmeldeanlage sendet ein Signal an die Aufzugssteuerung, woraufhin der Aufzug sein Brandfallprogramm ausführt (typischerweise Rückkehr ins Erdgeschoss und Deaktivierung der normalen Rufsteuerung). Parallel dazu werden andere Systeme angesteuert, z.B. Lüftungsanlagen oder Notstromaggregate für den Aufzug. All diese Abläufe sind in einer Brandfallmatrix dokumentiert, welche festlegt, wie der Feuerwehraufzug und andere Systeme auf verschiedene Szenarien reagieren (z.B. Brand in einem bestimmten Stockwerk, Netzausfall). Das Facility Management muss diese Zusammenhänge kennen und sicherstellen, dass die Schnittstellen zwischen Aufzug, Brandmeldeanlage und weiteren Anlagen regelmäßig getestet und voll funktionsfähig sind.

Beim Betrieb eines Feuerwehraufzugs stehen folgende Schutzziele und Risikoüberlegungen im Vordergrund:

  • Keine zusätzliche Gefährdung: Der Feuerwehraufzug darf im Brandfall weder für die Einsatzkräfte noch für andere Personen zur Falle werden. Er muss auch unter erschwerten Bedingungen sicher funktionieren und darf z.B. nicht auf einer vom Brand betroffenen Etage liegenbleiben oder unkontrolliert die Schachttüren öffnen. Konstruktion und Steuerung sind darauf ausgerichtet, Risiken wie Rauch, Brandeinwirkung und Stromausfall so weit wie möglich zu beherrschen.

  • Vermeidung von Fehlbedienung / Missbrauch: Um Fehlbedienungen oder unbefugte Nutzung zu verhindern, sind alle Feuerwehrfunktionen des Aufzugs gegen Zugriff gesichert (z.B. verriegelte Bedienfelder, schlüsselgesteuerte Schalter). Damit wird gewährleistet, dass im Alltag niemand versehentlich den Feuerwehrmodus auslöst und dass im Alarmfall keine Unbefugten den Aufzug betreten oder bedienen können.

  • Hohe Verfügbarkeit: Insbesondere in Hochhäusern oder Gebäuden mit eingeschränkten Treppenfluchtwegen ist der Feuerwehraufzug für Erstangriff und Menschenrettung unerlässlich. Seine Betriebsbereitschaft hat daher oberste Priorität. Aus FM-Sicht bedeutet dies, Wartungen und Reparaturen mit höchster Dringlichkeit durchzuführen, um Ausfallzeiten minimal zu halten. Muss der Aufzug außer Betrieb genommen werden (z.B. für Wartung), sind Ersatzmaßnahmen einzuplanen (z.B. Benennung eines anderen geeigneten Aufzugs oder Einrichtung von Brandwachen) und mit der Feuerwehr abzustimmen, um den Zeitraum zu überbrücken.

Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Sicherheitsorganisation

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Facility Management, Feuerwehr und ggf. dem betrieblichen Sicherheitsdienst ist unerlässlich, um die Wirksamkeit des Feuerwehraufzugs sicherzustellen.

Wichtige Aspekte dabei sind:

Bereich

FM-Aufgabe

Abstimmung im Konzept

Bereits in der Planungsphase und bei Aktualisierungen des Brandschutzkonzepts stellt das FM sicher, dass Anforderungen der Feuerwehr (und der Bauaufsicht) bezüglich des Feuerwehraufzugs berücksichtigt werden. Standort, Leistungsfähigkeit und Ausführung des Aufzugs werden mit der Feuerwehr abgestimmt und in Feuerwehrplänen dokumentiert.

Regelmäßige Einweisungen

Das FM organisiert in festgelegten Abständen gemeinsame Begehungen und Einweisungen mit der örtlichen Feuerwehr. Dabei werden der Zugang, die Bedienungseinrichtungen und Besonderheiten des Feuerwehraufzugs erläutert. Diese Einweisungen stellen sicher, dass die Einsatzkräfte im Alarmfall mit dem spezifischen Aufzugssystem des Gebäudes vertraut sind.

Übungen und Simulationen

Der Feuerwehraufzug wird in regelmäßige Räumungsübungen oder Feuerwehrübungen am Objekt integriert. Das FM koordiniert solche Übungen, bei denen beispielsweise die Anfahrt der Feuerwehr zum Gebäude, die Inbetriebnahme des Aufzugs im Feuerwehrmodus und das Zusammenwirken mit anderen Brandschutzeinrichtungen erprobt werden. So lassen sich Abläufe optimieren und eventuelle Probleme frühzeitig erkennen.

Zusätzlich stellt das Facility Management sicher, dass alle relevanten Unterlagen (z.B. Feuerwehrlaufkarten, Einsatzpläne) aktuelle Informationen zum Feuerwehraufzug enthalten. Im Alarmfall muss der Sicherheitsdienst oder die Leitstelle die Feuerwehr unverzüglich über etwaige Besonderheiten oder Störungen im Zusammenhang mit dem Aufzug informieren können.

Für Störungen oder Ausfälle des Feuerwehraufzugs müssen klare Prozesse definiert sein:

  • Meldewege bei Störungen: Wenn der Feuerwehraufzug eine Störung aufweist, wird diese sofort an die zuständige Stelle gemeldet – typischerweise die Gebäudeleitstelle oder den Sicherheitsdienst, der wiederum umgehend das zuständige FM-Team und die Wartungsfirma informiert. Solche Vorfälle werden aufgrund der sicherheitstechnischen Bedeutung prioritär gegenüber normalen Aufzugsstörungen behandelt.

  • Eskalationsmechanismen: Sollte die Verfügbarkeit des Feuerwehraufzugs beeinträchtigt sein (beispielsweise durch einen längerfristigen Ausfall), wird ein Eskalationsverfahren eingeleitet. Dazu zählt etwa die Information der Feuerwehr und ggf. der zuständigen Behörde, insbesondere wenn die Ausfallzeit bestimmte Grenzen überschreitet. Das FM sollte mit der Feuerwehr Notfallpläne abgestimmt haben – zum Beispiel die Nutzung eines anderen Aufzugs als temporären Ersatz (falls vorhanden und geeignet) oder die Einrichtung zusätzlicher Brandsicherheitswachen – bis der Feuerwehraufzug wieder einsatzbereit ist.

  • Dokumentation und Ursachenanalyse: Jedes sicherheitsrelevante Ereignis im Zusammenhang mit dem Feuerwehraufzug (z.B. eine Störung während eines Alarms oder ein bei Übungen festgestelltes Problem) wird vom FM dokumentiert. Dabei werden die genaue Ursache, die ergriffenen Maßnahmen zur Behebung und ggf. Meldungen an Behörden oder Feuerwehr festgehalten. Diese Aufzeichnungen gewährleisten Transparenz und dienen als Grundlage, um künftigen Problemen vorzubeugen.

Wartung und Inspektion (Basisanforderungen)

Die Instandhaltung eines Feuerwehraufzugs erfordert besondere Sorgfalt und Fachkompetenz.

Grundlegende Maßnahmen sind:

  • Regelmäßige Fachwartung: Eine qualifizierte Aufzugsfirma muss den Feuerwehraufzug in den vorgeschriebenen Intervallen warten. Dabei sind die besonderen Komponenten (z.B. Notstromversorgung, Druckbelüftungsanlage für den Schacht) und Funktionen des Feuerwehraufzugs mit zu überprüfen. Instandhaltungsarbeiten sind möglichst so zu planen, dass die Einsatzbereitschaft erhalten bleibt (z.B. Wartung außerhalb der Hauptnutzungszeiten und mit kurzer Wiederinbetriebnahmezeit).

  • Zusätzliche Sicht- und Funktionskontrollen: Neben der turnusmäßigen Wartung durch Fachfirmen führt die Haustechnik oder das Betriebspersonal ergänzende Routinekontrollen durch. Dazu gehören z.B. tägliche Sichtprüfungen (zeigt der Aufzug Störungen an? sind die Zugangsbereiche frei?) und wöchentliche Funktionsproben wichtiger Elemente (Test des Feuerwehrschlüsselschalters, Überprüfung des Notrufs, Kontrolle der Türschließung). Solche Checks erhöhen die Wahrscheinlichkeit, mögliche Probleme frühzeitig zu entdecken.

  • Gezielte Funktionsproben des Feuerwehrbetriebs: In Abstimmung mit der Feuerwehr und ohne den regulären Betrieb unnötig zu beeinträchtigen, sollte der Feuerwehraufzug regelmäßig im Notfallmodus getestet werden. Beispielsweise kann einmal jährlich simuliert werden, wie der Aufzug bei einem Feueralarm reagiert und wie die Umschaltung in den Feuerwehrbetrieb erfolgt. Diese Tests – idealerweise gemeinsam mit den Aufzugstechnikern und der Feuerwehr durchgeführt – stellen sicher, dass im Ernstfall alle Abläufe korrekt funktionieren und die Technik einwandfrei arbeitet.

Wiederkehrende Prüfungen und Nachweisführung

Feuerwehraufzüge unterliegen den gleichen gesetzlichen Prüfpflichten wie andere Aufzüge – jedoch mit erweitertem Prüfumfang aufgrund ihrer Sonderfunktion.

Wichtig ist eine lückenlose Dokumentation aller Prüfungen und Wartungen:

Dokument / Nachweis

Inhalt

Prüfberichte (Sicherheitsüberprüfungen)

Ergebnisse der gesetzlich vorgeschriebenen wiederkehrenden Sicherheitsprüfungen (Haupt- und Zwischenprüfungen) durch eine zugelassene Überwachungsstelle (z.B. TÜV). Diese Berichte bewerten insbesondere die speziellen Schutzeinrichtungen des Feuerwehraufzugs und halten festgestellte Mängel fest.

Wartungsprotokolle

Dokumentation aller durchgeführten Wartungsarbeiten durch den Serviceauftragnehmer. Enthält Angaben zum durchgeführten Wartungsumfang, ersetzten Bauteilen, vorgenommenen Einstellungen und Empfehlungen des Technikers. Besonderes Augenmerk liegt auf feuerwehrspezifischen Komponenten (z.B. Überprüfung der Funktion der Druckbelüftungsanlage, Zustand der Notstrombatterien).

Störungs- und Reparaturprotokolle

Aufzeichnungen zu jeder Aufzugsstörung mit Zeit, Dauer, Art der Störung und Maßnahmen zur Behebung. Bei sicherheitskritischen Ausfällen (z.B. Versagen der Feuerwehrsteuerung) sollte eine detaillierte Ursachenanalyse beigefügt sein. Diese Protokolle helfen, wiederkehrende Probleme zu identifizieren und präventive Maßnahmen abzuleiten.

Brandschutz- und FM-Dokumentation

Sämtliche Unterlagen, die den Feuerwehraufzug im Kontext des Brandschutzes ausweisen: z.B. Auszüge aus dem Brandschutzkonzept (Brandfallmatrix mit den Aufzugsreaktionen), Feuerwehrpläne mit Einzeichnung der Aufzugsvorräume, sowie betriebliche Anweisungen für Notfälle. Diese Dokumente sind stets aktuell zu halten und bei Änderungen (Umbauten, Systemanpassungen etc.) anzupassen.

Das Facility Management integriert diese Nachweise idealerweise in ein zentrales CAFM-System (Computer-Aided Facility Management) oder CMMS (Computerized Maintenance Management System). So werden Prüftermine überwacht, Mängel systematisch nachverfolgt und die fristgerechte Umsetzung von Maßnahmen sichergestellt.

Zudem ist es Aufgabe des Betreibers, gegenüber Behörden und Versicherern jederzeit den ordnungsgemäßen Zustand des Feuerwehraufzugs nachweisen zu können. Daher sind alle relevanten Zertifikate, Abnahmeunterlagen und Prüfprotokolle zu archivieren und auf Verlangen vorzulegen. Insbesondere nach umfangreichen Prüfungen oder Modernisierungen empfiehlt sich ein gemeinsames Durchsprechen mit der Feuerwehr, um sicherzustellen, dass nach etwaigen Änderungen alle Schnittstellen und Abläufe weiterhin reibungslos funktionieren.