Kapazität im Verhältnis zum Personenaufkommen
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Führungsschienen und Schienenbefestigungen
Führungsschienen und ihre Befestigungen gehören zu den zentralen tragenden und sicherheitsrelevanten Bauteilen einer Aufzugsanlage. Sie definieren den Fahrweg von Kabine und Gegengewicht im Schacht, beeinflussen Fahrkomfort, Geräuschentwicklung und Betriebssicherheit und wirken sich damit direkt auf das Nutzererlebnis, die Lebensdauer der Anlage und die Störanfälligkeit aus. Aus Sicht des Facility Managements sind Führungsschienen und Schienenbefestigungen insbesondere unter den Gesichtspunkten Zustandskontrolle, Zusammenarbeit mit Wartungsdienstleistern, Störungsanalyse sowie Modernisierbarkeit von Bedeutung.
Kapazität und Personenaufkommen bei Aufzügen
- Grundbegriffe und Zielgrößen
- Personenaufkommen und Verkehrsspitzen
- Zielgrößen aus FM-Sicht
- Einflussfaktoren auf das Verhältnis Kapazität
- Personenaufkommen und Verkehrsspitzen
- Zielgrößen aus FM-Sicht
- Einflussfaktoren auf das Verhältnis Kapazität
- Anlagenkonfiguration
- Betrieb und Nutzungsmuster
- Bewertung des Verhältnisses Kapazität
- Einfache Erhebung im FM-Alltag
- Einordnung und Schwellenwerte
- FM-Maßnahmen zur Steuerung von Kapazität und Personenaufkommen
- Organisatorische Maßnahmen
- Technische und steuerungstechnische Maßnahmen
- Mittelfristige Maßnahmen
- Kontinuierliches Monitoring und Dokumentation
- Dokumentation im FM-System
Im Kontext von Aufzugssystemen umfasst Kapazität vereinfacht gesagt folgende Aspekte:
Nennlast und Personenzahl pro Kabine – die zulässige Tragkraft und maximale Personenzahl je Aufzugskabine (z. B. 1.000 kg / 13 Personen pro Kabine).
Anzahl der Aufzüge in einer Gruppe – wie viele einzelne Aufzugskabinen zusammen betrieben werden (eine größere Gruppe kann mehr Personen transportieren als ein Einzelaufzug).
Daraus resultierende Förderleistung – die Anzahl an Personen, die pro Zeiteinheit insgesamt befördert werden kann (häufig gemessen als Personen pro 5 Minuten oder 10 Minuten).
Hinweis
In Planungsnormen wird hierzu oft die 5-Minuten-Förderleistung herangezogen (Handling Capacity 5, HC5). Dieser Wert gibt an, wieviel Prozent der Gebäude-Nutzer innerhalb von fünf Minuten per Aufzug transportiert werden können (üblich sind Zielwerte um etwa 11–15 %). Eine hohe HC5-Kennzahl bei gleichzeitig kurzer Wartezeit gilt als Qualitätsmerkmal einer gut dimensionierten Anlage.
Personenaufkommen und Verkehrsspitzen
Personenaufkommen bezeichnet die Anzahl an Fahrgästen, die in einem definierten Zeitraum die Aufzugsanlage nutzen wollen. Besonders relevant sind hierbei Verkehrsspitzen, also Zeiträume mit überdurchschnittlich hoher Nachfrage.
Typische Spitzenzeiten sind beispielsweise:
Arbeitsbeginn / Schichtwechsel – zu Beginn von Arbeitsschichten strömt typischerweise eine große Anzahl Personen zeitgleich ins Gebäude (bzw. am Schichtende heraus).
Pausen- und Mittagszeiten – gebündelte Fahrten zur gleichen Zeit, etwa wenn viele Beschäftigte gleichzeitig zur Kantine oder in die Pause fahren.
Veranstaltungs- oder Konferenzwechsel – bei Tagungen oder Veranstaltungen entstehen Stoßzeiten, wenn zwischen Programmpunkten oder Vortragsblöcken alle Teilnehmer auf einmal die Ebene wechseln.
Besucherspitzen – etwa zu Klinik-Besuchszeiten am Abend oder bei Shopping-Malls am Wochenende, wenn plötzlich sehr viele Besucher gleichzeitig kommen oder gehen.
Aus Facility-Management-Sicht werden einige Zielgrößen definiert, um das Verhältnis von Aufzugskapazität zu Personenaufkommen bewerten zu können. Typische Anforderungen an diese Größen (Basisziele) sind in der folgenden Tabelle skizziert:
| Zielgröße | Typischer Anspruch (Basis) |
|---|---|
| Wartezeit | „Akzeptable“ mittlere Wartezeiten auch in Spitzenzeiten (kein übermäßiges Warten) |
| Fahrzeit / Reisezeit | Kurze, möglichst planbare Fahrt zwischen Start- und Zielgeschoss (zügige Reisezeit) |
| Auslastung der Kabinen | Keine dauerhafte Überfüllung der Kabinen, aber auch keine ständig leer fahrenden Aufzüge im Normalbetrieb (effiziente Auslastung) |
| Servicegrad | Ausgewogenes Verhältnis aus Komfort, Kosten und Verfügbarkeit – also eine angemessene Servicequalität der Anlage bei vertretbarem Aufwand |
Hinweis:
In der Praxis gibt es Richtwerte, was als akzeptabel gilt. Zum Beispiel strebt man in Bürogebäuden mittlere Wartezeiten von etwa 30 Sekunden in Spitzenzeiten an. In Wohngebäuden werden auch bis zu ca. 60 Sekunden toleriert, während in publikumsintensiven Gebäuden (z. B. Einkaufszentren) eher 20–30 Sekunden das Ziel sind. Parallel dazu wird im Planungsfall oft gefordert, dass rund 11–15 % der Gebäudenutzer innerhalb von 5 Minuten transportiert werden können (HC5 ≈ 0,11–0,15). Solche Orientierungswerte helfen dem Facility Management, die Leistungsfähigkeit des Aufzugsbetriebs einzuordnen.
Gebäudetyp und Nutzung
Büro- und Verwaltungsgebäude: Hier treten regelmäßige Stoßzeiten auf, vor allem morgens beim Arbeitsbeginn und mittags zur Pausenzeit. Dann müssen viele Personen gleichzeitig in kurzer Zeit befördert werden. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Anzahl und Geschwindigkeit der Aufzüge, um Wartezeiten um die Kernzeiten herum gering zu halten.
Hotel- und Wohngebäude: In Hotels und Wohnhäusern verteilt sich der Aufzugsverkehr meist gleichmäßiger über den Tag, jedoch gibt es auch hier charakteristische Spitzen. Hotels erleben typischerweise morgens einen Ansturm (viele Gäste fahren kurz nacheinander zum Frühstück oder Check-Out) und am Nachmittag/Abend zur Check-In-Zeit. In Wohngebäuden entsteht ein Peak oft am frühen Morgen, wenn Bewohner zur Arbeit aufbrechen, sowie in moderater Form am Abend bei der Rückkehr – allerdings meist weniger ausgeprägt als in Bürogebäuden.
Gesundheitseinrichtungen: Krankenhäuser, Kliniken und Pflegeheime haben besondere Verkehrsprofile. Unvorhergesehene Notfallverkehre (z. B. akute Patiententransporte) können jederzeit auftreten, was hohe Verfügbarkeit erfordert. Daneben gibt es planbare Spitzen, etwa zu Besuchszeiten oder bei Schichtwechsel des Personals. Verschiedene Aufzugsarten (Personen-, Betten- und Lastenaufzüge) laufen parallel, um unterschiedliche Bedürfnisse abzudecken. Das Personenaufkommen verteilt sich dadurch auf mehrere Anlagen, aber während Stoßzeiten – z. B. viele Besucher zur gleichen Zeit – können bestimmte Aufzüge stark ausgelastet sein.
Handels- und Freizeitimmobilien: Einkaufszentren, Veranstaltungshallen, Museen oder Freizeitparks weisen oft ein ungleichmäßiges, schwer prognostizierbares Aufkommen auf. Phasen geringen Verkehrs wechseln sich mit plötzlichen Besucheranstürmen ab, etwa bei Veranstaltungsende, Sonderverkaufsaktionen oder an Wochenenden. Aufzugssysteme in solchen Gebäuden müssen auch extreme Spitzen abfangen können. Häufig werden Hauptverkehrsströme zwar durch Fahrtreppen bewältigt, aber die Personenaufzüge spielen für Barrierefreiheit und Komfort eine wichtige Rolle und dürfen auch bei hohem Andrang nicht versagen.
Personenaufkommen und Verkehrsspitzen
ersonenaufkommen bezeichnet die Anzahl an Fahrgästen, die in einem definierten Zeitraum die Aufzugsanlage nutzen wollen. Besonders relevant sind hierbei Verkehrsspitzen, also Zeiträume mit überdurchschnittlich hoher Nachfrage.
Typische Spitzenzeiten sind beispielsweise:
Arbeitsbeginn / Schichtwechsel – zu Beginn von Arbeitsschichten strömt typischerweise eine große Anzahl Personen zeitgleich ins Gebäude (bzw. am Schichtende heraus).
Pausen- und Mittagszeiten – gebündelte Fahrten zur gleichen Zeit, etwa wenn viele Beschäftigte gleichzeitig zur Kantine oder in die Pause fahren.
Veranstaltungs- oder Konferenzwechsel – bei Tagungen oder Veranstaltungen entstehen Stoßzeiten, wenn zwischen Programmpunkten oder Vortragsblöcken alle Teilnehmer auf einmal die Ebene wechseln.
Besucherspitzen – etwa zu Klinik-Besuchszeiten am Abend oder bei Shopping-Malls am Wochenende, wenn plötzlich sehr viele Besucher gleichzeitig kommen oder gehen.
Zielgrößen aus FM-Sicht
Aus Facility-Management-Sicht werden einige Zielgrößen definiert, um das Verhältnis von Aufzugskapazität zu Personenaufkommen bewerten zu können.
Typische Anforderungen an diese Größen (Basisziele) sind in der folgenden Tabelle skizziert:
| Zielgröße | Typischer Anspruch (Basis) |
|---|---|
| Wartezeit | „Akzeptable“ mittlere Wartezeiten auch in Spitzenzeiten (kein übermäßiges Warten) |
| Fahrzeit / Reisezeit | Kurze, möglichst planbare Fahrt zwischen Start- und Zielgeschoss (zügige Reisezeit) |
| Auslastung der Kabinen | Keine dauerhafte Überfüllung der Kabinen, aber auch keine ständig leer fahrenden Aufzüge im Normalbetrieb (effiziente Auslastung) |
| Servicegrad | Ausgewogenes Verhältnis aus Komfort, Kosten und Verfügbarkeit – also eine angemessene Servicequalität der Anlage bei vertretbarem Aufwand |
Hinweis:
In der Praxis gibt es Richtwerte, was als akzeptabel gilt. Zum Beispiel strebt man in Bürogebäuden mittlere Wartezeiten von etwa 30 Sekunden in Spitzenzeiten an. In Wohngebäuden werden auch bis zu ca. 60 Sekunden toleriert, während in publikumsintensiven Gebäuden (z. B. Einkaufszentren) eher 20–30 Sekunden das Ziel sind. Parallel dazu wird im Planungsfall oft gefordert, dass rund 11–15 % der Gebäudenutzer innerhalb von 5 Minuten transportiert werden können (HC5 ≈ 0,11–0,15). Solche Orientierungswerte helfen dem Facility Management, die Leistungsfähigkeit des Aufzugsbetriebs einzuordnen.
Gebäudetyp und Nutzung
Büro- und Verwaltungsgebäude: Hier treten regelmäßige Stoßzeiten auf, vor allem morgens beim Arbeitsbeginn und mittags zur Pausenzeit. Dann müssen viele Personen gleichzeitig in kurzer Zeit befördert werden. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Anzahl und Geschwindigkeit der Aufzüge, um Wartezeiten um die Kernzeiten herum gering zu halten.
Hotel- und Wohngebäude: In Hotels und Wohnhäusern verteilt sich der Aufzugsverkehr meist gleichmäßiger über den Tag, jedoch gibt es auch hier charakteristische Spitzen. Hotels erleben typischerweise morgens einen Ansturm (viele Gäste fahren kurz nacheinander zum Frühstück oder Check-Out) und am Nachmittag/Abend zur Check-In-Zeit. In Wohngebäuden entsteht ein Peak oft am frühen Morgen, wenn Bewohner zur Arbeit aufbrechen, sowie in moderater Form am Abend bei der Rückkehr – allerdings meist weniger ausgeprägt als in Bürogebäuden.
Gesundheitseinrichtungen: Krankenhäuser, Kliniken und Pflegeheime haben besondere Verkehrsprofile. Unvorhergesehene Notfallverkehre (z. B. akute Patiententransporte) können jederzeit auftreten, was hohe Verfügbarkeit erfordert. Daneben gibt es planbare Spitzen, etwa zu Besuchszeiten oder bei Schichtwechsel des Personals. Verschiedene Aufzugsarten (Personen-, Betten- und Lastenaufzüge) laufen parallel, um unterschiedliche Bedürfnisse abzudecken. Das Personenaufkommen verteilt sich dadurch auf mehrere Anlagen, aber während Stoßzeiten – z. B. viele Besucher zur gleichen Zeit – können bestimmte Aufzüge stark ausgelastet sein.
Handels- und Freizeitimmobilien: Einkaufszentren, Veranstaltungshallen, Museen oder Freizeitparks weisen oft ein ungleichmäßiges, schwer prognostizierbares Aufkommen auf. Phasen geringen Verkehrs wechseln sich mit plötzlichen Besucheranstürmen ab, etwa bei Veranstaltungsende, Sonderverkaufsaktionen oder an Wochenenden. Aufzugssysteme in solchen Gebäuden müssen auch extreme Spitzen abfangen können. Häufig werden Hauptverkehrsströme zwar durch Fahrtreppen bewältigt, aber die Personenaufzüge spielen für Barrierefreiheit und Komfort eine wichtige Rolle und dürfen auch bei hohem Andrang nicht versagen.
Die technische Auslegung und Ausstattung der Aufzugsanlage beeinflusst das Verhältnis von Kapazität und Personenaufkommen ganz wesentlich. Wichtige Faktoren sind zum Beispiel:
| Faktor | Einfluss auf Kapazität und Servicegrad |
|---|---|
| Anzahl und Größe der Kabinen | Je mehr Aufzüge vorhanden sind und je größer die einzelnen Kabinen (Tragfähigkeit und Fläche), desto höher die maximale Förderleistung. Mehr und größere Kabinen können pro Zeiteinheit mehr Personen transportieren. |
| Gruppierung / Steuerung | Eine intelligente Aufzugsteuerung (z. B. Gruppensteuerung mehrerer Aufzüge, Sammelrufbetrieb oder moderne Zielwahlsteuerung) steigert die Effizienz. Durch optimale Verteilung der Fahrten und Bündelung von Fahrgästen mit ähnlichen Zielorten lassen sich Wartezeiten reduzieren und die Förderleistung erhöhen. |
| Fahrgeschwindigkeit | Höhere Fahrgeschwindigkeiten verkürzen die Reisezeiten zwischen den Stockwerken. Damit kann ein Aufzug in gleicher Zeit mehr Fahrten durchführen, was die Transportkapazität erhöht. Zu beachten ist, dass extrem hohe Geschwindigkeiten technisch und im Hinblick auf den Fahrkomfort Grenzen haben – dennoch gilt: ein schnellerer Aufzug kann mehr Personen befördern, bevor sich Warteschlangen bilden. |
| Haltestellenanzahl | Viele anzufahrende Haltestellen (Etagen) verlängern die durchschnittliche Rundfahrtszeit. Jeder zusätzliche Halt kostet Zeit und verringert die Effizienz pro Fahrt. Eine Anlage mit sehr vielen Haltepunkten hat daher ggf. eine geringere Netto-Förderleistung, sofern keine Gegenmaßnahmen wie z. B. Etagen-Zonierung in Hochhäusern (Aufzüge bedienen nur bestimmte Abschnitte) getroffen werden. |
Neben den technischen Rahmenbedingungen beeinflusst auch das alltägliche Nutzungsverhalten der Menschen das Kapazitätsverhältnis erheblich:
Nutzungsdisziplin: Werden die Aufzüge bestimmungsgemäß und diszipliniert verwendet? Beispielsweise ist es förderlich, wenn Personenaufzüge und Lastenaufzüge getrennt genutzt werden (kein Materialtransport im reinen Personenaufzug während Stoßzeiten) und wenn überlanges Offenhalten der Türen oder mutwilliges Überladen unterbleibt. Ein diszipliniertes Nutzerverhalten erhöht die Verfügbarkeit und minimiert unnötige Verzögerungen.
Anteil von Kurzstreckenfahrten: Wenn viele sehr kurze Fahrten unternommen werden (z. B. fahren Personen vom Erdgeschoss in den 1. Stock mit dem Aufzug), kann dies die Gesamtkapazität beeinträchtigen. Häufiges Stoppen für wenige Etagen erhöht die Haltefrequenz und senkt die durchschnittliche Transportleistung pro Fahrt. Wo zumutbar, sollte gefördert werden, dass für solche Kurzstrecken eher die Treppe genutzt wird – dies entlastet die Aufzüge und reserviert deren Kapazität für längere Fahrten oder mobilitätseingeschränkte Personen.
Sonderverkehre: Zeitweilige spezielle Nutzungen binden Aufzugskapazität und stehen dann dem normalen Personenverkehr nicht zur Verfügung. Typische Beispiele sind interne Umzüge (möblierte Transporte über den Aufzug), Warenanlieferungen, Bettentransporte im Krankenhaus oder Reinigungsfahrten. Solche Vorgänge können eine oder mehrere Kabinen über längere Minuten blockieren. Das Facility Management sollte darauf achten, derartige Sonderfahrten nach Möglichkeit in Randzeiten zu verlegen oder separate Aufzüge dafür bereitzustellen, um den Einfluss auf den Personenfluss gering zu halten.
Beobachtbare Indikatoren
| Indikator | Aussage / Hinweis |
|---|---|
| Wartezeitempfinden | Häufige Nutzerbeschwerden à la „Der Aufzug dauert viel zu lange“ deuten auf unzufriedenstellende (zu lange) Wartezeiten hin. |
| Andrang im Vorraum | Stau und Gruppenbildung vor den Aufzugtüren – also sichtbare Warteschlangen im Foyer oder Flur – signalisieren, dass die Förderleistung in Stoßzeiten nicht ausreicht. |
| Fahrgasträume | Sehr oft voll besetzte Kabinen, in denen kaum noch Platz ist, sodass weitere Personen nicht mehr zusteigen können, weisen auf eine Überlastung des Systems hin. |
| Ausweichverhalten | Nutzer verzichten merklich auf den Aufzug und nehmen stattdessen die Treppe oder andere Routen, obwohl ein Aufzug vorhanden wäre. Dieses Ausweichen deutet darauf hin, dass Wartezeit, Zuverlässigkeit oder Komfort des Aufzugs als ungenügend empfunden werden. |
Um solche Indikatoren festzustellen, kann das Facility Management mit einfachen Mitteln Daten erheben und Beobachtungen anstellen:
Stichproben und Beobachtungen: Zu definierten Zeiten – insbesondere während bekannter Stoßzeiten – werden vor Ort Wartezeiten gemessen oder Personenzahlen gezählt. Zum Beispiel kann man an mehreren Tagen von 8:00–9:00 Uhr morgens beobachten, wie lange Personen auf einen Aufzug warten müssen und wie viele letztlich pro Kabine mitfahren. Diese Stichproben liefern ein Gefühl für die tägliche Leistung des Systems.
Rückmeldungen von Personal: Informationen und Beschwerden, die über den Empfang, den Sicherheitsdienst oder das Reinigungspersonal eingehen, sind wertvoll. Diese Personen sind oft als Erste mit genervten Nutzern oder ungewöhnlichem Andrang konfrontiert. Ihre Rückmeldungen (z. B. „Jeden Mittag bilden sich Schlangen vor den Aufzügen“) geben Aufschluss über wiederkehrende Probleme.
Auswertung der Aufzugssteuerung: Moderne Aufzugsteuerungen bieten teilweise Log- und Statistikfunktionen. Das FM kann, sofern verfügbar, Daten wie Anzahl der Fahrten, registrierte Lasten, Häufigkeit von Überlastwarnungen oder Zeiträume mit besonders vielen Fahrten auslesen. Auch Störungsmeldungen und Stillstandszeiten lassen sich analysieren. Diese objektiven Betriebsdaten ergänzen den Eindruck und zeigen beispielsweise, ob ein bestimmter Aufzug regelmäßig an Kapazitätsgrenzen stößt oder zu bestimmten Zeiten überdurchschnittlich beansprucht wird.
Nicht jeder beobachtete Engpass erfordert sofortiges Eingreifen. Das Bewerten der Ergebnisse ist wichtig, um Prioritäten zu setzen. Als grobe Orientierung gelten folgende Einschätzungen:
Kurzfristige Überlast in seltenen Spitzenzeiten: Diese kann im Betrieb tolerierbar sein. Eine gelegentliche kurzzeitige Überlastung – etwa bei einer außergewöhnlichen Veranstaltung oder einem seltenen Besucherandrang – ist kein Grund zur Besorgnis, solange sie die Ausnahme bleibt und das System sich danach schnell normalisiert.
Regelmäßige Überlast zu Kernzeiten: Tritt Überlast hingegen täglich oder häufig zu den Hauptnutzungszeiten auf, besteht Handlungsbedarf. Wiederkehrende lange Wartezeiten und Überfüllung (z. B. jeden Werktag um die gleiche Uhrzeit) deuten auf ein strukturelles Kapazitätsproblem hin. Hier sollte das Facility Management Gegenmaßnahmen planen, da auf Dauer Akzeptanz und Betriebsabläufe leiden.
Dauerhaft niedrige Auslastung / Überkapazität: Zeigt sich umgekehrt, dass die Aufzüge deutlich unter ihrer Kapazitätsgrenze betrieben werden (z. B. fast nie mehr als 1–2 Personen pro Kabine, obwohl viele Aufzüge vorhanden sind), liegt möglicherweise eine Überkapazität vor. Das weist auf Effizienzpotenzial hin: In Nebenzeiten könnten einzelne Anlagen abgeschaltet oder im Energiesparmodus betrieben werden, um Kosten zu senken, ohne den Komfort einzuschränken. Auch ein grundsätzliches Optimieren der Anlage (Anpassung an tatsächlichen Bedarf) kann hier erwogen werden.
FM-Maßnahmen zur Steuerung von Kapazität und Personenaufkommen
Ergibt die Analyse, dass Kapazität und Personenaufkommen nicht im gewünschten Verhältnis stehen, kann das Facility Management gegensteuern. Mögliche Maßnahmen reichen von organisatorischen Eingriffen in Abläufe bis zu technischen Optimierungen oder baulichen Änderungen.
Durch organisatorische Änderungen lässt sich die Nachfragespitze oft glätten oder lenken. Einige Ansatzfelder und Beispiele für FM-Maßnahmen sind:
| Ansatzfeld | Beispiele für FM-Maßnahmen |
|---|---|
| Zeitliche Entzerrung | Gestaffelte Anfangszeiten von Schichten, Etagen oder Diensten einführen, um den Andrang auf die Aufzüge zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden zu lassen (so verteilt sich die Last anstatt eines einzigen Peaks). |
| Prozessanpassungen | Verlagerung von Transportaufgaben auf separate Fördermittel: z. B. konsequente Nutzung von Lasten- oder Serviceaufzügen für Materialtransporte, damit die Personenaufzüge frei für Fahrgäste bleiben. |
| Nutzerführung | Aktive Lenkung der Nutzerströme durch Hinweise und Beschilderung: etwa Wegweiser zu alternativen Aufzügen mit geringerer Auslastung, Hinweise auf nahe Treppen für kurze Distanzen oder Informationen, welcher Aufzug welche Bereiche am schnellsten bedient. |
| Priorisierung | Festlegung von Vorrangregeln und Zugangsberechtigungen: beispielsweise bestimmte Aufzüge exklusiv für Besucher, Patienten oder VIP nutzen, während andere primär dem Personal vorbehalten sind. In Krankenhäusern kann man etwa vorgeben, dass während des Besucherandrangs keine Betten im Besucheraufzug transportiert werden. Solche Priorisierungen kann das FM in Hausordnungen oder Nutzerinformationen verankern. |
Auch ohne bauliche Eingriffe lässt sich durch Optimierung der Technik und Steuerung oft eine bessere Performance erzielen:
Steuerungsparameter anpassen: Die Aufzugsteuerung bietet vielfach Stellgrößen, um den Verkehrsfluss zu verbessern. So kann man z. B. in Stoßzeiten einen Sammelruf-Modus aktivieren, bei dem ein Aufzug erst mehrere Rufe sammelt (in eine Fahrtrichtung) und dann in einem Durchgang bedient – das reduziert Leerfahrten. Ebenfalls können Türöffnungszeiten optimiert werden (in Spitzen den Türschließvorgang beschleunigen, um Wartezeiten zu verkürzen) oder bestimmte Aufzüge gezielt auf Hauptandrang-Etagen parken, damit stets einer in Ausgangsnähe bereitsteht. Solche Feineinstellungen erfordern oft Fachwissen des Aufzugtechnikers, können aber Warte- und Fahrzeiten merklich beeinflussen.
Moderne Steuerungssysteme einsetzen: Bei größeren Anlagen lohnt der Einsatz einer Gruppensteuerung oder Zielrufsteuerung. Eine Gruppensteuerung koordiniert mehrere Aufzüge so, dass stets der am günstigsten positionierte Kabine den nächsten Ruf annimmt – dadurch verringern sich Wartezeiten gegenüber unabhängigen Einzelaufzügen. Noch effizienter ist eine Zielwahlsteuerung: Hier geben Fahrgäste bereits in der Lobby ihr Zielgeschoss ein und das System weist ihnen einen bestimmten Aufzug zu. Dadurch werden Fahrgäste mit demselben Ziel gebündelt und unnötige Zwischenhalte entfallen. Die Nachrüstung solcher Systeme (falls technisch machbar) kann die Förderleistung deutlich steigern und den Servicegrad erhöhen, insbesondere in Hochhäusern oder stark frequentierten Gebäuden.
Temporäre oder permanente Aufzugszuordnung: Durch Zuweisung von Aufzügen zu bestimmten Aufgaben lässt sich das Verhältnis von Kapazität und Bedarf steuern. Beispielsweise kann man in Spitzenzeiten einen Aufzug einer Hochhausgruppe so schalten, dass er nur die obersten Etagen bedient, während die anderen die unteren Etagen abdecken – damit verteilt sich der Verkehr besser (Zonierung). Ebenso kann man einen bestimmten Aufzug dauerhaft für z. B. interne Logistik reservieren, sodass die übrigen Kabinen ausschließlich dem Publikumsverkehr dienen. Moderne Anlagen erlauben zeitgesteuerte Profile: Ein Aufzug könnte etwa vormittags vorrangig den Besuchertransport erledigen und am Abend automatisch in einen anderen Betriebsmodus wechseln. Solche Maßnahmen setzt man idealerweise in Abstimmung mit den Nutzern um (Ankündigung von exklusiven Nutzungszeiten etc.), um Akzeptanz sicherzustellen.
Wenn organisatorische und steuerungstechnische Optimierungen nicht ausreichen oder baulich bedingte Grenzen erreicht sind, müssen mittelfristig größere Eingriffe erwogen werden:
Kapazitätssteigerung durch Ausbau/Modernisierung: Das Facility Management sollte prüfen, ob die vorhandene Aufzugsanlage baulich erweitert oder technisch modernisiert werden kann, um mehr Leistung zu bieten. Optionen sind zum Beispiel der Einbau zusätzlicher Aufzüge (falls räumlich möglich), die Vergrößerung von Kabinen oder der Austausch des Antriebs und der Steuerung durch leistungsfähigere moderne Systeme. Solche Maßnahmen erfordern eine sorgfältige Planung, Budgetierung und ggf. Bauzeit, können aber langfristig Wartezeiten drastisch reduzieren. Auch die Installation smarter Steuerungssoftware oder KI-basierter Verkehrsoptimierung (sofern verfügbar) fällt in diese Kategorie.
Entkopplung bestimmter Verkehrsströme: Ein weiterer Ansatz ist, bestimmte Beförderungsbedürfnisse komplett aus dem Hauptsystem auszulagern. Beispielsweise könnte in einem Bürohochhaus mit regelmäßigem Warenverkehr ein separater Lastenaufzug nachgerüstet werden, der die Lieferfahrten übernimmt, sodass die Personenaufzüge entlastet werden. In einem Krankenhaus könnte man prüfen, ob interne Bettentransporte über eine eigene Bettenaufzugslösung (oder z. B. eine Hebebühne zwischen OP-Etage und Intensivstation) abgewickelt werden können, um den Publikumsaufzug frei zu halten. Jede Entflechtung von Verkehrsarten erhöht die verfügbare Personenbeförderungskapazität im verbleibenden System. Solche Ausbaumaßnahmen sind natürlich kostspieliger und aufwändiger, aber bei chronischer Überlast eine nachhaltige Lösung.
Regelmäßige Überprüfung
Nachdem Maßnahmen umgesetzt wurden oder auch rein präventiv, ist ein kontinuierliches Monitoring wichtig.
Das FM sollte feste Intervalle definieren, um die Aufzugssituation regelmäßig neu zu bewerten:
Wiederkehrende Verkehrs-Checks: Beispielsweise kann halbjährlich oder jährlich ein definierter Beobachtungszeitraum festgelegt werden, in dem die Leistung der Aufzüge geprüft wird (etwa eine Woche systematisches Messen und Beobachten zu Peak-Zeiten). Solche wiederkehrenden Überprüfungen helfen, Veränderungen im Zeitverlauf festzustellen. Sie zeigen, ob frühere Probleme behoben wurden oder ob neue Engpässe entstanden sind.
Berücksichtigung von Veränderungen im Gebäude: Jede Änderung in der Gebäude- oder Nutzerstruktur muss in die Bewertung einfließen. Zieht ein neuer Großmieter ein, erhöht sich die Mitarbeiterzahl signifikant, werden zusätzliche Etagen ausgebaut oder ändern sich Nutzungen (z. B. ein Bürogeschoss wird in eine öffentlich zugängliche Klinikabteilung umgewandelt), so beeinflusst dies das Aufzugsaufkommen. Das Facility Management sollte daher bei solchen Änderungen proaktiv die Kapazitätsplanung überprüfen und ggf. Anpassungen (organisatorisch oder technisch) vornehmen.
Dokumentation im FM-System
Alle Erkenntnisse und Maßnahmen rund um Aufzugskapazität und -nutzung sollten im FM-System dokumentiert werden. Dadurch wird Wissen bewahrt und ist für Auswertungen oder Auditierungen verfügbar.
Relevante Dokumentationsaspekte sind zum Beispiel:
| Dokumentationsthema | Inhalt / Fokus |
|---|---|
| Anlagendaten | Technische Stammdaten der Aufzüge: Anzahl der Anlagen, Kabinengrößen, Nennlast (Tragfähigkeit), Förderhöhe, Steuerungstyp, Baujahr etc. Diese Daten bilden die Basis, um die geplante Kapazität nachvollziehen zu können. |
| Nutzungseinschätzung | Beschreibung der typischen Nutzung: Wie viele Personen nutzen die Anlage am Tag (Schätzwert), zu welchen Zeiten treten Spitzen auf, welche Bereiche/Etagen sind besonders frequentiert. Ggf. auch Hinweise auf beobachtete Probleme (z. B. „Lift A ist morgens überlaufen“). |
| Maßnahmenhistorie | Protokoll der ergriffenen Maßnahmen und Änderungen: z. B. „01.09.2025: Einführung versetzter Pausenzeiten im 3. OG“, „01.12.2025: Aufzugsteuerung auf Zielruf umgestellt“. Dazu eine Bewertung oder Beobachtung, ob die Maßnahme den gewünschten Effekt hatte. |
| Beschwerde- und Störungsdaten | Auswertung von Beschwerden der Nutzer sowie technischen Störungen im Kontext Aufzug. Fokus auf Kapazitäts- und Verfügbarkeitsfragen: Wie viele Beschwerden gab es zu Wartezeiten? Gab es Ausfälle während Peak-Zeiten? Wurden Überlastmeldungen registriert? Diese Dokumentation ermöglicht es, Mustern nachzugehen und gegebenenfalls Rechtfertigungen für Investitionen abzuleiten. |
