Kabinenkomponenten
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Kabinenkomponenten im Aufzugssystem
Kabinenkomponenten sind alle sichtbaren und funktionalen Bauteile innerhalb des Fahrkorbs einer Aufzugsanlage. Sie prägen Komfort, Barrierefreiheit, Bedienbarkeit, Hygiene und Sicherheitswahrnehmung – und sind damit der wichtigste Berührungspunkt zwischen Nutzer und dem gesamten Aufzugssystem. Aus Sicht des Facility Managements sind Kabinenkomponenten zugleich Instandhaltungsobjekte (anfällig für Verschleiß, Verschmutzung, Vandalismus) und Schnittstellen zur Steuerungs-, Sicherheits- und Kommunikationstechnik des Aufzugs. Somit kommt den Kabinenkomponenten im FM sowohl eine technische als auch eine nutzerorientierte Bedeutung zu. Im Folgenden werden die Kabinenkomponenten strukturiert dargestellt, basierend auf grundlegenden FM-Anforderungen für den Betrieb, die Wartung und die Dokumentation.
Kabinenkomponenten von Aufzugsanlagen
- Rolle der Kabine und Abgrenzung der Kabinenkomponenten
- Abgrenzung „Kabinenkomponenten“
- Bauliche Kabinenbasis: Wände, Decke, Boden
- Kabinendecke
- Kabinenboden und Schwellenbereich
- Tür- und Zugangsbereich der Kabine
- FM-Perspektive
- Türschutz und Sensorik
- Übergang Kabinentür – Etage
- Bedien-, Anzeige- und Kommunikationskomponenten
- Anzeigen und Signale
- Notruf- und Intercom-Komponenten
- Komfort- und Sicherheitsausstattung in der Kabine
- Spiegel und visuelle Gestaltung
- Beleuchtung und Belüftung
- Reinigung, Instandhaltung und Dokumentation der Kabinenkomponenten
- Einfache Kontrollen durch FM/Haustechnik
- Dokumentation und Schnittstelle zur Wartung
- Wartungs-, Prüf- und Inspektionsberichte
Funktion der Kabine im Gesamtsystem
Sicherer Transportraum: Die Kabine (Fahrkorb) stellt einen sicheren, geschlossenen Raum zur Beförderung von Personen, Lasten oder Krankenhausbetten bereit (je nach Aufzugstyp). Sie schützt Fahrgäste vor dem offenen Schacht und trägt die Nennlast sicher.
Übergang Gebäude–Transportsystem: Die Kabine bildet den Übergang zwischen dem Gebäude (Haltestellen/Etagen) und dem vertikalen Transportsystem (Schacht mit Antrieb und Tragmitteln). An jeder Haltestelle ermöglicht der Fahrkorb einen ebenerdigen Ein- und Ausstieg und verbindet so die Stockwerke barrierefrei miteinander.
Nutzerinterface des Aufzugs: Alle Bedien- und Anzeigevorgänge des Aufzugs finden innerhalb der Kabine statt. Der Fahrgast wählt über die Kabinentableaus sein Ziel, erhält Rückmeldung über Etagenanzeigen und Fahrtrichtung, und kann im Notfall per Notruftaste Kommunikation herstellen. Damit ist die Kabine das zentrale Interface zwischen Nutzer und Technik.
Aus Facility-Management-Sicht lassen sich die Kabinenkomponenten in mehrere Bereiche gliedern, um Zuständigkeiten und Anforderungen übersichtlich zu strukturieren:
| Bereich | Kurzbeschreibung (Basis) |
|---|---|
| Bauliche Innenkabine | Wände, Decke, Boden, Kabinenrahmen als tragende Struktur |
| Tür- und Schwellenbereich | Kabinentüren (mit Antrieb), Türschutzsysteme, Kabinenschwelle |
| Bedien- und Anzeigetechnik | Bedienpaneele (Tableaus), Displays, optische/akustische Signale, Notrufeinrichtung |
| Komfort-/Sicherheitsausstattung | Handläufe, Spiegel, Kabinenbeleuchtung, Lautsprecher (Sprachansagen, Musik) |
| Zusatzausstattung | Spezielle Interieurelemente (z.B. Halterungen für Lasten, Dekorelemente) |
Kabinenwände und Verkleidungen
Die Grundstruktur des Fahrkorbs besteht aus einem tragfähigen Kabinenrahmen, der innen mit robusten Wandverkleidungen ausgestattet ist. Typische Materialien für die Kabineninnenwände sind Blechpaneele (pulverbeschichteter Stahl oder Edelstahl), widerstandsfähige Dekorplatten oder Sicherheitsglas-Elemente. Diese sollen nicht nur optisch ansprechend sein, sondern auch den täglichen Beanspruchungen standhalten.
Anforderungen aus FM-Sicht: Für Kabinenwände und -verkleidungen gelten im Betrieb insbesondere folgende Kriterien:
Widerstandsfähigkeit: Oberflächen müssen robust gegenüber täglicher Nutzung, Reinigungen und möglicher mutwilliger Beschädigung (Vandalismus) sein, ohne schnell sichtbare Schäden davonzutragen. In vandalismusgefährdeten Umgebungen kommen ggf. verstärkte Materialien gemäß DIN EN 81-71 (Aufzüge – Vandalismusresistenz) zum Einsatz.
Reinigungsfreundlichkeit: Die Wandoberflächen sollten glatt und pflegeleicht sein, damit Verschmutzungen (Fingerabdrücke, Staub, Graffiti) einfach entfernt werden können. Fugen und Kanten sind auf ein Minimum zu reduzieren, um Schmutzansammlungen vorzubeugen und die Hygiene zu erleichtern.
Sicherheit: Es dürfen keine scharfen Kanten, vorstehenden Schrauben oder losen Teile vorhanden sein, an denen sich Nutzer verletzen könnten. Die Verkleidungen müssen fest montiert sein und dürfen sich auch unter Belastung (z.B. Anlehnen, Stoß) nicht lösen. Zudem sollten Materialien im Brandfall schwer entflammbar sein und den aktuellen Brandschutzanforderungen genügen.
Kabinendecke
Die Kabinendecke erfüllt sowohl dekorative als auch funktionale Aufgaben. Häufig besteht sie aus abnehmbaren Deckenpanelen, hinter denen die Kabinenbeleuchtung installiert ist. Gegebenenfalls sind auch Lautsprecher für Sprachansagen oder Musik und Lüftungsöffnungen in der Decke integriert.
Aus FM-Sicht sind folgende Punkte bedeutsam:
Zugang für Wartung: Es sollte möglich sein, die Deckenverkleidung oder einzelne Paneele zu öffnen bzw. abzunehmen, um Wartungsarbeiten durchzuführen – insbesondere den Austausch von Leuchtmitteln oder LED-Modulen. Eine Serviceklappe oder ein klappbares Deckenelement erleichtert den Zugang zur Beleuchtung und Verkabelung oberhalb der Decke.
Reinigung: Auf der sichtbaren Seite der Decke dürfen sich keine unzugänglichen Vertiefungen befinden, in denen sich Staub oder Spinnweben ansammeln. Die Deckenfläche sollte regelmäßig abgestaubt werden, da Verschmutzungen von oben (z.B. durch den Schachtzugang) fallen können. Falls ein Lüfter in der Decke verbaut ist, sind dessen Lüftungsgitter ebenfalls frei von Staub zu halten.
Stabile Befestigung: Alle Deckenbestandteile müssen sicher befestigt sein, um Vibrationen oder Klappergeräusche während der Fahrt zu vermeiden. Die Konstruktion der Kabinendecke ist so auszulegen, dass sie auch im Notfall (z.B. wenn sich ein Techniker bei Wartung darauf abstützt) nicht nachgibt oder abstürzt.
Kabinenboden und Schwellenbereich
Der Kabinenboden und die Schwelle bilden die Basis für die zu transportierenden Lasten und gleichzeitig die Schnittstelle zum Gebäudeboden an den Haltestellen.
Die folgende Tabelle zeigt zentrale Anforderungen an diese Elemente und deren Bedeutung aus FM-Sicht:
| Element | Basisanforderung | FM-Aspekt |
|---|---|---|
| Bodenaufbau | Tragplatte der Kabine mit strapazierfähigem Oberbelag (z.B. Vinyl, Stein, Gummiboden) | Rutschhemmung (z.B. Bodenbelag mit R9/R10-Klassifizierung), einfache Reinigung, Beständigkeit gegen Abrieb und Feuchtigkeit |
| Lastverteilung | Auslegung des Bodens auf die Nennlast (Tragfähigkeit) und typische Lastverteilungen (Punktlasten durch Räder, gleichmäßige Verteilung von Personen) | Regelmäßige Kontrolle auf Schäden oder Verformungen der Bodenplatte. Bei auffälligen Dellen oder Rissen muss geprüft werden, ob Überlastungen oder Materialermüdung vorliegen. |
| Schwelle (Kabinenseite) | Möglichst ebener Übergang zur Etage, minimaler Spalt zwischen Kabine und Gebäude | Barrierefreiheit: keine Stolperkante; Rollen von Gepäck, Rollstühlen oder Betten muss ohne größeren Widerstand möglich sein. Verschleiß der Schwelle (Kerben, Kantenabrundung) beobachten, da er die Ebenheit beeinträchtigen kann. |
Hinweis
Eine präzise Haltgenauigkeit der Kabine (nivellierter Halt) ist wesentlich, um einen ebenerdigen Übergang zu gewährleisten. Nach aktuellen Normvorgaben (DIN EN 81-20) sind die Toleranzen für Höhenabweichungen sehr gering, so dass moderne Anlagen praktisch stufenfrei anhalten. Das Facility Management sollte dennoch Abweichungen beobachten (siehe Abschnitt 4.3).
Kabinentüren und Türantriebe
Die Kabinentür ist in der Regel als automatische Schiebetür ausgeführt, die mechanisch mit der jeweiligen Schachttür gekoppelt ist. Öffnen und Schließen werden von einem Türantrieb in der Kabine gesteuert, der beide Türflügel (Kabinen- und Schachttür) synchron bewegt. Zu den Kabinentür-Komponenten gehören der oder die Türflügel, Laufschienen und Rollen, die Antriebseinheit (Motor mit Riemen oder Zahnrad) sowie Sicherheitsschalter (Türkontaktschalter), die die Fahrt nur bei geschlossener Tür freigeben.
Für das Facility Management stehen bei den Türen folgende Aspekte im Vordergrund:
Leichtgängiger Lauf: Die Tür soll gleichmäßig und ohne Ruckeln gleiten. Eine regelmäßige Schmierung und Justierung der Türmechanik durch die Wartung stellt sicher, dass sich die Türflügel nicht verklemmen und sauber schließen.
Geräuschverhalten: Öffnen und Schließen der Türen sollten möglichst leise ablaufen, um den Komfort nicht zu beeinträchtigen. Klappern, Quietschen oder schleifende Geräusche deuten auf Verschleiß (z.B. abgenutzte Rollen oder Schienenverschmutzung) hin und sollten vom FM an die Wartungsfirma gemeldet werden.
Schließkraft und Sicherheit: Die Türantriebe sind so eingestellt, dass die Schließkraft begrenzt ist – gemäß geltenden Normen darf die Tür niemanden einklemmen. Bei einem Hindernis im Türbereich muss die Tür sofort anhalten und wieder aufgehen (Reversieren). Das FM achtet darauf, dass diese Schutzfunktion greift und z.B. nicht durch unsachgemäße Erhöhungen der Schließkraft außer Kraft gesetzt wird.
Betriebssicherheit: Kabinentüren sind eine häufige Quelle von Störungen (wenn sie nicht richtig schließen, fährt der Aufzug nicht). Daher ist auf eine geringe Störanfälligkeit zu achten: Die Komponenten sollten regelmäßig inspiziert und gereinigt werden (Türschwellen frei von Schmutz, Antrieb überprüft). Auch die Elektronik der Türsteuerung (Sensoren, Schalter) muss zuverlässig funktionieren, damit es nicht zu Stillständen kommt.
Türschutz und Sensorik
Um Unfälle beim Türschließvorgang zu vermeiden, verfügen moderne Aufzüge über Türschutzeinrichtungen. Typisch ist ein Lichtvorhang bzw. eine Lichtschranken-Anordnung über die gesamte Höhe der Türöffnung, der das Vorhandensein von Personen oder Gegenständen im Durchgang erkennt. Ergänzend oder alternativ können drucksensitive Kontaktleisten am Türflügel montiert sein, die beim Berühren eines Hindernisses auslösen. Manche Systeme nutzen auch Infrarot- oder Laserscanner, die den Einstiegsbereich überwachen.
Diese Sensorik trägt maßgeblich zur Sicherheit und Verfügbarkeit der Anlage bei: Sie verhindert das Einklemmen von Fahrgästen und sorgt dafür, dass die Türen rechtzeitig stoppen oder wieder öffnen. Allerdings können Fehlfunktionen oder externe Einflüsse (Schmutz, Fehlausrichtung) der Sensoren unmittelbar zu Betriebsstörungen führen – etwa wenn die Lichtschranke permanent unterbrochen ist und die Tür deshalb nicht schließt.
FM-Aufgaben: Das Facility Management sollte dafür sorgen, dass Türschutzsysteme regelmäßig im Rahmen der Wartung geprüft werden. Der Aufzugs-Wartungstechniker testet z.B. die Lichtschranke auf korrekte Reaktion und justiert sie bei Bedarf nach. Sichtbare Verschmutzungen (Staub, Spinnweben) im Bereich der Sensorleisten oder Reflexionsprismen können vom FM oder Reinigungspersonal vorsichtig entfernt werden, sofern das gefahrlos möglich ist. Wichtig ist, Auffälligkeiten wie beschädigte Sensorleisten oder häufiges „Grundlos-Offenbleiben“ der Türen umgehend zu dokumentieren und an die Wartungsfirma zu melden. So lassen sich Ausfälle durch Türstörungen minimieren.
Übergang Kabinentür – Etage
Für die barrierefreie Nutzung eines Aufzugs ist ein ebener Übergang zwischen Kabine und Etagenboden essentiell. Die Kabinenschwelle und die Etagenkante sollten möglichst bündig abschließen, damit weder Stolperkanten entstehen noch Räder (von Rollstühlen, Kinderwagen, Transportwagen) hängen bleiben.
FM-Sicht: Das Facility Management muss hier insbesondere auf Anzeichen mangelnder Haltgenauigkeit achten:
Stufenbildung: Bildet sich zwischen Kabine und Etage eine spürbare Höhenstufe (bereits einige Millimeter Differenz sind im Rollstuhl bemerkbar), stimmt die Haltegenauigkeit nicht mehr. Solche Abweichungen sollten dem Wartungsdienst gemeldet werden. Mögliche Ursachen können abgenutzte Bremsen, veränderte Seildehnung oder fehlerhafte Nivelliersensoren sein, die von der Fachfirma nachjustiert werden müssen.
Nachnivellieren: Wenn der Aufzug nach dem Anhalten häufig noch einmal „vor- und zurücksetzt“ (automatisches Nachnivellieren, um die Etage genau zu erreichen), deutet dies auf veränderte Lastbedingungen oder Regelungsbedarf hin. Zwar sind Nachnivellierbewegungen bis zu einem geringen Maß normal (um etwa Seildurchhang bei Beladungswechsel auszugleichen), doch wenn es für Nutzer spürbar oder irritierend ist, sollte geprüft werden, ob der Fahrkorb korrekt eingeregelt ist.
Koordination mit Wartung: Bei wiederholtem Auftreten von Haltungen mit Niveauabweichung ist eine gezielte Überprüfung durch die Wartungsfirma zu veranlassen. Das FM koordiniert gegebenenfalls eine temporäre Außerbetriebnahme zwecks Nachjustage des Antriebssystems oder der Steuerung. Ziel ist, die Kabine wieder planeben anfahren zu lassen, um volle Barrierefreiheit zu garantieren.
Kabinenbedientableau (Hauptpanel)
Das Kabinenbedientableau ist das zentrale Bedienelement in der Kabine. Es umfasst alle Taster und Anzeigen, die der Fahrgast zur Steuerung des Aufzugs benötigt.
Typischerweise gliedert es sich in folgende Bestandteile:
| Bestandteil | Inhalt (Basis) | FM-relevante Punkte |
|---|---|---|
| Ruf-/Etagentasten | Tasten für die Anwahl der gewünschten Stockwerke (Etagenruf) | Funktion muss jederzeit gegeben sein; Taster sollten robust und vandalismussicher ausgeführt sein. Für barrierefreie Nutzung sind erhabene Beschriftungen/Braille und eine Höhe von ca. 0,85–1,10 m vom Boden erforderlich, damit alle Nutzer (auch Rollstuhlfahrer) sie erreichen können. |
| Zusatztasten | Sonderfunktionen: „Tür auf“ / „Tür zu“, Alarm-Notruftaste, ggf. Lüfter ein/aus oder Halt-Taster (je nach Ausführung) | Eindeutige Kennzeichnung durch Symbole/Farben (z.B. geöffnetes Türsymbol, Glocke für Alarm). Fehlbedienungsrisiko minimieren: Der Alarmtaster sollte gelb oder rot markiert und gegen unbeabsichtigtes Drücken geschützt sein. Ein evtl. Nothalt ist in öffentlichen Aufzügen oft deaktiviert oder nur mit Schlüssel bedienbar, um Missbrauch zu verhindern. |
| Kennzeichnung | Beschriftungen der Bedienelemente und Hinweise: Etagenbezeichnungen (z.B. Zahlen, „EG“ für Erdgeschoss), Piktogramme (Maximallast, „Nicht rauchen“), taktile Schriften (Brailleschrift oder Relief auf Tasten) | Gute Lesbarkeit und Haltbarkeit: Kontrastreiche Drucke oder Gravuren, die auch bei häufiger Benutzung nicht abgerieben werden. Barrierefreiheit: Braille- und Prismenschrift muss vorhanden und intakt sein. Beschädigte oder fehlende Beschriftungen sind umgehend zu erneuern, um Bedienfehler zu vermeiden. |
Innerhalb der Kabine informieren mehrere Anzeigen und Signale die Fahrgäste über den Betriebszustand des Aufzugs:
Optische Anzeigen: Üblich ist eine Etagenanzeige, die das aktuelle Stockwerk numerisch oder alphanumerisch anzeigt. Daneben gibt es oft Fahrtrichtungspfeile (LED-Pfeile oder auf dem Display integriert), die anzeigen, ob der Fahrkorb sich aufwärts oder abwärts bewegt. Zusätzlich können Statushinweise aufleuchten, etwa „Außer Betrieb“ (bei einer Störung), „Wartung“ oder ein Warnsymbol für „Überlast“, falls zu viele Personen in der Kabine sind.
Akustische Signale: Viele Aufzüge geben beim Erreichen einer Etage einen Glockenton oder Gong ab, um ankommende Fahrgäste zu signalisieren. In barrierefreien Anlagen sind auch Sprachansagen vorgesehen, die z.B. die aktuelle Etage und Fahrtrichtung durchgeben („Erster Stock, aufwärts“), was sehbehinderten Personen Orientierung bietet. Akustische Warnsignale ertönen, wenn der Aufzug überladen ist oder wenn die Türen zu lange blockiert werden.
FM-Aspekte:
Für das Facility Management gilt es sicherzustellen, dass diese Anzeigen und Signale korrekt funktionieren und für alle Nutzer wahrnehmbar sind. Die optischen Anzeigen müssen klar ablesbar sein – ausgefallene Segmente oder flackernde Displays sind nicht nur ärgerlich, sondern können auch Verwirrung stiften. Ebenso muss die Helligkeit ausreichend sein, aber ohne zu blenden. Akustische Signale sollten in angemessener Lautstärke erklingen: laut genug, um auch bei Umgebungsgeräuschen gehört zu werden, jedoch nicht störend. Wichtig ist die Plausibilität der Anzeigen: Stimmen Kabinenanzeige und die Anzeige an der Etage nicht überein (z.B. zeigt die Kabine „2“ an, obwohl man im 3. Stock steht), liegt ein Steuerungsfehler vor, der umgehend behoben werden muss. Jegliche Störung – sei es ein dauerhaft leuchtendes Fehlersymbol, ein ausbleibender Gong oder eine falsch angezeigte Etage – ist vom FM zu dokumentieren und an den Service weiterzugeben, damit die Fahrgäste stets zuverlässig informiert werden.
Notruf- und Intercom-Komponenten
Für Notfälle ist jede Aufzugskabine mit einer Notrufeinrichtung ausgestattet. Zentral ist ein Notruftaster (meist mit Glocken- oder Telefon-Symbol), der vom Eingeschlossenen gedrückt werden kann, um Hilfe anzufordern. Beim Betätigen wird eine Alarmmeldung an einen externen Notdienst oder eine ständig besetzte Stelle ausgelöst. Moderne Aufzüge verfügen zusätzlich über ein Zwei-Wege-Kommunikationssystem: Über Lautsprecher und Mikrofon in der Kabine kann eine Sprechverbindung aufgebaut werden, sodass der Eingeschlossene mit dem Notdienstpersonal direkt sprechen kann. Dies dient dazu, Panik zu vermeiden und genaue Informationen zur Situation zu übermitteln, während die Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden.
FM-Aufgaben: Das Facility Management muss sicherstellen, dass das Notrufsystem jederzeit funktionstüchtig ist und regelmäßig überprüft wird. In Wartungsverträgen und betrieblichen Notfallplänen sollte festgelegt sein, in welchen Intervallen und wie der Notruf getestet wird (z.B. monatliche Testanrufe). Wichtig ist die Kontrolle der Reaktionskette: Wird der Alarm korrekt an die Notrufzentrale übertragen? Erfolgt eine unmittelbare Rückmeldung in die Kabine (Sprechverbindung)? Und wird anschließend der Notdienst unverzüglich alarmiert? Gesetzliche Vorgaben (u.a. aus der Betriebssicherheitsverordnung und EN 81-28) schreiben vor, dass eingehende Aufzugnotrufe sofort entgegengenommen werden und eine Befreiung eingeschlossener Personen innerhalb von 30 Minuten eingeleitet sein muss. Das FM prüft die Testprotokolle dahingehend, ob diese Anforderungen erfüllt werden und ob ggf. nachgebessert werden muss (z.B. Wechsel des Notruf-Dienstleisters bei unzureichender Leistung).
Des Weiteren achtet das FM bei Änderungen am Aufzug darauf, dass das Notrufsystem entsprechend angepasst wird. Wird etwa die Telefonlinie umgestellt, der Anbieter der Notrufzentrale gewechselt oder das Kabinenbedienfeld modernisiert, müssen alle Hinweise und Dokumentationen aktualisiert werden. Das bedeutet: neue Notrufnummern oder Ansprechpartner sind in der Kabine auszuhängen, Beschilderungen (z.B. „Bei Notruf wird verbunden mit Firma XY, Notdienst“) anzupassen und die Aktualität im Notfallplan zu vermerken. Nur so ist im Ernstfall gewährleistet, dass keine Verzögerungen durch veraltete Informationen auftreten.
Handläufe und Haltegriffe
Handläufe in der Aufzugskabine dienen den Fahrgästen als Halte- und Stützpunkt während der Fahrt. Sie sind meistens an den Seiten- oder Rückwänden in einer Höhe von ca. 90–110 cm angebracht und verlaufen horizontal. In kleineren Personenaufzügen ist häufig ein einzelner Handlauf an der Rückwand vorhanden; in größeren oder in Bettenaufzügen können an drei Wänden Handläufe montiert sein, um aus jeder Position Halt zu bieten.
FM-Perspektive: Im Betriebsalltag muss darauf geachtet werden, dass die Handläufe fest verankert und unbeschädigt sind. Sie sollten stabil genug sein, um auch ruckartige Belastungen (z.B. wenn sich jemand bei einer abrupten Bremsung festhält) auszuhalten, ohne sich zu lockern oder zu brechen. Die Oberflächen der Handläufe (oft Edelstahl, Aluminium oder Kunststoffe) dürfen keine scharfen Ecken oder Grate aufweisen – ein häufiger Prüfschritt ist das Abtasten auf ggf. abgelöste Beschichtungen oder Splitter. Aus hygienischer Sicht sind Handläufe regelmäßig zu reinigen, da sie von vielen Personen angefasst werden. Hierbei sollten geeignete Reinigungsmittel verwendet werden, die das Material nicht angreifen (z.B. keine scheuernden Mittel auf poliertem Edelstahl, um Kratzer zu vermeiden).
Spiegel und visuelle Gestaltung
Zur Ausstattung vieler Kabinen gehört ein Spiegel, der meist an der Rückwand oder, bei Durchlader-Aufzügen, an einer Seitenwand angebracht ist. Der Spiegel vergrößert optisch den Raum, was bei beengten Kabinen das Komfortgefühl steigert. Er ermöglicht es zudem, den Kabinenraum zu überblicken – zum Beispiel kann ein Rollstuhlfahrer den Türbereich im Spiegel sehen, wenn er rückwärts ausfährt, oder andere Fahrgäste können den hinter ihnen stehenden Personenverkehr im Auge behalten.
Neben dem Spiegel wird die Kabine oft mit bestimmten Designs und Materialien gestaltet. Wände und Boden können farblich aufeinander und auf das Gebäudeambiente abgestimmt sein. Häufig kommen Edelstahloberflächen, Glas, Holzdekore oder Laminat zum Einsatz. Ein ansprechendes Design trägt zum positiven Nutzungserlebnis bei und spiegelt im besten Fall das Corporate Design oder die Wertigkeit des Gebäudes wider (z.B. edle Materialien in einem Hotelaufzug versus robuste, leicht zu reinigende Materialien in einem Krankenhausaufzug).
FM-Aspekte: Bei Spiegeln und Oberflächengestaltung stehen für das FM folgende Überlegungen im Vordergrund:
Sicherheit des Spiegels: Der Spiegel muss bruchsicher ausgeführt sein. In der Regel wird hier Sicherheitsverbundglas oder eine spezielle Folierung eingesetzt, damit im Falle eines Bruchs keine scharfkantigen Splitter in die Kabine fallen. Das FM sollte prüfen, ob der Spiegel fest in seiner Halterung sitzt und ob Kanten bzw. Ecken durch Profile geschützt sind, um ein Abstoßen zu verhindern.
Vandalismusschäden: Spiegel und Dekorflächen sind potenzielle Angriffsflächen für Vandalismus (z.B. Verkratzen, Beschmieren mit Filzstift oder Spray). Ein präventives Graffitimanagement kann vorsehen, dass etwa Anti-Graffiti-Beschichtungen auf empfindlichen Flächen angebracht werden oder dass bei wiederholten Schäden auf weniger anfällige Materialien umgerüstet wird (z.B. Einsatz von mattiertem Edelstahl anstelle von lackierten Flächen). Wichtig ist, dass das Reinigungspersonal kleinere Schmierereien sofort meldet und – sofern möglich – entfernt, bevor sie sich festsetzen.
Reinigungsaufwand: Hochglänzende Oberflächen wie Spiegel, Glas oder polierter Edelstahl benötigen intensive Pflege, da Fingerabdrücke, Staub und Flecken darauf gut sichtbar sind. Das FM sollte die Reinigungsfrequenz entsprechend festlegen (bei stark frequentierten Aufzügen ggf. mehrmals täglich kurze Zwischenreinigungen der Spiegel) und sicherstellen, dass geeignete Reinigungsmittel verwendet werden, die die Oberflächen nicht beschädigen (z.B. glasgeeignete Reiniger, Mikrofasertücher für Spiegel, Edelstahlreiniger für Metallflächen).
Eine angemessene Beleuchtung und – falls vorhanden – Belüftung der Kabine beeinflusst maßgeblich den Fahrkomfort und das Sicherheitsempfinden der Passagiere. Die Anforderungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
| Komponente | Anforderungen (Basis) |
|---|---|
| Allgemeinbeleuchtung | Ausreichende Helligkeit im Fahrgastraum, gleichmäßige Ausleuchtung ohne Flackern. Aktuelle Normen empfehlen mindestens ~100 Lux Beleuchtungsstärke auf Kabinenbodenhöhe, um ein sicheres Gefühl zu vermitteln. Die Beleuchtung sollte blendfrei und angenehm (Farbtemperatur ca. 3000–5000 K) sein. |
| Notbeleuchtung | Beleuchtung bei Netzausfall/Störung, automatisch einschaltend. Ein batteriebetriebenes Licht (meist LED) sorgt dafür, dass die Insassen nicht im Dunkeln stehen, falls die normale Kabinenbeleuchtung ausfällt. Die Leuchtdauer sollte mindestens 60 Minuten betragen (wie in den einschlägigen Normen gefordert), um auch bei längerer Eingeschlossenheit ausreichend Licht zu bieten. |
| Belüftung (falls vorhanden) | Grundluftwechsel in der Kabine zur Vermeidung von stickiger Luft. In vielen Aufzügen ist ein kleiner Lüfter oder Ventilator in die Decke integriert, der bei Fahrbetrieb ständig oder intermittierend läuft. Er sorgt dafür, dass verbrauchte Luft aus der Kabine abgesaugt und Frischluft aus dem Schacht zugeführt wird. Damit wird auch bei längerem Aufenthalt (z.B. im Störungsfall) ausreichende Sauerstoffzufuhr und ein angenehmes Klima gewährleistet. |
FM-Aufgaben:
Das Facility Management organisiert den turnusmäßigen Austausch von Leuchtmitteln bzw. die Prüfung der LED-Module, da auch langlebige LEDs nach einigen Jahren an Helligkeit verlieren können. Bei konventionellen Leuchtstofflampen oder Glühbirnen sind Ersatzlampen vorzuhalten und rechtzeitig zu wechseln, idealerweise bevor sie ganz ausfallen (z.B. im Rahmen von Wartungsterminen). Sollte Nutzern auffallen, dass die Kabine dunkler als gewöhnlich ist oder flackerndes Licht auftritt, muss umgehend reagiert werden – defekte Leuchten sind sofort zu ersetzen. Insbesondere die Notbeleuchtung ist kritisch: Ihre Funktion muss regelmäßig getestet werden (z.B. durch Simulation eines Stromausfalls oder Betätigung eines Prüfschalters, sofern vorhanden). Die Batterien der Notlichter sind gemäß Herstellerangaben auszutauschen (typisch alle 3–5 Jahre), damit die Notlichtanlage im Ernstfall zuverlässig arbeitet.
Bei der Belüftung achtet das FM darauf, dass der Kabinenlüfter in Ordnung ist. Ein funktionsfähiger Ventilator reduziert das Risiko von Panik bei steckengebliebenen Fahrgästen, da stets frische Luft spürbar ist. Anzeichen für Wartungsbedarf können ungewöhnliche Geräusche (Quietschen, Schleifen) oder eine nachlassende Lüftungsleistung sein. In solchen Fällen sollte der Lüfter gereinigt (Staub an Rotorblättern kann zu Unwucht führen) oder bei Defekt ersetzt werden. Der Lüfter sollte außerdem dauerhaft in Betrieb sein oder automatisch aktiviert werden, sobald Personen in der Kabine sind – dies kann auch periodisch geprüft werden.
Reinigungs- und Pflegekonzept
Eine regelmäßige Reinigung der Kabine sorgt nicht nur für ein gepflegtes Erscheinungsbild, sondern erhält auch den Wert und die Funktion der Komponenten. Im Reinigungs- und Pflegekonzept sollten je nach Gebäudeart und Nutzungsaufkommen passende Intervalle festgelegt werden. Beispielsweise ist in Bürogebäuden und Hotels oft eine tägliche Reinigung der Kabine (Boden saugen/wischen, Fingerabdrücke von Spiegeln und Tableaus entfernen) vorgesehen, während in Wohngebäuden längere Intervalle (mehrmals wöchentlich oder wöchentlich) ausreichen können. In Krankenhäusern oder anderen sensiblen Bereichen sind unter Umständen auch Desinfektionsreinigungen nötig.
Wichtig sind klare Absprachen mit dem Reinigungsdienstleister:
Materialverträglichkeit: Die verwendeten Reinigungsmittel und -methoden müssen auf die Kabinenmaterialien abgestimmt sein. So dürfen z.B. Edelstahlflächen nicht mit chlor- oder säurehaltigen Reinigern geputzt werden, um Korrosion oder Fleckenbildung zu vermeiden. Bei Stein- oder Gummiböden sind rückstandsfreie, nicht zu aggressive Reiniger zu wählen, damit die Oberfläche nicht beschädigt oder rutschig wird. Spiegel erfordern Glasreiniger, der streifenfrei trocknet.
Umgang mit Ausstattung: Das Reinigungspersonal sollte geschult sein, wie es mit empfindlichen Komponenten umgeht – etwa Vorsicht beim Reinigen der Sensorleisten in der Tür (nicht mit Flüssigkeit fluten), behutsames Wischen des Bedienpanels (um keine Knöpfe zu verklemmen), und keine scharfen Werkzeuge an dekorativen Paneelen einsetzen.
Meldung von Auffälligkeiten: Teil des Reinigungskonzepts sollte sein, dass Reinigungskräfte Schäden oder Vandalismusschäden in der Kabine sofort weitermelden. Wenn beim Putzen z.B. Kratzer an den Wänden, gelockerte Handläufe, defekte Beleuchtung oder Graffiti auffallen, muss ein klarer Meldeweg definiert sein (z.B. Eintrag ins Objektbuch oder Meldung an die Hausmeisterei/Leitstelle). So fungiert die Reinigung zugleich als „Inspektion“, und Probleme können frühzeitig behoben werden.
Einfache Kontrollen durch FM/Haustechnik
Neben den professionellen Wartungsintervallen ist es sinnvoll, dass die Haustechnik oder das Facility Management in Eigenregie regelmäßige Kurz-Checks der Kabine durchführt. Solche Kontrollen können z.B. monatlich stattfinden und dienen dazu, offenkundige Mängel oder Verschleiß früh zu erkennen.
Ein möglicher Ablauf für einen Kabinencheck ist:
Visuelle Prüfung: Kontrolle von Wänden, Boden und Decke auf Sauberkeit und Beschädigungen. Gibt es Kratzer, Dellen oder Verschmutzungen, die über das normale Maß hinausgehen? Ist der Bodenbelag intakt und liegt fest auf? Hängen Deckenplatten richtig ein? Spiegel auf Risse oder Lockerung prüfen. Handlauf-Befestigungen anrütteln, um Spiel festzustellen.
Türfunktion: Mehrfaches Öffnen und Schließen der Türen beobachten (ggf. mit der „Tür Auf“/„Tür Zu“-Taste, falls vorhanden). Dabei auf das Laufgeräusch und die Geschwindigkeit achten. Wirkt die Tür träge oder schließt sie nicht vollständig? Test: Hand kurz in den Türbereich halten, um zu prüfen, ob die Lichtschranke die Tür zuverlässig zum Wiederöffnen bringt.
Bedienpanel und Anzeigen: Alle wichtigsten Tasten im Kabinentableau einmal drücken (Etagenwahl, Türöffner, Alarm Test – letzteres nur in Absprache oder mit deaktivierter Weiterleitung). Überprüfen, ob die Befehle korrekt umgesetzt werden (fährt der Aufzug nach Auswahl der Etage los, leuchtet die gewünschte Etage auf der Anzeige auf). Kontrolle der Anzeigen: Zeigt das Display die richtige Etage, funktionieren die Fahrtrichtungspfeile, leuchten eventuelle Positions-LEDs? Funktioniert die Kabinenbeleuchtung (keine flackernden Lampen)?
Notrufprobe (geregelt): In Absprache mit der Notrufzentrale kann periodisch ein Test des Notrufs aus der Kabine erfolgen. Dabei wird der Notruftaster betätigt, um zu prüfen, ob die Sprechverbindung zustande kommt und die Leitstelle korrekt reagiert. (Dieser Test sollte aus organisatorischen Gründen geplant durchgeführt werden, um Fehlalarme zu vermeiden.)
Fahrtverhalten: Während einer Testfahrt (z.B. einmal von unten nach oben und zurück) auf ungewöhnliche Geräusche oder Ruckeln achten. Treten beim Anfahren oder beim sanften Halt Vibrationen oder Schwingungen auf? Solche Beobachtungen können Hinweise auf Wartungsbedarf (z.B. Führungsschienen schmieren, Dämpfer prüfen) geben.
Sensorik sauber: Die Türsensoren (Lichtschranken) auf offensichtliche Verschmutzung prüfen und gegebenenfalls sanft reinigen. Dabei den Aufzug gegen unbeabsichtigte Türschließung sichern (z.B. Wartungsschalter nutzen), falls man händisch in der Türzone arbeitet.
Hinweis:
Alle Ergebnisse dieses Kabinenchecks sollten dokumentiert werden. Kleinere Reinigungsmaßnahmen (wie Entfernen eines Papierabfalls oder Abwischen eines Flecks) kann die Haustechnik direkt erledigen. Größere Auffälligkeiten oder technische Mängel – z.B. eine klemmende Tür oder eine defekte Anzeige – werden an den Wartungsdienst gemeldet, idealerweise mit genauer Beschreibung (wann, was beobachtet). So ergänzt der FM-Check die professionelle Wartung und erhöht die Betriebssicherheit.
Dokumentation und Schnittstelle zur Wartung
Eine lückenlose Dokumentation aller kabinenrelevanten Vorgänge und Komponenten ist im Facility Management unverzichtbar. Jedes wichtige Bauteil der Kabine sollte im CAFM (Computer Aided Facility Management) bzw. CMMS (Computerized Maintenance Management System) als Teil der Aufzugsanlage hinterlegt sein – von der Türanlage über die Beleuchtung bis zum Notrufsystem. Treten Störungen oder Schäden auf, werden diese mit Datum, Beschreibung und Zuständigkeit erfasst. Wichtig ist hierbei die genaue Zuordnung: z.B. „Aufzug Nr. 3, Kabine, Tür schließt nicht richtig – Lichtschranke defekt?“. Solche Angaben ermöglichen es der Wartungsfirma, bei Eingang der Meldung gezielt auf das Problem vorbereitet zu sein.
Dazu gehören:
Wartungsprotokolle: Nach jeder planmäßigen Wartung (häufig monatlich oder vierteljährlich) stellt die beauftragte Fachfirma einen Bericht aus. Darin sind oft auch kabinenbezogene Punkte abgehakt, z.B. „Kabinenbeleuchtung überprüft und ok“, „Türkontakt justiert“, „Notrufprobe durchgeführt“. Das FM sollte diese Berichte gegenprüfen, um sicherzustellen, dass alle Kabinenkomponenten bedacht wurden.
Prüfberichte von Sachverständigen: In Deutschland müssen Aufzüge regelmäßig von zugelassenen Überwachungsstellen (z.B. TÜV) geprüft werden (Hauptprüfung alle 2 Jahre, Zwischenprüfung jährlich im Wechsel). Die Prüfbescheinigungen enthalten Angaben zum Zustand der Sicherheitsfunktionen, oft auch Hinweise zu Kabinenausstattung (z.B. ob Notbeleuchtung vorhanden und funktionsfähig ist, ob Beschilderungen fehlen, ob bauliche Mängel in der Kabine bestehen). Diese Berichte sind im Aufzugsordner abzulegen.
Historie der Störungen: Alle kabinenbezogenen Störungsmeldungen (z.B. „Kabinentür klemmt – Einsatz Techniker am 12.03.“) sollte man nachvollziehbar dokumentieren. Durch Analyse dieser Historie lassen sich Schwerpunkte erkennen (etwa häufen sich Türstörungen an einem bestimmten Aufzug).
Hinweis:
Das Zusammenführen dieser Informationen erlaubt dem Facility Manager, strategische Entscheidungen zu treffen. Wiederkehrende Probleme können auf einen Modernisierungsbedarf hindeuten: Wenn z.B. die Türantriebe altersschwach sind, kann ein Austausch durch moderne, energiesparende und zuverlässigere Modelle in Betracht gezogen werden. Oder wenn die Kabinenausstattung (Beleuchtung, Tableaus) nicht mehr dem Stand der Technik oder den Nutzeransprüchen genügt, kann eine Modernisierung geplant werden – beispielsweise die Nachrüstung von TFT-Displays, eine energieeffiziente LED-Deckenbeleuchtung oder der Ersatz abgenutzter Wandpaneele. Auch Aspekte der Barrierefreiheit (z.B. Nachrüstung von Sprachansagen oder Spiegeln) können auf Basis der Dokumentation bewertet und initiiert werden.
Abschließend sei angemerkt, dass die in diesem Dokument vorgestellte Gliederung der Kabinenkomponenten direkt als Kapitelstruktur in einem Aufzugs-Betriebskonzept, in Leistungsverzeichnissen für den Aufzugsbetrieb bzw. die Instandhaltung oder in einem FM-Handbuch für Aufzugsanlagen verwendet werden kann. Sie bildet die wesentlichen Bereiche ab, die im Betrieb und Unterhalt einer Aufzugskabine relevant sind, und kann bei Bedarf um objektspezifische technische Details ergänzt werden, um den konkreten Aufzugtyp oder besondere Ausstattungen zu berücksichtigen.
