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Führungsschienen und Schienenbefestigungen

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Führungsschienen und Schienenbefestigungen

Führungsschienen und Schienenbefestigungen

Führungsschienen und ihre Befestigungen gehören zu den zentralen tragenden und sicherheitsrelevanten Bauteilen einer Aufzugsanlage. Sie definieren den Fahrweg von Kabine und Gegengewicht im Schacht, beeinflussen Fahrkomfort, Geräuschentwicklung und Betriebssicherheit und wirken sich damit direkt auf das Nutzererlebnis, die Lebensdauer der Anlage und die Störanfälligkeit aus. Aus Sicht des Facility Managements sind Führungsschienen und Schienenbefestigungen insbesondere unter den Gesichtspunkten Zustandskontrolle, Zusammenarbeit mit Wartungsdienstleistern, Störungsanalyse sowie Modernisierbarkeit von Bedeutung.

Führungsschienen und Schienenbefestigungen im Aufzug

Grundfunktionen

  • Führung der Kabine: Die Schienen führen den Fahrkorb vertikal im Schacht und stellen einen exakt definierten Fahrweg sicher.

  • Führung des Gegengewichts: Bei seilbetriebenen Aufzügen wird das Gegengewicht auf separaten Schienen zuverlässig im Schacht geführt.

  • Begrenzung seitlicher Bewegungen: Führungsschienen verhindern, dass die Kabine seitlich ausschwenkt, verkantet oder „schwingt“.

  • Referenz für Sicherheitseinrichtungen: Die Schienen dienen als feste Bezugsebene für sicherheitsrelevante Vorrichtungen (z. B. greift die Fangvorrichtung im Notfall an den Schienen an).

Aus Facility-Management-Perspektive beeinflussen die Führungsschienen verschiedene Kriterien des Aufzugsbetriebs, wie in der folgenden Übersicht dargestellt:

FM-Perspektive

Relevanz der Führungsschienen

Fahrkomfort

Gleichmäßiger Lauf, möglichst geringe Vibrationen und Geräusche

Sicherheit

Stabile Führung; definiertes Verhalten im Stör- oder Fangfall

Verfügbarkeit

Geringere Störungsanfälligkeit bei gutem Zustand und korrekter Justage

Instandhaltung

Planbarkeit von Wartungs- und Austauschmaßnahmen

Modernisierung

Grundlage für Kabinen- oder Antriebserneuerung; ggf. erforderliche Schienenanpassungen

Führungsschienen für Kabine und Gegengewicht

Üblicherweise werden im Schacht getrennte Schienenstränge für Fahrkorb und Gegengewicht eingesetzt. Das heißt, es existiert ein Schienenpaar für die Kabine und – bei Seilaufzügen – ein eigenes Schienenpaar für das Gegengewicht. Diese Führungsschienen bestehen aus genormten Stahlprofilen, die über die Schachthöhe hinweg segmentweise montiert sind. Zwischen den einzelnen Schienenstücken befinden sich Schienenstöße, die mittels spezieller Verbinder (Stoßlaschen) exakt fluchtend ausgerichtet und verschraubt werden. Der Fahrkorb und das Gegengewicht besitzen jeweils Führungselemente (entweder Federrollen bzw. rollengelagerte Führungsrollen oder gleitende Führungsschuhe), die entlang der Schienen laufen und so die beweglichen Massen sicher im Schacht halten.

Schienenbefestigungen

Die Führungsschienen sind über Konsolen bzw. Halterungen fest mit der Schachtumschließung (den Schachtwänden oder einer Tragkonstruktion) verbunden. Diese Schienenhalter müssen so dimensioniert sein, dass sie alle auftretenden Kräfte – sowohl die statischen Lasten des Fahrbetriebs als auch dynamische Spitzenkräfte im Notfall – sicher in das Bauwerk einleiten können. Um die Übertragung von Vibrationen und Körperschall auf das Gebäude zu verringern, werden an den Befestigungspunkten häufig elastische Elemente (z. B. Gummi- oder Elastomerpuffer) zur Schwingungsentkopplung eingesetzt. In Betonschächten kommen vielfach einbetonierte Ankerschienen oder zugelassene Schwerlastdübel zum Einsatz, die auch die im Fangfall entstehenden dynamischen Lasten aufnehmen können. Wichtig ist, dass alle Befestigungen dauerhaft fest sitzen und gegen Lockerung gesichert sind, da lose Schienenkonsolen ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen würden.

Die folgenden Hauptkomponenten im Bereich der Führungsschienen und ihrer Befestigungssysteme sind aus Facility-Management-Sicht besonders relevant:

Komponente / Bereich

Beschreibung (Basis)

FM-Relevanz

Kabinenführungsschienen

Schienen für den Fahrkorb

Laufqualität, Geräuschminimierung, Sicherheit

Gegengewichtsschienen

Schienen für das Gegengewicht

Gleichmäßiger Gegengewichtslauf; Schachtbelegung

Schienenstöße / Verbinder

Verbindungselemente zwischen Schienensegmenten

Justagegenauigkeit; Stoßstellen als Geräuschquellen

Konsolen / Halter

Befestigung der Schienen an den Schachtwänden

Tragfähigkeit; Lockerungsrisiko; Korrosionsschutz

Verankerung im Bauwerk

Dübel, Anker oder Schweiß-/Schraubverbindungen

Bauwerksanbindung; Nachrüstbarkeit

Führungsrollen / -schuhe

Verbindung von Kabine/Gegengewicht zur Schiene

Verschleiß; Laufverhalten (Fahrkomfort)

Lage der Führungsschienen im Schacht

Die Positionierung der Führungsschienen im Aufzugsschacht ergibt sich aus der Schachtgeometrie und dem Kabinenlayout. Typischerweise sind die Kabinenschienen seitlich neben oder hinter der Kabine angeordnet; es gibt auch Konstruktionen, bei denen die Schienen diagonal versetzt anliegen. Wichtig ist stets, dass zu Schachtwänden, Gegengewicht und allen beweglichen Teilen ausreichende Freiräume bestehen, um einen sicheren und reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Für das Facility Management ist die Kenntnis der genauen Schienenlage vor allem deshalb relevant, weil nur so Arbeiten im Schacht – die ausschließlich von Fachfirmen durchgeführt werden – organisatorisch sicher begleitet und die erforderlichen Bereiche korrekt zugewiesen werden können.

Ausrichtung und Justage auf Basisniveau

Führungsschienen müssen beim Einbau absolut geradlinig und fluchtend ausgerichtet sein, damit Fahrkorb und Gegengewicht ohne Verkanten und mit minimalem Widerstand gleiten. Die Schienenmontage erfolgt daher mit hoher Präzision: Schienenstöße werden so bearbeitet und verbunden, dass die Übergänge möglichst stoßfrei sind. Aus FM-Sicht kommt es weniger auf die technischen Details der Justage an, sondern auf das Bewusstsein, dass Fehlstellungen direkte Auswirkungen haben können. Bereits geringe Abweichungen in der Schienenflucht führen zu erhöhtem Verschleiß an den Führungselementen, zu Beeinträchtigungen des Fahrkomforts (z. B. Ruckeln oder kleine Stöße während der Fahrt) und unter Umständen auch zu sicherheitsrelevanten Problemen. Deshalb sollten Hinweise aus Wartungsprotokollen oder Meldungen von Nutzern – etwa die Beschwerde, der Aufzug „fahre ruckelig“ – ernst genommen und in Abstimmung mit der Wartungsfirma zeitnah auf ihre Ursache hin überprüft werden.

Zugänglichkeit für Wartung und Prüfungen

Bei der Anordnung der Führungsschienen und Schienenbefestigungen wird von vornherein darauf geachtet, dass Fachpersonal im Rahmen von Wartung und Prüfung gefahrlos Zugang erhält. So sind im Schachtkopf und in der Schachtgrube in der Regel feste Arbeitsflächen oder zumindest ausreichend Raum vorgesehen, und es existieren ggf. Leitern oder Revisionsöffnungen, um höhergelegene Punkte zu erreichen. Das Facility Management koordiniert die sichere Zugänglichkeit bei anstehenden Arbeiten: Der Aufzug wird vor Beginn ordnungsgemäß außer Betrieb genommen und gegen Benutzung gesichert, und sämtliche Schachtzugänge bzw. relevanten Bereiche im Gebäude werden freigehalten oder abgesperrt. Außerdem achtet das FM darauf, dass bauliche Änderungen oder gelagerte Gegenstände die Zugangswege nicht beeinträchtigen. Nachträgliche Einbauten dürfen z. B. vorhandene Revisionsöffnungen nicht blockieren, und es sollten sich keine Fremdmaterialien oder Hindernisse in Bereichen befinden, die für Wartung und Prüfung benötigt werden.

Schutzziele

  • Stabiler Fahrweg: Sicherer, reproduzierbarer Fahrweg ohne unzulässige Schwingungen oder Auslenkungen von Kabine und Gegengewicht während des Betriebs.

  • Beherrschbare Kräfte im Notfall: Begrenzung auftretender Kräfte im Fangfall (Auslösen der Fangvorrichtung) durch korrekt bemessene Schienen und Halterungen, damit der Fahrkorb kontrolliert zum Stillstand kommt.

  • Keine losen Bauteile: Vermeidung von losen Teilen oder sich lösenden Befestigungen im Schacht, um herabfallende Bauteile oder Blockaden im Fahrweg auszuschließen.

Typische betriebliche Symptome und mögliche Ursachen (Basisniveau)

Im Betriebsalltag können bestimmte Symptome auf Probleme mit Führungsschienen oder ihren Befestigungen hindeuten.

Die folgende Tabelle nennt einige typische Wahrnehmungen, mögliche technische Ursachen und die angemessene Reaktion des Facility Managements (ohne selbst in die Technik einzugreifen):

Wahrnehmung / Symptom

Mögliche technische Ursache (vereinfacht)

FM-relevante Reaktion

Ungewöhnliche Laufgeräusche

Verschlissene Führungsrollen oder -schuhe; Schmutzablagerungen an den Schienen; ungleichmäßig ausgerichtete Schienenstöße

Meldung an die Wartungsfirma; Beobachtung dokumentieren

Ruckeln oder leichte Stöße (bei Fahrt)

Geringfügige Justageabweichungen der Schiene; Verschmutzungen, die punktuell Reibung erzeugen

Störung im FM-System aufnehmen; Priorität der Behebung mit dem Wartungsdienstleister abstimmen

Spürbare Vibrationen im Fahrkorb

Gelockerte Schienenbefestigungen; Übertragung von Antriebsschwingungen auf die Schiene

Prüfung durch eine Aufzugs-Fachfirma veranlassen

Sichtbare Roststellen an Konsolen

Unzureichender Korrosionsschutz der Bauteile; Feuchte im Schacht (Rostbildung)

Im Wartungsprotokoll vermerken lassen; Instandsetzung planen

Auffällige Hinweise im Prüfbericht (z. B. „Schienenbefestigung nachziehen“)

Hinweis auf beginnende Lockerungen oder Justagebedarf an Schienenhaltern

Mängelmanagement einleiten; Nachverfolgung bis zur Behebung sicherstellen

Arbeitsschutz für Wartungs- und FM-Personal

Arbeiten im Schachtbereich – insbesondere an Führungsschienen und Befestigungskonsolen – dürfen ausschließlich von befugten Fachkräften (z. B. Servicetechnikern der Aufzugsfirma) durchgeführt werden.

Das Facility Management stellt sicher, dass dabei folgende Arbeitsschutz-Maßnahmen eingehalten werden:

  • Der Aufzug ist vor Beginn der Arbeiten ordnungsgemäß außer Betrieb zu nehmen und gegen Wiedereinschalten zu sichern (Hauptschalter ausschalten, verriegeln und kennzeichnen).

  • Schachtzugänge und Arbeitsbereiche sind freizuhalten und abzusichern, sodass das Wartungspersonal ungehinderten und sicheren Zugang hat.

  • Zusätzliche Gefahrenquellen im Schacht sind frühzeitig zu erkennen und zu melden – etwa Wasser in der Schachtgrube, herabgefallene Fremdgegenstände oder provisorisch verlegte Leitungen, die ein Risiko darstellen könnten.

Rollenverteilung in Wartung und Kontrolle

Die Instandhaltung und Überwachung der Führungsschienen und Befestigungen erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Verantwortlicher.

Im Folgenden ist die Rollenverteilung mit ihren jeweiligen Aufgaben skizziert:

Rolle / Funktion

Aufgaben im Kontext Führungsschienen und Befestigungen

Aufzugs-Wartungsfirma (Service)

Fachgerechte Inspektion der Schienen; Überprüfung und ggf. Justage der Ausrichtung; Schmierung der Führungen (sofern Gleitführungen mit Schmiermittel vorhanden); Austausch verschlissener Komponenten (z. B. Führungsrollen oder -schuhe).

Prüforganisation / Sachkundiger

Durchführung der vorgeschriebenen wiederkehrenden Sicherheitsprüfungen der Aufzugsanlage (z. B. alle 1–2 Jahre), einschließlich Begutachtung von Zustand und Befestigung der Führungsschienen; Bewertung festgestellter Mängel und Vorgabe von Maßnahmen oder Fristen zur Mängelbeseitigung.

Facility Management / Haustechnik

Koordination der Wartungs- und Prüftermine; Freihalten und Sicherung der Zugangswege im Gebäude; Entgegennahme und Auswertung von Wartungs- und Prüfberichten hinsichtlich Hinweisen auf den Schienenzustand; Organisation von Folgemaßnahmen bei festgestellten Mängeln (Beauftragung der Fachfirma, Nachhalten der Termine).

Sicherheits- / Brandschutzbeauftragte

Einbindung von Feststellungen aus Wartung und Prüfung in die übergeordnete Sicherheits- und Brandschutzbetrachtung des Gebäudes; Sicherstellen, dass aus dem Zustand der Aufzugsschienen keine zusätzlichen Gefährdungen (z. B. im Brandfall oder für den Arbeitsschutz) resultieren.

Einfache Sichtkontrollen und Mängelverfolgung

Das Facility Management führt in der Regel keine Eingriffe an Aufzugsanlagen selbst durch. Allerdings können im Rahmen von Rundgängen einfache Sichtkontrollen an zugänglichen Stellen (Schachtgrube, Schachtkopf) erfolgen, um den Gesamteindruck der Anlage zu bewerten.

Wichtige Punkte dabei sind:

  • Sauberkeit der Schachtgrube: Die Grube sollte frei von Unrat, Bauteilen oder Fremdmaterial sein. Insbesondere dürfen sich direkt an den Schienen oder den Aufsetzpuffern keine Gegenstände oder Ablagerungen befinden, und es darf kein Wasser in der Grube stehen.

  • Zustand von Schienen und Konsolen: Soweit einsehbar, wird auf sichtbare Korrosion an Schienen oder Haltern sowie auf lose Schrauben oder Bauteile geachtet. Auffällige Roststellen oder lockere Teile sind ernstzunehmende Hinweise.

  • Dokumentation von Auffälligkeiten: Jegliche Beobachtungen werden vom FM festgehalten – mit Datum, genauer Ortsangabe und Beschreibung, bei Bedarf ergänzt durch ein Foto – und im FM-System (Wartungs-/Prüfprotokoll) vermerkt.

  • Nachverfolgung von Mängeln: Festgestellte Mängel oder Prüffeststellungen (aus Wartungs- und TÜV-Prüfberichten) werden systematisch nachverfolgt. Das FM sorgt dafür, dass die Behebung durch die zuständige Fachfirma erfolgt und dokumentiert wird, sodass der Mangel bis zur formalen Erledigung im System offen bleibt.

Durch dieses Vorgehen verfügen Facility Management und technische Dienstleister über eine gemeinsame, aktuelle Datengrundlage zum Zustand der Aufzugsanlage. Dies erleichtert die Planung der Wartungsstrategie, die Entscheidung über Modernisierungsmaßnahmen sowie eine vorausschauende Budgetplanung für den sicheren und effizienten Betrieb der Aufzüge.