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Fahrkorb

Facility Management: Aufzugsmanagement » Aufzüge » Zentrale physische Komponenten » Fahrkorb

Fahrkorb

Fahrkorb

Der Fahrkorb ist der für die Nutzer sicht- und erlebbare Teil einer Aufzugsanlage und somit Mittelpunkt von Komfort, Sicherheit und Servicewahrnehmung. In ihm treffen alle wesentlichen Komponenten zusammen: Tragmittel, Türsysteme, Sicherheitsbauteile und Bedienelemente wirken im Fahrkorb als Einheit. Aus Sicht des Facility Managements beeinflusst der Zustand des Fahrkorbs maßgeblich die Nutzerzufriedenheit – beispielsweise durch sein Erscheinungsbild, die Barrierefreiheit und den Fahrkomfort. Gleichzeitig hat der Fahrkorb direkten Einfluss auf die Betriebssicherheit einer Aufzugsanlage, den Reinigungsaufwand und die Instandhaltungskosten. Ein gepflegter, sicherer Fahrkorb trägt zu einem positiven Eindruck des Gebäudes bei, während Vernachlässigung hier schnell ins Auge fällt. Dieses Outline beschreibt den Fahrkorb auf Basis grundlegender FM-Aspekte und kann als Struktur für Konzepte, Prozessbeschreibungen oder Leistungsbeschreibungen im Facility Management dienen.

Fahrkorb im Aufzugssystem – Funktion und Aufbau

Grundfunktion und Aufgaben

  • Transport zwischen Etagen: Der Fahrkorb dient als Transportmittel und befördert Personen, Lasten oder – bei speziellen Ausführungen – Krankenhausbetten sicher zwischen den Haltestellen eines Gebäudes. Je nach Aufzugstyp (Personenaufzug, Lastenaufzug, Bettenaufzug) ist er auf die entsprechende Nutzlast und Größe ausgelegt.

  • Geschützter Raum: Während der Fahrt stellt der Fahrkorb einen geschlossenen, sicheren Raum dar. Er schützt die Fahrgäste vor dem offenen Schacht und mechanischen Risiken. Die Kabinenstruktur verhindert durch feste Wände, Decke und Türen, dass Personen versehentlich in den Schacht geraten, und vermittelt Sicherheit während der Beförderung.

  • Bedien- und Schnittstellenfunktion: Im Fahrkorb befinden sich die Bedienelemente (Etagenwahltaster, Türöffner, Notruftaster etc.) und Anzeigen. Damit bildet der Fahrkorb die Schnittstelle zwischen Nutzer und Aufzugssteuerung. Hier geben die Fahrgäste ihre Zielwahl ein und erhalten Rückmeldung über Fahrtrichtung, Etagen und eventuelle Meldungen der Anlage. Der Fahrkorb ist somit der Ort, an dem der Nutzer direkt mit dem Aufzugssystem interagiert.

Perspektive Facility Management

  • Servicefläche mit Nutzerwahrnehmung: Für das Facility Management ist der Fahrkorb eine Servicefläche, die vom Nutzer intensiv wahrgenommen wird. Sauberkeit, optischer Zustand und Komfort in der Kabine wirken sich unmittelbar auf die Zufriedenheit der Fahrgäste aus. Ein sauberer, gut beleuchteter und ansprechend gestalteter Fahrkorb signalisiert Professionalität und trägt zu einem positiven Nutzungserlebnis bei.

  • Sicherheitsrelevante Einheit: Der Fahrkorb stellt zudem eine sicherheitsrelevante Einheit im Aufzugsystem dar. Er arbeitet im Verbund mit den Schachttüren, der Steuerung, dem Notrufsystem und den Sicherheitseinrichtungen des Schachts (z.B. Fangvorrichtung). Aus FM-Sicht bedeutet das: Mängel oder Defekte im Fahrkorb (etwa an Türen oder Notrufeinrichtungen) können die Betriebssicherheit gefährden. Das Facility Management muss daher sicherstellen, dass die Kabine stets den Sicherheitsanforderungen genügt und alle Schutzfunktionen zuverlässig arbeiten.

  • Barrierefreiheit und Gestaltung: Der Fahrkorb spielt eine wichtige Rolle bei der Barrierefreiheit eines Gebäudes. Nur wenn die Kabine ausreichend dimensioniert und mit barrierefreien Bedienelementen ausgestattet ist, können Personen mit Mobilitätseinschränkungen den Aufzug selbstständig nutzen. Darüber hinaus kann die Kabinengestaltung Teil des Corporate Designs eines Gebäudes sein: Hochwertige Materialien, Farben und Beleuchtung, abgestimmt auf das Gebäudekonzept, vermitteln den Nutzern ein stimmiges Gesamtbild und unterstreichen den Anspruch des Betreibers an Service und Qualität.

Kabinenstruktur

  • Wände und Decke: Die Aufzugskabine besteht aus tragenden Wänden und einer Decke, die zugleich verkleidet sind, um ein ansprechendes Innenraumdesign zu bieten. Häufig kommen Metallpaneele (z.B. aus Edelstahl), Kunststoffe oder Glas zum Einsatz. Diese Verkleidungselemente sind robust ausgeführt und leicht zu reinigen. Oft ist ein Spiegel an einer Kabinenwand integriert, der den Raum optisch vergrößert und Nutzern (z.B. Rollstuhlfahrern) Überblick beim Aussteigen bietet.

  • Boden: Der Kabinenboden besteht aus einer stabilen Tragplatte, die das Gewicht der Fahrgäste und Lasten aufnimmt. Darauf befindet sich ein strapazierfähiger Bodenbelag, der rutschhemmend und pflegeleicht sein muss. Beläge wie Gummi, Linoleum, Vinyl oder Hartboden mit spezieller Beschichtung sind üblich. Die Konstruktion des Bodens sorgt für eine gleichmäßige Lastverteilung auf die Kabine. Zudem ist wichtig, dass der Bodenbelag fest verlegt ist und keine Stolperkanten aufweist.

  • Kabinenrahmen: Die Kabinenstruktur wird durch einen tragenden Rahmen (auch Kabinengerüst oder -träger genannt) gebildet. Dieser Rahmen verbindet die Kabine mit den Tragmitteln des Aufzugs und den Führungsschienen im Schacht. Er nimmt die Kräfte aus dem Kabinengewicht und der Zuladung auf. Am Kabinenrahmen sind Aufhängungen für Seile oder Riemen (bei Seilaufzügen) bzw. die Aufnahmepunkte für den Hydraulikzylinder (bei Hydraulikaufzügen) angebracht. Auch die Führungsschuhe oder -rollen, die entlang der Schienen gleiten, sind Teil dieses Rahmens. Insgesamt bildet der Kabinenrahmen das stabile Grundgerüst, das die sichere Bewegung der Kabine im Schacht ermöglicht.

Türen und Schwellenbereich

  • Kabinentüren und Schachttüren: Der Fahrkorb ist mit Kabinentüren ausgestattet, die sich in der Regel automatisch öffnen und schließen. Diese Türen arbeiten synchron mit den Schachttüren auf jeder Etage: Erst wenn Kabine auf exakter Etagenhöhe steht und die Schachttür entriegelt ist, öffnen sich beide Türflügel gemeinsam. Moderne Aufzüge verwenden meist zweiflügelige Schiebetüren (Teleskoptüren oder Mitteleinstieg) aus Metall. Sicherheitsverriegelungen stellen sicher, dass sich keine Tür öffnet, solange der Fahrkorb nicht korrekt positioniert und stillsteht – ein wichtiger Schutz gegen Absturz oder Einklemmen.

  • Türsensorik (Lichtschranken): Um Unfälle beim Türschließen zu vermeiden, sind Kabinentüren mit Türschutzeinrichtungen ausgestattet. Häufig handelt es sich um Lichtschranken oder Lichtvorhänge, die den Türbereich scannen. Wird im Schließvorgang ein Hindernis – etwa eine Person, ein Rollstuhl oder ein Gegenstand – detektiert, stoppen die Türen und öffnen sofort wieder. Alternativ oder ergänzend können Bewegungs- und Annäherungssensoren verbaut sein. Diese Sensorik erhöht die Sicherheit und den Komfort erheblich, da sie ein schmerzhaftes Anstoßen der Tür an den Fahrgast verhindert.

  • Schwelle und Übergang zum Stockwerk: Der Übergangsbereich zwischen Fahrkorb und Etagenboden wird durch die Kabinenschwelle gebildet. Diese Metallschwelle am Kabinenboden greift im Haltefall in eine entsprechende Schwelle der Etage ein. Für die Nutzer ist wichtig, dass dieser Übergang möglichst ebenerdig und spaltarm ausfällt, um Stolpergefahren zu vermeiden. Ein bündiges Halten der Kabine auf Etagenhöhe (Nivellierung) sowie ein geringer horizontaler Spalt erleichtern zudem das Ein- und Ausrollen von Rollstühlen, Kinderwägen oder Transportwagen. Die Schwellenbereiche müssen regelmäßig gereinigt werden, da Schmutz und kleine Steine sich dort ansammeln und die Türmechanik beeinträchtigen können.

Innenausstattung und Bedienungselemente

Element

Beschreibung (Basis)

FM-Relevanz

Bedientableau

Enthält die Tasten zur Etagenwahl, einen Notruftaster (Alarmknopf) und meist einen Tür-auf/Tür-zu-Taster. Oft integriert sind auch ein Schlüsselschalter für den Aufzugsbetrieb und ggf. Sprechöffnungen für die Notrufanlage. Das Tableau ist zentraler Bedienpunkt für Fahrgäste.

Muss für alle Nutzer gut erreichbar und intuitiv bedienbar sein (Thema Barrierefreiheit). Eine robuste Ausführung schützt vor Vandalismus und häufigem Gebrauch. Das FM achtet auf Funktionsfähigkeit, Lesbarkeit der Beschriftung und eventuelle Beschädigungen.

Anzeigen

Optische Anzeigen informieren über den Fahrzustand. Üblich sind ein Etagenindikator (Anzeige der aktuellen Etage) und Pfeile für die Fahrtrichtung. Moderne Anlagen haben zudem Info-Displays, die beispielsweise „Außer Betrieb“ oder Wartungshinweise anzeigen können. Mitunter werden auch Werbe- oder Informationsbildschirme eingesetzt.

Dienen der Orientierung und Information der Fahrgäste. Aus FM-Sicht wichtig: Die Anzeigen müssen gut ablesbar sein (auch für Sehbehinderte ausreichende Größe/Kontrast) und zuverlässig funktionieren. Sie unterstützen die Kommunikation mit dem Nutzer, etwa um Störungen oder Serviceinformationen zu vermitteln.

Handläufe / Haltegriffe

An mindestens einer Kabinenwand (oft rückseitig oder seitlich) ist ein Handlauf montiert. Dieser bietet den Fahrgästen während der Fahrt Halt und Stabilität, insbesondere bei Anfahren oder Bremsen. In größeren Kabinen können umlaufende Handläufe angebracht sein.

Erhöhen Sicherheit und Komfort für die Nutzer. Das Facility Management kontrolliert regelmäßig die feste Verankerung und den Zustand (keine Lockerung, keine scharfen Kanten). Abgenutzte oder beschädigte Handläufe müssen ausgetauscht werden, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Spiegel / Verkleidungen

Viele Fahrkörbe haben einen Spiegel an der Rückwand oder seitlich, um den Raum optisch zu vergrößern und Fahrgästen das Gefühl von Weite zu geben. Auch hilft ein Spiegel Rollstuhlfahrern beim rückwärtigen Herausfahren. Die Wandverkleidungen bestehen aus dekorativen Paneelen (z.B. Edelstahl, Glas, Laminat) und prägen das Ambiente der Kabine.

Bestimmen maßgeblich das Erscheinungsbild der Aufzugskabine. Spiegel und glänzende Oberflächen vermitteln Sauberkeit, zeigen aber auch Schmutz sofort – daher sind Reinigung und Pflege ein FM-Schwerpunkt. Widerstandsfähige Materialien verlängern die Lebensdauer; bei Beschädigungen (z.B. Kratzer, Graffiti) sorgt das FM für Instandsetzung oder Austausch, um den Wert des Erscheinungsbilds zu erhalten.

Beleuchtung

Die Kabinenbeleuchtung besteht aus einer Deckenleuchte oder mehreren Einbauleuchten (heutzutage meist energiesparende LEDs), die den Innenraum gleichmäßig ausleuchten. Zusätzlich ist eine Notbeleuchtung integriert, die bei Stromausfall aktiviert wird und meist über eine Batterie einige Stunden Licht bietet.

Beeinflusst Atmosphäre und Sicherheit. Helle, flimmerfreie Beleuchtung schafft ein angenehmes Gefühl und erhöht das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste. Das Facility Management achtet auf den Zustand (regelmäßiger Lampen- bzw. LED-Tausch bei Ausfall) und setzt auf energieeffiziente Leuchtmittel, um den Energiebedarf niedrig zu halten. Die Notbeleuchtung unterliegt Wartungsintervallen (Batterietest), da sie in Notfällen funktionieren muss.

Schnittstellen zu Tragmitteln und Technik

  • Verbindung zur Aufhängung: Der Fahrkorb ist Teil des Gesamthebesystems und über den Kabinenrahmen mit den Tragmitteln verbunden. Bei einem Seilaufzug hängen Kabine und Gegengewicht an Stahlseilen oder Kunststoff-Flachriemen, die über die Treibscheibe des Antriebs laufen. Bei einem Hydraulikaufzug ist die Kabine indirekt oder direkt mit dem Hydraulikzylinder gekoppelt, der sie anhiebt. Ohne in technische Details zu gehen, ist wichtig zu wissen: Die Aufhängung und Führung der Kabine gewährleistet, dass diese sicher im Schacht auf- und abbewegt werden kann. Der Fahrkorb selbst verfügt dazu über Rollen- oder Gleitführungen an seinen Seiten, die in den Schachtführungsschienen laufen und für eine ruhige Fahrt sorgen.

  • Sicherheitseinrichtungen (Integration): Zentral im Fahrkorb bzw. an seinem Rahmen angebracht ist die Fangvorrichtung – eine mechanische Sicherheitseinrichtung, die den Fahrkorb im Notfall abbremst und festklemmt. Sie wird beispielsweise ausgelöst, wenn die Kabine unzulässig beschleunigt/überschreitet (Übergeschwindigkeit) oder im Falle eines Seilrisses. Ein Geschwindigkeitsbegrenzer (meist im Schacht montiert) ist mit der Kabine verbunden und überwacht permanent die Fahrgeschwindigkeit; er löst die Fangvorrichtung aus, sobald die Geschwindigkeit die Grenzwerte überschreitet. Diese Komponenten wirken konzeptionell zusammen, um ein Abstürzen oder Durchgehen des Fahrkorbs zu verhindern. Weitere Sicherheitseinrichtungen am Fahrkorb sind Türverriegelungen, die ein Öffnen der Türen außerhalb der Haltestellen verhindern, sowie Sensoren für die Positionserfassung.

  • Leitungsführung und Technikanschlüsse: Von der Kabine aus müssen verschiedene elektrische Verbindungen zur feststehenden Gebäudetechnik bestehen. Dies erfolgt typischerweise über eine Schleppleitung (hängendes Kabel), das vom Fahrkorb zum Schaltschrank geführt wird. Darüber werden Stromversorgung für Beleuchtung, Lüfter und Steuerung in der Kabine sichergestellt sowie die Signale vom Bedientableau, den Türsensoren und dem Notrufsystem übermittelt. Auch Lautsprecher oder Kameras in der Kabine sind so angebunden. Diese Leitungsführung ist flexibel aufgehängt, damit sie den Bewegungen des Fahrkorbs folgen kann, und zugleich gegen mechanische Beschädigung geschützt. Aus FM-Sicht bedeutet dies, dass neben der Kabine selbst auch diese technischen Verbindungen instandgehalten werden müssen, da ein Kabelbruch etwa zu Ausfällen von Licht oder Notruf führen könnte.

Ergonomie und Raumerleben

  • Kabinengröße und Raumgefühl: Die Abmessungen des Fahrkorbs sollten zur vorgesehenen Nutzung passen, um ein angenehmes Raumerleben zu ermöglichen. Eine großzügig bemessene Kabine erlaubt es den Fahrgästen, ohne Gedränge zu fahren, was insbesondere in Stoßzeiten wichtig ist. Ist der Aufzug z.B. für 8 Personen ausgelegt, muss die Grundfläche entsprechend ausreichend sein, damit nicht Enge oder Beklemmung entsteht. Bei Spezialaufzügen wie Bettenaufzügen in Krankenhäusern muss die Kabine lang und breit genug sein, um ein Krankenhausbett plus Begleitperson aufzunehmen. Insgesamt trägt eine passende Kabinengröße sowohl zum Komfort als auch zur Sicherheit (stressfreies Ein- und Aussteigen) bei.

  • Beleuchtung und Gestaltung: Eine angenehme Kabinenbeleuchtung und eine durchdachte Farb- und Materialgestaltung tragen wesentlich zum Wohlfühlfaktor bei. Helle, blendfreie Beleuchtung lässt den Raum größer und sicherer erscheinen und vermindert Angstgefühle. Die verwendeten Farben und Materialien (z.B. warme Töne, Holzdekor oder hochwertiger Edelstahl) beeinflussen die Stimmung: Ein freundliches, sauberes Kabineninterieur erhöht das Vertrauen der Nutzer. Es gilt, ein Gleichgewicht zwischen repräsentativem Design (passend zum Gebäudeambiente) und praktischer Robustheit zu finden. Durch Spiegel kann der Raum optisch erweitert werden, was ebenfalls gegen Engegefühl hilft.

  • Geräusch- und Fahrkomfort: Das Geräusch- und Vibrationsverhalten des Aufzugs ist aus Nutzersicht ein wichtiger Komfortfaktor. Moderne Aufzüge zeichnen sich durch einen ruhigen, erschütterungsarmen Lauf aus – die Kabine fährt „wie auf Schienen“, ohne ruckartige Bewegungen oder Schwankungen. Ebenso sollte der Geräuschpegel im Fahrkorb niedrig sein: gedämpfte Fahrgeräusche und leise Türen sorgen dafür, dass man sich während der Fahrt normal unterhalten kann. Vibrationen werden durch präzise Führung und Auswuchten minimiert. Das Facility Management achtet darauf, dass Wartung und Justage (z.B. der Führungsschienen, Dämpfer und Antriebseinstellungen) regelmäßig erfolgen, um diesen hohen Fahrkomfort zu erhalten. Ein hoher Fahrkomfort steigert die Akzeptanz der Aufzugnutzung erheblich.

Barrierefreiheit (Basisanforderungen, allgemein)

In öffentlichen Gebäuden und Arbeitsstätten muss ein Aufzug heute barrierefrei nutzbar sein, damit Menschen mit Behinderungen oder Mobilitätseinschränkungen ihn ohne fremde Hilfe verwenden können.

Wichtige Basisanforderungen im Fahrkorb sind:

Aspekt

Basispunkt im Fahrkorb

Bewegungsfläche

Ausreichende Bewegungsfläche innerhalb der Kabine, sodass ein Rollstuhlnutzer oder jemand mit Rollator bequem einfahren, wenden und ggf. mit einer Begleitperson gemeinsam fahren kann. In der Praxis bedeutet dies eine gewisse Mindestgrundfläche (typischer Standard: ca. 1,10 m x 1,40 m freie Fläche, entsprechend Aufzugstyp 2 nach DIN EN 81-70), sowie eine Türbreite von mind. 90 cm, um einen Rollstuhl hindurch zu bewegen.

Bedienelemente

Die Bedientableaus (Innen- und Außenruf) sind so angebracht, dass sie auch aus dem Rollstuhl erreichbar sind – typischerweise in einer Höhe von ca. 85 bis 110 cm über dem Boden. Die Tasten verfügen über tastbare Symbole oder Braille-Schrift und eine klare visuelle Beschriftung mit guter Kontrastwirkung. Wichtig ist zudem eine akustische Rückmeldung (z.B. ein Signalton oder Sprachansage) beim Drücken des Notrufs, damit auch sehbehinderte Personen sicher wissen, dass ihr Ruf abgesetzt wurde.

Hinweise / Signale

Im Fahrkorb müssen akustische und optische Signale die Vorgänge anzeigen. Dazu zählen etwa ein Etagenansagesystem, das bei Erreichen einer Etage die Nummer ansagt, sowie ein Signalton beim Öffnen und Schließen der Türen. Optische Anzeigen (wie die Etagenanzeige und Richtungspfeile) sind hell und groß genug. Diese Kommunikation hilft insbesondere Personen mit eingeschränktem Seh- oder Hörvermögen, sich zurechtzufinden.

Hinweis

(Hinweis: Detaillierte Vorgaben zur Barrierefreiheit von Aufzügen sind in Normen wie DIN EN 81-70 sowie der DIN 18040 (Barrierefreies Bauen) festgelegt. Im Facility Management wird darauf geachtet, dass diese Mindeststandards beim Betrieb eingehalten werden.)

Informations- und Leitsysteme

  • Etagenkennzeichnung: Jede Haltestelle ist im Fahrkorb klar gekennzeichnet, damit Nutzer schnell erkennen, auf welcher Etage sie sich befinden. Üblich ist eine beleuchtete Etagenanzeige innerhalb der Kabine, die die aktuelle Etage als Zahl oder Buchstabe zeigt. Ergänzend können Piktogramme oder Farbmarkierungen verwendet werden (z.B. ein spezielles Symbol für Erdgeschoss, Parkdeck etc.), um die Orientierung zu erleichtern. In einigen Gebäuden wird auch das Leitsystem des Hauses in der Kabine fortgeführt, etwa mit Übersichtsplänen oder Hinweisen zu Einrichtungen auf der jeweiligen Etage.

  • Fahrtrichtung und Betriebszustand: Der Fahrkorb informiert die Insassen zudem über die Fahrtrichtung (oft durch Pfeil-LEDs oder ein Display, das „▲“ für aufwärts bzw. „▼“ für abwärts anzeigt). Auch der Betriebszustand des Aufzugs wird sichtbar gemacht: Beispielsweise leuchtet im Ruhezustand die Bereitschaftsanzeige, und im Störungsfall erscheint ein Hinweis wie „Außer Betrieb“. Diese Informationen erhöhen die Transparenz für die Nutzer – sie wissen, ob die Fahrt zum gewünschten Ziel direkt erfolgt oder ob z.B. Wartungsarbeiten laufen.

  • Einsatz von Displays: Moderne Aufzüge können mit multifunktionalen Displays ausgestattet sein, die über die reinen Fahrinformationen hinausgehen. Auf Bildschirmen in der Kabine lassen sich z.B. Nachrichten, Wetterinformationen, Gebäudedurchsagen oder Werbung einblenden. Aus Facility-Management-Sicht bieten solche Displays die Möglichkeit, Serviceinformationen (etwa „Dieser Aufzug wird heute ab 18 Uhr gereinigt“ oder Hinweise bei technischen Störungen) direkt an die Nutzer zu kommunizieren. In der Regel sind diese Systeme jedoch optional – auf Basisausstattung-Niveau reichen klassische Anzeigen für Etage und Richtung völlig aus, um die grundlegende Information sicherzustellen.

Schutzziele im Fahrkorb

  • Unfallvermeidung: Ein zentrales Ziel ist, Verletzungen der Fahrgäste durch Fehlfunktionen oder Fehlbedienung zu verhindern. Dies beginnt bei der Konstruktion: Stolperstellen sollen ausgeschlossen sein (die Kabine hält exakt auf Etagenhöhe, Schwellen sind glatt und geringfügig), Türen schließen mit Sensorüberwachung und ohne übermäßige Kraft, und der Bodenbelag vermindert Rutschgefahr. Auch falsche Bedienungen – etwa das Blockieren der Tür – werden durch Warntöne oder Türschließverzögerungen entschärft. Insgesamt muss der Fahrkorb so gestaltet und betrieben werden, dass Unfallrisiken minimiert werden, sei es durch technische Schutzmaßnahmen oder durch Benutzerhinweise (z.B. Piktogramme „Nicht gegen die Tür lehnen“).

  • Sicheres Verhalten bei Störungen: Kommt es zu einer technischen Störung, etwa dass der Aufzug zwischen zwei Stockwerken anhält, muss der Fahrkorb die Insassen bestmöglich schützen. Dazu gehört, dass die Kabine auch ohne Antrieb sicher im Schacht gehalten wird (Greifbremse aktiviert sich automatisch) und nicht plötzlich absackt. Die Fahrgäste sollen in dieser Situation in der Kabine verbleiben können, bis Hilfe eintrifft – das Design vermeidet also Möglichkeiten, dass Nutzer eigenmächtig Türen öffnen oder aus der Kabine klettern. Zudem sind Notfallbeleuchtung und Belüftungsöffnungen vorhanden, damit auch bei längerem Warten kein Sauerstoffmangel oder absolute Dunkelheit entsteht. Kurz: Selbst im Störfall bietet die Kabine einen möglichst sicheren und geschützten Aufenthaltsraum.

  • Angst- und Panikprävention: Eingeschlossen in einem Aufzug zu sein, kann Angst oder Panik auslösen. Daher sorgen verständliche Signale und Hilfseinrichtungen dafür, dass Fahrgäste ruhig bleiben und Vertrauen in die Rettungsmaßnahmen haben. Beispielsweise leuchtet beim Drücken des Notruftasters eine Kontrolllampe auf und ein akustisches Signal oder eine Sprachausgabe bestätigt: „Notruf wird gesendet“. Viele Anlagen spielen auch eine automatische Sprachdurchsage („Hilfe ist unterwegs, bitte bewahren Sie Ruhe“), sobald der Notruf abgesetzt wurde. Die Notbeleuchtung schaltet sich ein, falls das normale Licht ausfällt, sodass niemand im Dunkeln steht. Durch dieses Zusammenspiel von Maßnahmen wird psychologischer Stress reduziert. Für das Facility Management bedeutet das, auch die Notfallkommunikation regelmäßig zu testen – damit im Ernstfall alle Signale und Durchsagen einwandfrei funktionieren.

Sicherheitseinrichtungen im Fahrkorb (Überblick)

Einrichtung

Zweck (Basis)

FM-Aspekt

Notruftaster / Alarm

Ermöglicht dem Eingeschlossenen, im Notfall (z.B. bei Stillstand zwischen Etagen) einen Notruf auszulösen. Üblicherweise wird dadurch eine Sprechverbindung zu einer rund um die Uhr besetzten Notrufzentrale aufgebaut oder ein Alarm an ein Servicecenter gesendet. So kann der Fahrgast Hilfe anfordern.

Die ständige Funktionsbereitschaft muss sichergestellt sein. Das FM organisiert einen 24/7-Notrufdienst und prüft regelmäßig die Anlage (Testanrufe), da nach gesetzlichen Vorgaben Hilfe innerhalb kurzer Zeit verfügbar sein muss.

Notbeleuchtung

Schaltet sich bei Stromausfall oder Anlagenstörung automatisch ein und erhellt die Kabine mit minimaler Beleuchtung. Sie verhindert Panik im Dunkeln und ermöglicht es den Insassen, sich sicher zu orientieren, bis die normale Versorgung wiederhergestellt ist oder Rettungskräfte eintreffen.

Muss im Rahmen der Wartung geprüft werden (Batterietest, Lampencheck). Das FM stellt sicher, dass die Akkus oder Batterien rechtzeitig ausgetauscht werden und die Notbeleuchtung den gesetzlichen Anforderungen (Mindestbeleuchtungsstärke für eine bestimmte Dauer) entspricht.

Türschutz (Lichtschranke)

Ein System aus Infrarot-Lichtvorhängen oder Sensoren an den Türöffnungen erkennt, wenn sich Personen oder Gegenstände im Bereich der sich schließenden Türen befinden. In diesem Fall wird das Schließen abgebrochen bzw. die Tür sofort wieder geöffnet, um Einklemmen zu verhindern.

Diese Einrichtung ist sicherheitskritisch und gleichzeitig störungsanfällig, wenn sie verschmutzt ist oder falsch justiert wird. Das FM muss darauf achten, dass die Lichtschrankleisten sauber gehalten werden (regelmäßiges Abwischen, keine Verdeckung durch Aufkleber) und bei Funktionsstörungen umgehend der Wartungsdienst informiert wird.

Handläufe

Fest an der Kabinenwand montierte Griffe, die den Fahrgästen einen Halt bieten. Bei plötzlichen Bewegungen oder für gebrechliche Personen ermöglichen Handläufe einen sicheren Stand und verringern das Sturzrisiko in der Kabine.

Handläufe unterliegen dem Verschleiß und der Beanspruchung. Im Rahmen der Betreiberkontrollen wird geprüft, ob sie noch fest und intakt sind. Wackelnde oder beschädigte Handläufe sind umgehend zu reparieren, da ihr Fehlen oder Defekt ein Sicherheitsrisiko darstellt. Zudem spielen sie in Reinigungsplänen eine Rolle, da sie häufig angefasst werden (Thema Hygiene).

Rutschhemmender Boden

Spezieller Bodenbelag (z.B. Gummimatte, Beschichtung oder strukturiertes PVC) mit hoher Rutschfestigkeit. Dadurch sollen Ausrutschen und Stürze vermieden werden, selbst wenn Nässe (Regenwasser von Schuhen, verschüttete Flüssigkeiten) oder Schmutz eingebracht wird.

Der Bodenbelag muss regelmäßig gereinigt werden, ohne die rutschhemmende Eigenschaft zu beeinträchtigen. Wachs oder politierende Mittel sind tabu, da sie den Boden glatt machen könnten. Das FM plant turnusmäßige Grundreinigungen und bei Abnutzung rechtzeitigen Austausch des Belags. Ebenso wird geprüft, ob sich Belag an den Rändern löst (Stolpergefahr) – falls ja, wird er instandgesetzt.

Notfall- und Störungsszenarien

  • Verhalten bei stecken gebliebenem Fahrkorb: Wenn der Aufzug unerwartet zum Stillstand kommt (zwischen zwei Etagen stecken bleibt), gilt für die Fahrgäste als oberste Regel: in der Kabine bleiben. Das FM bzw. die Betreiber haben Nutzer darüber informiert – oft mittels Piktogrammen oder Hinweisschildern in der Kabine – dass eigene Befreiungsversuche gefährlich sind. Stattdessen drücken die Eingeschlossenen den Notruftaster, um Hilfe anzufordern. Die Kabine ist so konstruiert, dass sie auch in dieser Situation stabil und sicher bleibt, weshalb das Warten im Fahrkorb der sicherste Ort ist.

  • Kommunikation und Rettungsablauf: Nachdem ein Notruf aus der Kabine abgesetzt wurde, ist der Betreiber verpflichtet, unverzüglich zu reagieren. Über die Gegensprechanlage meldet sich ein Mitarbeiter der Notrufzentrale beim Fahrgast, bestätigt den Eingang des Alarms und beruhigt die Person. Es wird mitgeteilt, dass ein Techniker oder ein Notdienstteam verständigt wurde. Gesetzliche Vorgaben (u.a. Technische Regeln wie TRBS 2181 in Deutschland) schreiben vor, dass spätestens innerhalb von 30 Minuten Maßnahmen zur Befreiung eingeleitet sein müssen. Daher organisiert die Notrufzentrale umgehend ein geschultes Rettungspersonal (z.B. einen Aufzugsnotdienst oder die Feuerwehr, je nach Vertragslage), das zur Anlage fährt. Das Facility Management stellt sicher, dass Notfallpläne existieren und Ansprechpartner sowie Zugänge geregelt sind, damit die Befreiung zügig ablaufen kann. Ebenso wichtig: Die Eingeschlossenen werden kontinuierlich informiert, falls sich Verzögerungen ergeben, um Angst und Unsicherheit zu minimieren.

  • Dokumentation und Auswertung von Ereignissen: Jeder Vorfall, bei dem Personen im Fahrkorb eingeschlossen waren oder es zu einer sicherheitsrelevanten Störung kam, wird sorgfältig dokumentiert. Im Aufzugsbuch bzw. dem FM-Störungsprotokoll vermerkt der Betreiber Zeitpunkt, Dauer, Ursache der Störung und die durchgeführten Maßnahmen (z.B. manuelle Befreiung, Reparatur der Ursache). Diese Informationen dienen einerseits als Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden und Versicherungen, andererseits zur internen Auswertung: Das Facility Management analysiert solche Ereignisse, um aus ihnen zu lernen – beispielsweise können wiederkehrende Probleme (etwa häufiges Steckenbleiben wegen bestimmter Defekte) Anlass für eine vorgezogene Modernisierung oder intensivere Wartung sein. Auch Schulungen des Servicepersonals oder der Notdienstmitarbeiter werden anhand der Erfahrungen optimiert, um künftige Notfälle noch schneller und sicherer zu bewältigen.

Reinigungs- und Pflegeanforderungen

  • Regelmäßige Reinigung der Kabine: Der Fahrkorb muss im Rahmen des Gebäudereinigungsplans in regelmäßigen Intervallen gereinigt werden. Dabei werden Boden, Wände, Spiegel, Handläufe und Bedientableaus von Schmutz und Fingerabdrücken befreit. Bei stark frequentierten Aufzügen (z.B. in Einkaufszentren, Krankenhäusern) kann eine tägliche Reinigung erforderlich sein, wohingegen in Bürogebäuden geringerer Publikumsverkehr ggf. einen zwei- oder dreimal wöchentlichen Turnus zulässt. Wichtig ist, dass gerade die Bereiche, die Nutzer berühren (Knöpfe, Handlauf), auch hygienisch sauber gehalten werden. In Zeiten erhöhter Infektionsschutz-Auflagen (z.B. Grippezeit, Pandemie) achtet das FM verstärkt auf Desinfektion dieser Kontaktflächen – etwa indem Tasten und Handläufe mit geeigneten Mitteln abgewischt werden. Allerdings gilt es, nicht zu nass zu reinigen: Elektronische Bedienelemente dürfen nur nebelfeucht gesäubert werden, um keine Schäden durch Feuchtigkeit zu verursachen.

  • Umgang mit besonderen Verschmutzungen: Je nach Art des Gebäudes und Nutzung des Aufzugs können besondere Verschmutzungen auftreten. In einem Wohngebäude kommt es vielleicht vor, dass Lebensmittel oder Getränke verschüttet werden; in einem Krankenhaus können auch biologische Verunreinigungen (Blut, Körperflüssigkeiten) auftreten; in Industrieaufzügen ggf. Öl oder Schmutz von Arbeitskleidung. Das Reinigungspersonal muss für solche Fälle geschult sein und entsprechende Sonderreinigungen vornehmen können. Beispielsweise sind bei Blutverunreinigungen Desinfektionsmaßnahmen nach Hygienevorschriften erforderlich. Das FM legt hierfür Prozesse fest, damit bei Meldung einer starken Verschmutzung umgehend reagiert wird (Sperrung des Aufzugs bis zur Reinigung, Einsatz spezieller Reinigungsmittel etc.). Grundsätzlich sollte ein Aufzug niemals längere Zeit verschmutzt bleiben, da dies nicht nur unhygienisch und ästhetisch problematisch ist, sondern Schmutzablagerungen (etwa in Türschwellen oder Ecken) auch technische Störungen begünstigen können.

  • Materialgerechte Pflegemittel: Bei der Reinigung der Aufzugskabine sind die Materialien der Innenausstattung zu berücksichtigen. Unterschiedliche Oberflächen erfordern angepasste Reinigungsmittel: Glasflächen (z.B. Spiegel oder Glastüren) werden streifenfrei mit Glasreiniger oder mildem Allzweckreiniger gesäubert; Edelstahlwände benötigen Spezialreiniger oder zumindest nicht scheuernde Allzweckmittel, um Fingerabdrücke zu entfernen, ohne Kratzer zu verursachen; Holzimitationen oder Laminatpaneele dürfen nicht mit stark wasserhaltigen Mitteln überschwemmt werden, um Unterwanderung zu vermeiden. Das FM stellt sicher, dass keine aggressiven oder ungeeigneten Reinigungsmittel eingesetzt werden – etwa chlorhaltige oder scheuernde Mittel, die die Brandlast erhöhen oder Oberflächen beschädigen könnten. Polituren und Wachs sind ebenso tabu, insbesondere auf dem Boden, da sie zwar optisch glänzen, aber die Oberfläche glatt und rutschig machen (erhöhtes Unfallrisiko!). Stattdessen kommen geeignete Pflegeprodukte zum Einsatz, welche die rutschhemmenden Eigenschaften erhalten. Die Reinigungsfachkräfte orientieren sich an Herstellerangaben der Kabinenausstattung. Mit sorgfältig abgestimmten Reinigungs- und Pflegeplänen trägt das Facility Management dazu bei, dass der Fahrkorb langfristig ansehnlich und sicher bleibt.

Einfache Kontrollen und Zusammenarbeit mit Wartung

  • Sichtkontrollen durch Betreiber: Neben der turnusmäßigen Profi-Wartung der Aufzugsanlage schreibt die Betriebssicherheitsverordnung für Betreiber auch regelmäßige Sichtkontrollen des Aufzugs vor. Eine beauftragte Person (oft ein geschulter Haustechniker oder sogenannter Aufzugswärter) führt diese Inaugenscheinnahmen der Kabine durch – je nach Nutzungsintensität täglich, wöchentlich oder monatlich. Dabei werden offensichtliche Mängel im und am Fahrkorb geprüft: Schließen die Türen korrekt und ohne Hindernisse? Ist die Kabinenbeleuchtung funktionsfähig? Liegen am Boden Gegenstände oder Verschmutzungen, die entfernt werden müssen? Funktioniert die Notrufeinrichtung (Test der Sprechverbindung oder Kontrollleuchte)? Solche Kontrollen sind mit einfachen Mitteln durchführbar und dienen dazu, Probleme frühzeitig zu erkennen. Wichtig: Sie ersetzen nicht die technische Wartung durch eine Fachfirma, sondern ergänzen sie als Betreiberpflicht. Jede durchgeführte Kontrolle wird in geeigneter Form dokumentiert (z.B. Abhaken einer Checkliste mit Datum und Unterschrift oder digital per App), um im Nachhinein den Nachweis über die regelmäßige Prüfung zu haben.

  • Meldung von Schäden und Mängeln: Erkennt das Facility-Management-Team oder der Aufzugswärter bei Kontrollen oder durch Nutzerhinweise einen Schaden oder Komfortmangel, wird dieser unverzüglich über die vorgesehenen Meldewege gemeldet. Typische Fälle sind etwa: defekte Beleuchtung in der Kabine, ein zerkratztes oder vandaliertes Bedientableau, ungewohnte Geräusche/Vibrationen bei der Fahrt, verschmutzte oder klemmende Türführungen, Beschädigungen am Spiegel oder Bodenbelag etc. Das FM richtet dafür einen Meldeprozess ein – z.B. per Telefon, Hausmeisterbriefkasten oder digitalem Ticketsystem –, sodass solche Störungen schnell an die zuständigen Stellen weitergegeben werden. Auch Reinigungskräfte können Teil dieses Meldesystems sein, da sie während ihrer Arbeit Mängel in der Kabine bemerken (z.B. Vandalismusschäden über Nacht). Wichtig ist eine klare Zuständigkeit und schnelle Weiterleitung, denn ein kleiner Mangel kann sich zu einem größeren Sicherheitsproblem auswachsen, wenn er ignoriert wird (Beispiel: leicht schleifende Türen könnten bald klemmen und den Aufzug außer Betrieb setzen).

  • Schnittstelle zur Wartungsfirma: Die eigentliche Instandhaltung des Fahrkorbs – also Reparaturen, Justagen, Austausch verschlissener Teile – obliegt in der Regel einer externen Wartungsfirma, die vom Betreiber vertraglich beauftragt ist. Das Facility Management arbeitet eng mit diesem Fachunternehmen zusammen. Alle festgestellten Mängel oder Störungen, die über Kleinigkeiten hinausgehen, werden an die Wartungsfirma gemeldet, welche dann einen Techniker zur Behebung entsendet (sofern es nicht bis zur nächsten planmäßigen Wartung warten kann). Hierbei sind klare Kommunikationswege festgelegt: z.B. Meldung über eine Hotline des Wartungsunternehmens oder über ein Online-Portal. Das FM überwacht die Reaktionszeit gemäß Vertrag und prüft nach Durchführung der Arbeiten, ob der Mangel tatsächlich behoben wurde. Jede Maßnahme – sei es eine Reparatur an der Kabinentür, der Tausch eines Beleuchtungselements oder das Beheben eines technischen Defekts – wird vom FM in der Dokumentation nachverfolgt. Moderne Einrichtungen nutzen hierfür CAFM/CMMS-Systeme (Computer Aided Facility Management / Computerized Maintenance Management System), in denen alle Meldungen, Aufträge und Abschlüsse erfasst sind. So kann zu jedem Zeitpunkt der Historie des Fahrkorbs nachvollzogen werden, wann welche Komponenten gewartet oder ausgebessert wurden. Außerdem ermöglicht diese Dokumentation eine Auswertung der Instandhaltungsqualität und Häufigkeit von Störungen, was wiederum in die Optimierung der Aufzugsanlage einfließt (z.B. Austausch von ständig störanfälligen Komponenten, Anpassung der Wartungsintervalle). Im Ergebnis stellt die enge Verzahnung von einfachen Betreiberkontrollen und fachgerechter Wartung sicher, dass der Fahrkorb betriebssicher, sauber und nutzerfreundlich bleibt – zentrale Ziele im Facility Management von Aufzugsanlagen.