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Energiemanagement

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Aufzüge / Aufzugsmanagement: Energiemanagement

Aufzüge / Aufzugsmanagement: Energiemanagement

Potenziale zur Energieeinsparung, Systemintegration und Nachhaltigkeit im Lebenszyklus von Aufzugsanlagen

Aufzüge gehören zu den meistgenutzten technischen Anlagen in Gebäuden und verursachen – je nach Nutzung, Antriebsart und Gebäudegröße – erhebliche Stromverbräuche über ihren Lebenszyklus. Ein professionelles Energiemanagement im Aufzugsbetrieb verfolgt das Ziel, Verbrauchstransparenz zu schaffen, Effizienzpotenziale zu heben und Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. Dabei geht es nicht nur um moderne Antriebstechnik, sondern auch um Betriebsoptimierung, Monitoring und Integration in übergeordnete Energie- und Facility-Systeme.

Energiemanagement bei Aufzügen ist ein bislang oft unterschätzter Hebel zur Optimierung technischer Betriebsprozesse, Reduktion der Betriebskosten und Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen. Nur durch systematische Verbrauchserfassung, technische Effizienzmaßnahmen und Integration in das Energiemanagementsystem lässt sich das Potenzial moderner Aufzugsanlagen voll ausschöpfen. Das Facility Management übernimmt dabei eine tragende Rolle – von der Erfassung über die Bewertung bis zur Umsetzung technischer Maßnahmen im Rahmen einer nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung.

Zielsetzung des Energiemanagements bei Aufzügen

  • Reduktion von Energieverbrauch und Betriebskosten

  • Unterstützung von ESG-Zielen, CO₂-Reduktion und Zertifizierungsanforderungen (z. B. DGNB, LEED)

  • Schaffung von Transparenz durch Monitoring und Verbrauchsdaten

  • Integration der Aufzüge in das betriebliche Energiemanagementsystem (z. B. ISO 50001)

  • Vermeidung von Energieverlusten durch Fehlbetrieb, Stand-by-Verluste oder veraltete Technik

Energieverbrauchsquellen bei Aufzugsanlagen

Energiekomponente

Beschreibung

Antriebseinheit

Hauptverbraucher bei Fahrvorgängen (Motorleistung)

Steuerung / Leittechnik

Grundlast, auch im Stand-by-Betrieb vorhanden

Kabinenbeleuchtung

Dauerbetrieb oder zeitgesteuert

Lüftung / Klimaeinheiten

z. B. bei Außen- oder Hochhausaufzügen

Türen / Antriebe

bei häufigem Öffnen/Schließen, insb. bei Lastenaufzügen

Sicherheits- und Notrufsysteme

Strombedarf rund um die Uhr

Modernisierung von Antriebssystemen

  • Ersatz hydraulischer Aufzüge durch energieeffiziente Seil- oder MRL-Systeme

  • Einsatz von regenerativen Antrieben mit Rückspeisung in das Gebäudenetz

  • Frequenzumrichter für sanftes, energiesparendes Anfahren und Bremsen

Steuerungsoptimierung

  • Gruppensteuerung bei mehreren Aufzügen zur Lastverteilung

  • Abschalten von Steuerungskomponenten in Ruhezeiten (Nacht, Wochenende)

  • Reduzierung unnötiger Leerfahrten durch Bedarfssteuerung / Etagenpriorisierung

Beleuchtungs- und Stand-by-Optimierung

  • Einsatz von LED-Kabinenbeleuchtung mit Bewegungssensor

  • Abschalten von Displays und Kabinenkomponenten im Stand-by

  • Einbindung in Gebäudeleittechnik zur zentralen Steuerung

Messkonzepte

  • Installation von Stromzählern an Aufzugsunterverteilungen

  • Integration von Verbrauchszählern in Antriebssteuerung

  • Verwendung von Energie-Monitoring-Modulen über Schnittstellen (Modbus, BACnet)

Auswertungssysteme

  • Darstellung in GLT, Energiemonitoringplattform oder CAFM-System

Vergleichskennzahlen:

  • Energieverbrauch pro Fahrt

  • kWh/Jahr je Aufzug

  • kWh/Nutzer oder kWh/Förderhöhe

  • Analyse von Lastprofilen und Spitzennutzungszeiten

Integration in das betriebliche Energiemanagement (ISO 50001)

  • Erfassung im Energiebericht als Einzelverbrauchergruppe

  • Kennzahlenbildung für Energieaudit

  • Ableitung von Maßnahmen im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP)

  • Verknüpfung mit Gebäudetechnik: z. B. Anpassung an Lastspitzenmanagement oder Nutzerfrequenz

  • Berichtswesen in Richtung Nachhaltigkeitsabteilung, ESG-Koordination

Rolle des Facility Managements

  • Organisation der Verbrauchserfassung und Datenweitergabe

  • Koordination von Modernisierungsprojekten (z. B. Tausch von Antriebssystemen)

  • Betreuung von Energiezählern, GLT-Schnittstellen und Anlagendokumentation

  • Pflege des Wartungs- und Betriebsführungskonzepts mit Fokus auf energiebezogene Komponenten

  • Zusammenarbeit mit Energiebeauftragten, Planern und Nachhaltigkeitsverantwortlichen

Wirtschaftlichkeitsbewertung und Fördermöglichkeiten

  • Wirtschaftlichkeitsrechnung für Umrüstung oder Nachrüstung (Investition vs. Energieeinsparung)

  • Lebenszykluskosten-Betrachtung im Aufzugsmanagement

  • Förderprogramme prüfen (z. B. BAFA, KfW)

  • Einbindung in ESG-Reporting: CO₂-Einsparung durch regenerative Rückspeisung, LED-Umrüstung

Erfolgsfaktoren

Erfolgsfaktor

Beschreibung

Frühzeitige FM-Einbindung

insbesondere bei Planung und Ausschreibung neuer Anlagen

Integration in GLT und CAFM

für durchgängiges Monitoring und Datenweitergabe

Nutzerverhalten berücksichtigen

z. B. Reduzierung von Einzel- oder Testfahrten

regelmäßige Auswertung und KVP

kontinuierliche Optimierung im Energiebericht

Technische Modernisierung

Austausch ineffizienter Komponenten nach Nutzungsdauer