Aufzüge + Betrieb: Ausschreibung
Facility Management: Aufzugsmanagement » Strategie » Ausschreibung

Ausschreibung von Personen- und Lastenaufzügen
Um eine moderne, zukunftsfähige Aufzugsanlage für Personen- und Lastentransport zu realisieren, sollten alle relevanten Aspekte im Ausschreibungskonzept berücksichtigt werden. Dazu gehören grundlegende Normen (EN 81, BetrSichV) und Sicherheitsregeln, Wartung nach EN 13015 mit klaren SLAs und Serviceverträgen, IoT- und Monitoring-Funktionen zur Echtzeitüberwachung und Predictive Maintenance, Energieeffizienz (rückspeisefähige Antriebe, Standby-Management) und Nachhaltigkeit (TCO, Green Building), Reibungslose Projektumsetzung (Abstimmung Schachtbau, Montagezeiten, Abnahme, Digitalisierung) und die langfristige Integration ins Gebäudemanagement, IT-Sicherheitskonzept und mögliche Erweiterungen (Software-Updates, neue Schnittstellen).
Ein solches ganzheitliches Vorgehen ermöglicht höchste Verfügbarkeit, geringe Betriebskosten, sicheren Personen- und Lastentransport sowie eine optimale Serviceorganisation über den gesamten Lebenszyklus der Aufzugsanlage.
Einleitung und Zielsetzung
- Einleitung
- Rechtliche
- Technische
- Wartung
- Predictive
- Energieeffizienz
- Vergabeverfahren
- Inbetriebnahme
- Betrieb
- Weitere
Ausschreibung für Aufzugsanlagen: Beschaffung und Modernisierung
Sicherheit und Zuverlässigkeit auf höchstem Niveau gewährleisten
Effizient und energiearm betrieben werden können (inkl. Rückspeise- oder Standby-Funktion)
Digital vernetzt sind (IoT, Monitoring) und so Predictive Maintenance sowie laufende Optimierung ermöglichen
nach EN 13015 gewartet werden, um langfristig einen ordnungsgemäßen Zustand sicherzustellen
Rechtliche, arbeits- und baurechtliche Vorgaben (z. B. EN 81-Reihe, BetrSichV, ggf. Brandschutzvorschriften) erfüllen
sich in bestehende Gebäudeleitsysteme oder IT-Infrastrukturen integrieren lassen, um Datenhoheit und Zukunftssicherheit zu gewährleisten.
Aufzugs- und Maschinenrichtlinie
Personenaufzüge: Aufzugsrichtlinie (2014/33/EU).
Reine Lastenaufzüge oder Güteraufzüge ohne ständige Personenbeförderung: Maschinenrichtlinie (2006/42/EG).
CE-Kennzeichnung als Nachweis der Konformität mit den EU-Vorschriften.
DIN EN 81-Reihe
DIN EN 81‑20 / 81‑50 (Grundregeln für Konstruktion und Prüfung).
DIN EN 81‑70 (Barrierefreiheit, taktile Bedienelemente, akustische Ansagen).
DIN EN 81‑72 (Feuerwehr- und Brandwehraufzüge).
DIN EN 81‑21 (Nachträglicher Einbau in Bestandsgebäude).
DIN EN 13015 (Wartung von Aufzügen)
Regelt, wie Inspektionen, Dokumentation, Intervalle und Instandhaltungsmaßnahmen zu gestalten sind.
Schafft Klarheit zu Wartungsverträgen, Pflichten des Betreibers und der Wartungsfirma.
Traglast, Kabinengröße und Türsysteme
Personenaufzüge: typischerweise 630–1600 kg Nennlast, Kabinenbreiten 1000–1400 mm.
Lastenaufzüge: 1000–5000 kg (oder mehr), mit extrabreiten Türen (bis 2000 mm) und robustem Kabinenboden.
Kombinierte Nutzung: Höhe und Breite der Kabinen so bemessen, dass Paletten oder Transportwagen passen, aber auch ein angenehmer Personentransport möglich ist.
Antriebssystem, Fahrgeschwindigkeit und Energieeffizienz
Seilaufzüge (MRL – maschinenraumlos) vs. Hydraulikaufzüge (kürzere Förderhöhen, schwerere Lasten).
Rückspeisefähige Antriebe zur Energiegewinnung, LED-Kabinenbeleuchtung, Standby-Abschaltung aller nicht benötigten Verbraucher (Display, Lüfter).
Optionale Angabe einer Energieeffizienzklasse (manche Hersteller zertifizieren ihre Aufzüge nach eigenen oder branchenüblichen Standards).
IoT-Integration und Monitoring
Sensorik für Türzyklen, Vibrationen, Seilspannungsüberwachung, Temperatur etc.
Anbindung an Cloud-Plattform oder Gebäudeleittechnik (BMS) zur Echtzeit-Überwachung von Fahrten, Störmeldungen und Statusinfos.
Datenschnittstelle (z. B. OPC UA, MQTT, BACnet) und sichere Verschlüsselung (VPN, TLS), um Datenmissbrauch oder Manipulation zu verhindern.
Brand- und Sicherheitstechnik
Einhaltung von EN 81‑72 (Feuerwehraufzug) in Hochhäusern oder Sonderbauten.
Rauch- und Wärmeabzug aus dem Schacht, feuerbeständige Schachttüren (F90) bei Bedarf.
Notfallkonzepte: Notstromversorgung für Evakuierungsfahrten, Schlüsselschalter für Feuerwehr, redundante Notrufleitung.
Komfort-, Barriere- und Designaspekte
EN 81‑70: Barrierefreiheit (taktile Taster, sprachgeführte Etagenansage, Haltegriffe).
Schallschutz (entkoppelte Lager, geräuscharme Antriebe), zum Beispiel wichtig in Hotels, Wohnbauten oder Krankenhäusern.
Kabinendesign: optional Corporate Identity (Farben, Spiegel, Beleuchtungskonzept).
Wartungsumfang und Intervalle
Regelmäßige Kontroll- und Wartungstermine (monatlich, viertel- oder halbjährlich), abhängig von Nutzungsgrad, Herstellerangaben und BetrSichV.
Checklisten: Seile, Bremsen, Türmechanik, Notruf, Elektronik, Verschleißteile.
Servicevertrag (ein- oder mehrstufig)
Grundwartung (Inspektion, Justierung, Reinigung) vs. Full-Service (inkl. Reparaturen, Verschleißteiltausch, 24/7-Rufbereitschaft).
Vertragslaufzeit z. B. 5 Jahre mit Verlängerungsoption, Indexregelung bei Preisgleitklauseln.
Genaue Definition von Reaktionszeiten: z. B. max. 2 Stunden bei Personeneinschluss, 24 Stunden bei sonstigen Störungen.
Service-Level-Agreements (SLA)
Verfügbarkeitsquoten (z. B. 99,5 %), maximale Ausfallzeit, ggf. Bonus-Malus-System.
Dokumentationspflicht: Wartungsprotokolle, digitale Nachweise, IoT-Logs.
Betreiberverantwortung: Der Betreiber trägt die juristische Verantwortung, delegiert aber Wartungsleistungen an eine qualifizierte Firma.
Sensorik und Datenerfassung
Vibrationssensoren, Türkontaktmessung, Motorstromanalyse, Seilspannungsüberwachung, Fahrhäufigkeit.
Erkennung von Anomalien (z. B. steigende Vibrationswerte → Lagerschaden) bereits vor Ausfall.
Cloud- oder On-Prem-Lösung
Echtzeit-Datenübertragung an den Wartungsdienstleister oder ein internes FM-System.
Alarmierung via App, SMS, E-Mail bei kritischen Zuständen. Speicherkonzepte bei Netzwerkausfall (Edge-Geräte, Pufferspeicher).
Energieeffizienzklassen
Einführung von rückspeisefähigen Antrieben (Regenerative Drives), LED-Beleuchtung, energiesparendem Standby.
Mögliche Ökobilanz (Materialauswahl, Wiederverwendung von Bauteilen, Recyclingkonzepte).
Total Cost of Ownership (TCO)
Lebenszykluskosten: Anschaffung, Montage, Wartung, Energieverbrauch, Ersatzteile über 15–20 Jahre.
Berücksichtigung bei Vergabekriterien: z. B. 70 % Investitionskosten + 30 % TCO oder umgekehrt.
Option: Leasing- oder Mietmodelle statt Kauf, wenn Budget und Bilanzpolitik es erfordern.
Vergabeverfahren
Bedarfs- und Machbarkeitsstudie: Analyse, wie viele Aufzüge benötigt werden, Personen- und Lastenflüsse, Förderhöhen, Gebäudegrundriss, mögliche Schachtstandorte.
Ausschreibungsunterlagen
Leistungsbeschreibung: Nennlast, Kabinenmaße, Türbreiten, Antrieb, Fahrgeschwindigkeit, IoT-Funktionen, Wartungskonzept (EN 13015).
Bauseits vorhandene Infrastruktur (Maschinenraum, Schacht, Stromzuleitung, Netzwerk).
Brandschutz- und Barrierevorgaben, ggf. Feuerwehranforderungen.
Vertragsbedingungen: Zeitplan (Montagebeginn, Abnahme), Gewährleistung, Wartung (Umfang, Intervalle, Indexklauseln).
Bau- und Zeitplanung
Genaue Abstimmung mit dem Rohbau- bzw. Sanierungsteam, besonders bei Umbauten im laufenden Betrieb (Gewährleistung, dass immer ein Aufzug funktioniert).
Schallschutz- und Staubschutzmaßnahmen bei laufenden Geschäftsprozessen.
Regelbetrieb und Wartung
Umsetzung der vertraglich geregelten Inspektionsintervalle (EN 13015), Dokumentation in digitalem oder analogem Wartungsbuch.
SLA-basierte Reaktionszeiten, Notdienst 24/7, Ersatzteilmanagement (z. B. Lagerhaltung für Türrollen, Bremsbeläge).
IoT-basierte Predictive Maintenance
Automatisierte Datenanalyse (z. B. Türöffnungszyklen, Vibration, Motorstrom), frühzeitiges Erkennen von Verschleiß.
Minimierung von ungeplanten Ausfällen durch proaktive Bauteilersetzung.
IT-Sicherheit und Datenhoheit
Genaue Vereinbarungen über Zugriffsrechte auf IoT-Daten, Datenexport bei Dienstleisterwechsel.
Schutz vor Cyberangriffen (z. B. durch verschlüsselte VPN-Verbindungen, rollenbasierte Nutzerverwaltung).
Detaillierte Finanzierungskonzepte
Kauf, Leasing oder Mietmodelle, Performance-basierte Verträge (z. B. garantiert 99,5 % Verfügbarkeit).
Ggf. Einbindung in Konzern- oder Investorenvorgaben (Capex/Opex-Strategien).